OER Konferenz Simon Köhl und Thomas Curran

Dieses Jahr fand zum zweiten Mal die OERde14-Konferenz in Berlin statt. Auf der Konferenz trafen sich Bildungsaktivisten, gemeinnützige Organisationen, Unternehmen, Politik, staatliche Projekte und Schulen rund um das Thema OER - Open Educational Resources.

Von Serlo mit dabei waren Tinsaye, Gent, Simon und Thomas. Wir waren mit insgesamt drei Programmpunkten auf der Hauptbühne vertreten:

Vortrag und Podiumsdiskussion können hier noch einmal angesehen werden: werkstatt.bpb.de

Mission

Unser Ziel war es, dass alle Teilnehmenden nach den beiden Konferenztagen Serlo kennen. Des Weiteren wollten wir den Diskurs rund um OER (freie Lehr- und Lernmaterialien), was das genau ist und warum sie wichtig sind, beeinflussen. Unserer Meinung nach reicht die einfache Benutzung einer freien Lizenz noch nicht aus, sondern OER sollten danach beurteilt werden, ob sie zu mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Beteiligung und Mitbestimmung der Schüler*innen beitragen.

Monika Fischer über Serlo

Learnings

Simon: In der großartigen Opening Keynote hat sich Prof. Dr. Dirk Van Damme (OECD) für ein Verständnis von OER stark gemacht. Bei diesem Verständnis steht im Vordergrund, dass Materialien tatsächlich bearbeitet werden können. Dem gegenüber stehen unter anderem Massive Open Online Courses (MOOCs), die zwar kostenlos verfügbar sind aber als abgefilmte Vorlesung unter klassischem Urheberrechtschutz überhaupt nicht zur Nachnutzung zu gebrauchen sind.
In ihrer Closing Keynote wiederum zeigte Nicole Allen (SPARCS), welche Ergebnisse die gut finanzierte OER-Szene in den USA bereits vorweisen kann. Die Bewegung hat dort vor allem Schul- und Lehrbücher unter freier Lizenz angefertigt. Finanziert werden diese teilweise durch öffentliche Förderungen und teilweise durch Geschäftsmodelle wie kostenpflichtiger Druck und Versandt von frei lizenzierten Büchern. Auf meine Nachfrage wusste Frau Allen im englischsprachigen Raum von keinem Wiki-basierten, non-profit Projekt wie Serlo.

Die Keynotes sind unter folgendem Link online: http://werkstatt.bpb.de/2014/09/nachlese/

Tinsaye: Ein sehr häufig gefallenes Wort war „Kollaboration“ Das kollaborative Arbeiten betonten nicht nur Dr. Verena Metze-Mangold (Vizepräsidentin Deutsche UNESCO Kommission), Thomas Krüger (Präsident bpb) sondern auch viele der anwesenden Lehrkräfte. OER-Plattformen sollen nicht nur Lernmaterialien zur Verfügung stellen sondern auch den Schülern ermöglichen Inhalte zu kreieren. In seiner Session zum Thema „OER und Digitales Lernen in der Schule“ sagte der Physiklehrer Norbert Hillebrecht „[…] viel spannender wird das Lernen, wenn die Schüler wirklich eigene Produkte erstellen können.“ Zum Vortrag

Doch wie erreicht man mehr Kollaboration und was brauchen Lehrer neben anderen Lernmaterialien. Einige der erwähnten Beispiele waren Lerntagebücher (um Lernleistung mit Materialien von Anderen und recherchierte Materialien zu dokumentieren), ePortfolios, Wikis (eigene Wissensspeicher in der Klasse), kommentieren von Blogs (gegenseitiges Bezugnehmen anregen), Filme und Erklärvideos.

Auf der anderen Seite sehen viele der Konferenzteilnehmer als Hindernisse für die Nutzung von OER durch die Lehrkräfte, unter anderem die mangelnde Medienkompetenz der Lehrenden, unausgeprägte Kultur des Teilens und rechtliche Unsicherheiten. Vor allem bei dem letzten Punkt denkt man sich, dass gerade durch die Creativ-Commens Lizenzen den Autoren/Lehrern eine Barriere abgeschafft werden sollte. So nahmen sich viele als Aufgabe vor, eine Vorbildfunktion, durch Nutzung von OER zu sein und ihren Kollegen die CC-Lizensen näherzubringen. Was wollen wir bei Serlo dazu beitragen?