Der tropische Regenwald wird trotz seiner ungünstigen Umweltbedingungen seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt und genutzt, die sich in ihrer Lebensweise an die vorherrschenden Bedingungen angepasst haben. Neben solchen angepassten Nutzungsformen gibt es auch andere Arten der Landnutzung, wie z.B. die Plantagenwirtschaft.

Brandrodungswanderfeldbau (= shifting cultivation)

Eine traditionelle Form des Wirtschaftens im tropischen Regenwald ist der sogenannte Brandrodungswanderfeldbau (engl. shiftig cultivation), bei dem ein regelmäßiger Wechsel der Anbauflächen stattfindet.

Ablauf des Brandrodungswanderfeldbaus:

  • Rodung eines dorfnahen Waldstückes
  • Verbrennen der abgeschlagenen und getrockneten Äste und Bäume
  • Anbau von Mischkulturen (Mais, Hirse, Batate, Maniok, Bananen, Reis…), solange bis das Gebiet nicht mehr ertragreich genutzt werden kann
  • Wandern zu einem ungenutzten Gebiet und erneutes Roden

Ziel ist es, den nährstoffarmen Boden für eine kurze Zeit fruchtbar zu machen.

Bild eines abgerodeten Waldes

Abb. 1: Gerodeter Regenwald zur Vorbereitung von Anbauflächen

Anfangs erreicht man durch die Düngung mit der nährstoffreichen Asche eine hohe Fruchtbarkeit. Diese nimmt jedoch aufgrund der schnellen Auslaugung und Abtragung des Bodens rasch ab, sodass ein neues Feld gerodet werden muss.

Beispielhafter Zyklus eines Brandrodungswanderfeldbaus

Abb. 2: Beispielhafter Zyklus eines Brandrodungswanderfeldbaus

Nach dem mehrjährigen Anbau folgt in dem gerodeten Gebiet eine lange Brache (= anbaufreie Ruhephase), sodass sich der Wald regenerieren kann. Erst nach vielen Jahren wird ein Gebiet erneut genutzt (siehe Abb. 2).

Shiftig cultivation ist mit hohem Arbeitsaufwand und großen Flächenverbrauch verbunden. Es wird ein sehr geringer Ertrag erwirtschaftet, welcher nur für die Subsistenzwirtschaft (= Eigenversorgung) ausreichend ist.

Daher kann diese Arbeitsweise von dem Ökosystem nur verkraftet werden, wenn sie in dünnbesiedelten Gebieten durchgeführt wird.

Schätze ab wie vielen Einwohnern pro km%%²%% shifting cultivation nicht mehr für das Ökosystem tragbar ist?

Ab einer Einwohnerdichte von ca. %%6%% Einwohnern pro km%%²%% ist shifting cultivation ökologisch nicht mehr tragbar.

Plantagenwirtschaft

Eine Plantagenwirtschaft ist durch den Anbau von Monokulturen gekennzeichnet, d.h. es wird nur eine Pflanzensorte angebaut. Plantagen werden meist von großen, ausländischen Kapitalgesellschaften geleitet sind in stark mechanisiert.

Die natürliche, artenreiche Vegetation des tropischen Regenwaldes wird großflächig gerodet, damit die Plantagenpflanzen angebaut werden können. Meist werden keine Nahrungsmittel für die einheimische Bevölkerung (sogenannte food crops), sondern Produkte für den internationalen Markt und den Export (sogenannte cash crops) gepflanzt.

Planzen, die häufig in Plantagen angebaut werden:

  • Ölpalmen
  • Kaffee
  • Kakao
  • Soja
  • Bananen
  • Zuckerrohr
  • Kautschukbäume (Gummibäume)

Durch die intensive und sehr einseitige Nutzung werden die Böden stark ausgelaugt.

Bild einer Bananenplantage

Abb. 3: Bananenplantage

Weidewirtschaft

Um Platz für Weidewirtschaft zu schaffen, wird ebenfalls Regenwald gerodet. Vor allem in Brasilien gibt es viele Rinderfarmen, da man dort einfach und günstig Land erwerben kann. Deshalb ist Brasilien auch weltweit der größte Exporteur von Rindfleisch.

Aber auch für die Haltung von Tieren in Deutschland werden häufig Flächen im tropischen Regenwald abgeholzt. Weil der Fleischkonsum bei uns ansteigt, müssen immer mehr Nutztiere gefüttert werden. Die Ackerflächen in Deutschland reichen nicht mehr aus, um das benötigte Futter für all die Tiere anzubauen. So wird Soja als Futtermittel aus den Tropen importiert. Für den Anbau des Sojas (in Plantagen) werden Regenwälder abgeholzt, Schädlingsbekämpfungsmittel versprüht und viel Wasser verbraucht.

Tropenholzindustrie

Abholzung des tropischen Regenwaldes

Abb. 4: Abholzung des tropischen Regenwaldes

Holz aus tropischen Regenwäldern ist sehr robust, weshalb es gerne für Möbel verwendet wird. Zudem ist es billig, da die Löhne in den tropischen Regionen niedriger sind und die Bäume nicht gepflanzt, sondern nur abgeholzt werden müssen. Häufig geschieht die Abholzung auch illegal.

Ein großer Teil des Tropenholzes stammt von sehr alten Bäumen, die bis dahin in einem sehr unberührten Waldstücken standen. Viele Pflanzen- und Tierarten verlieren ihren Lebensraum, wenn diese Bäume gefällt werden.

Um an die wertvollen Bäume zu gelangen, müssen Straßen, Lager und Sägewerke in Gebiete des Regenwaldes gebaut werden. Die Tropenholzindustrie rodet somit sehr große Flächen.

Zudem wird für die Papierproduktion ebenfalls häufig Tropenholz verwendet.

Folgen der Nutzung

Zur Erweiterung der Anbauflächen und zur Gewinnung von Tropenholz werden tropische Regenwälder großflächig abgeholzt.

Der Anbau landwirtschaftlicher Produkte ist oft nur einige Jahre möglich, da der Boden dann bereits stark abgtragen (= erodiert) ist. Häufig bleiben nicht mehr nutzbare Plantagen oder Felder brach liegen und auf der Suche nach neuen Anbauflächen wird weiterer Regenwald gerodet oder verbrannt.

Die nicht-angepasste Nutzung bzw. die Übernutzung des Regenwaldes führt zur Regenwaldzerstörung. Einmal zerstörte Flächen können sich erst nach vielen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten regenerieren. Teilweise ist der Wald so sehr geschädigt, dass sogar eine waldlose Fläche zurückbleibt.


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