Einführung in das Lernen und Denken

Lernen ist der Prozess der Wissenskonstruktion im Austausch mit der Umwelt. Das Lernen ruft eine Veränderung des Individuums hervor, mit dem Ziel, neue Situation besser zu bewältigen und soziale Teilhabe zu erleben. Für das Lernen ist ein Gedächtnis vorausgesetzt.

Das Gedächtnis

Unter Gedächtnis versteht man die Fähigkeit, Informationen

1) aufzunehmen

2) abzuspeichern

3) zu reproduzieren.

Unser Gedächtnis lässt sich in 3 Abschnitte einteilen:

(i) Das sensorische Gedächtnis oder auch Ultrakurzzeitgedächtnis nimmt Informationen über die Sinnesorgane auf und speichert diese im sensorischen Gedächtnis zwischen.

(ii) Nachdem die Informationen des sensorischen Gedächtnises analysiert wurden, gelangen sie in das Kurzzeitgedächtnis. Dieses speichert informationen für kurze Zeitspannen.

(iii) Wenn eine Information oft genung wiederholt wurde, gelangt sie schließlich in das Langzeitgedächtnis und bleibt dort für eine lange Zeitspanne gespeichert.

Bild

Von own work, using File:Gedächtnis modell.png - Übertragen aus de.wikipedia  nach Commons., CC BY-SA 2.0 de , Link

Lernen

Lernen ist das bewusste und unbewusste Erwerben von Fähigkeiten auf Grundlage von Erfahrungen, die wir machen. Von Lernen können wir aber erst dann sprechen, wenn eine Erfahrung auch tatsächlich eine nachhaltige und langfristige Veränderung im Gehirn hervorruft.

Welche Veränderungen durch Lernerfahrungen im Gehirn entstehen, ist eine spannende Frage. Ganz allgemein können wir sagen, dass durch Lernen im Gehirn neue neuronale Verknüpfungen (also neue Verbindungen zwischen Nervenzellen) entstehen. Je öfters wir eine bestimmte Lernerfahrung machen, desto stabiler ist diese Verbindung im Normalfall auch. Und: je mehr Eingangskanäle (Sinneskanäle, Emotionen, motorische Zugänge, … ) an einer Lernerfahrung beteiligt sind, desto besser wird sie abgespeichert.

Zur besseren Vorstellung gibt es hier ein sehr anschauliches Video .

Vergessen

Als Vergessen bezeichnet man den Verlust von Erinnerungen. Die erlebten oder gelernten Inhalte können nicht mehr in unsere Erinnerung zurückgerufen werden.

Auch die Frage, wie wir vergessen, kann einfach beantwortet werden.Die neuronalen Verknüpfungen, die während des Lernens entstehen, werden aufgelöst. Je weniger wir unsere Erinnerungen abrufen, desto schwächer werden sie.

Der Mensch vergisst über die Zeit hinweg kontinuierlich. Doch was wir vergessen, können wir meistens selbst beeinflussen. Je öfter man sich eine Erinnerung nochmals vorstellt und wiederholt, desto weniger wird sie in Vergessenheit geraten. Auch wenn die Erinnerung eine hohe Wichtigkeit für uns hat oder von Emotionalität geprägt ist, ist die Wahrscheinichkeit sie zu vergessen, geringer.

Beispiel

Lernen: Man kann sich die neuronalen Verknüpfungen in unserem Gehirn vereinfacht als Wege vorstellen. Je öfter ein Weg gegangen wird, desto breiter und fester wird er. Aus einem kleinen Weg kann so ein Trampelpfad oder sogar eine Straße entstehen.

Vergessen: Wenn ein Trampelpfad nicht mehr benutzt wird, dann wird er wieder schmaler werden. Nach einiger Zeit wird der Weg kaum noch zu erkennen und wieder bewachsen sein.

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