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Ein Insektenhotel ist ein von Menschen geschaffener Nistplatz, der hauptsächlich von Wildbienen genutzt wird. Die meisten der 650 heimischen Wildbienenarten leben als Einzelgänger und nisten in Erdgängen und Hohlräumen. Wildbienenhotels bieten durch Bohrungen in Hartholz und durch Schilf- und Bambusstängel solche Höhlen an.

Durch fehlende Naturräume und Pestizideinsatz sind viele Wildbienenarten bedroht und stark im Rückgang. Ein Insektenhotel und naturnahe Gärten wirken dem Biodiversitätsverlust entgegen und tragen aktiv zum Natur- und Wildbienenschutz bei.

Bauanleitung

  • 1. Bretter für Dach und Boden zuschneiden (mit Hand- oder Stichsäge): Umso genau wie möglich zu sägen, ist es hilfreich, sich die Schnittkante vorher mit Winkel und Bleistift anzuzeichnen. Je glatter die Schnittkante, desto dichter ist das Insektenhotel am Ende. (Wer eine Kappsäge o.ä. zur Verfügung hat, kann gerne auch damit arbeiten.)
  • 2. Bretter abschleifen: Damit das Wildbienenhotel ordentlich ausschaut, kann man die Bretter durch Abschleifen von lästigen Splittern befreien. Lackiert sollte das Holz aber nicht werden, da fast alle Lacke Giftstoffe für Wildbienen enthalten.

Insektenhotel Abb.1: Quadratisches Wildbienenhotel mit Vogelschutzgitter

  • 3. Alles verschrauben: Bevor jetzt alle Teile mit dem Akkuschrauber oder dem Schraubenzieher verbunden werden, muss unbedingt vorgebohrt werden. Wer nicht vorbohrt, riskiert, dass das Holz springt. Als Erstes wird Dach (1) mit Dach (2) und Boden (2) verschraubt. Im Anschluss daran wird Boden (1) mit den bereits zusammengefügten Teilen vereint.
  • 4. Rückwand zusägen: Dazu wird das verschraubte Quadrat auf ein Stück Holz gelegt und das innere Quadrat mit Bleistift nachgezeichnet. Um sich Arbeit zu sparen, empfiehlt es sich, so anzuzeichnen, dass man die bereits existierenden Kanten am Brett nutzt. Das angezeichnete Quadrat wird mit einer Stich- oder Handsäge ausgeschnitten und mit dem Rest verschraubt. (auch hier: Vorbohren!)
  • 5. Dachpappe anbringen: Um das Insektenhotel besser gegen Regen zu schützen, sollte auf das Dach noch Dachpappe aufgetackert werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Dachpappe ein Stück über die seitlichen Verbindungskanten von Dach und Boden reicht, um auch hier den Regenwassereintritt zu minimieren.
  • 6. Leiste befestigen: Um das Wildbienenhotel sicher an einer Wand oder einem Stamm zu befestigen, kann auf der Rückseite noch eine Leiste angebracht werden. Diese wird an Wänden des Wildbienenkastens festgeschraubt (Vorbohren!). Man kann die Leiste nur oben oder oben und unten über den Wildbienenkasten überstehen lassen. An der überstehenden Leiste bohrt man dann einige Löcher für die Anbringung vor.

Das Befüllen

Lege zuerst das fertige Gehäuse auf die Rückwand und trage den angerührten Oberputzlehm ca. 1 cm dick auf die Innenseite der Rückwand auf. Es empfiehlt sich, erst die großen Teile zu platzieren (bspw. angebohrtes Scheitholz Buche), dabei diese fest in den Lehm eindrücken – dieser fixiert das Befüllmaterial nachdem er ausgehärtet ist. Große bzw. schwere Holzstücke sollten möglichst auf den Böden aufliegen, damit diese stabiler im Wildbienenkasten verankert sind. Die Lücken können dann so dicht wie möglich mit den Stängeln ausgefüllt werden.

Abb.2: Bambusstäbchen als Füllmaterial

Achtung!: Knoten von Schilf und Bambus zur Rückseite – diese können von den meisten Wildbienen nicht durchbrochen werden. Hartholz immer in Längsrichtung anbohren, nicht ins Hirnholz. Am Schluss wird das Hasengitter mit Maschenweite 10 x 10 mm so zugeschnitten, dass es bündig auf die Vorderseite passt und dann festgetackert. Dies dient als Schutz vor Vögeln, die das angerichtet Wildbienenbuffet oft schnell entdecken.

Das Aufhängen

Das solltet ihr bei der Aufhängung von eurem Insektenhotel beachten:

  • Möglichst in Südausrichtung und an sonnenbeschienen Orten anbringen.
  • Ungefähr auf Brusthöhe aufstellen (bei höheren Lagen wird der Energieaufwand für die Insekten größer).
  • Die Einflugschneise sollte möglichst frei sein.
  • Es sollten nektarreiche und am besten heimische Blühpflanzen in der Nähe sein, da viele Wildbienen einen vergleichsweise kleinen Aktionsradius von 50-300 m haben.

Quellenangabe

Suumerindercity

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