Unter Computerspielsucht versteht man den zwanghaften Drang, sich regelmäßig und exzessiv mit Computerspielen zu befassen.

Person mit Smartphone in der Hand

Das umfasst sowohl Spiele an PC und Spielkonsolen, als auch auf Handys, Gameboys, Tablets und anderen Handheldformaten.

Merkmale der Computerspielsucht:

  • Ein Großteil der Tageszeit wird mit Computerspielen verbracht (20 Stunden und mehr pro Woche).
  • Man verliert die Kontrolle über die Zeit.
  • Man steigert die tägliche Dosis ständig, um die gleiche Befriedigung zu erhalten.
  • Man hat Entzugserscheinungen wie Nervosität, Schweißausbrüche, Angst und Schlaflosigkeit.
  • Man vernachlässigt seine sozialen Kontakte, geschäftliche und schulische Verpflichtungen und Interessen.
  • Man schränkt die Nutzung nicht ein, obwohl es negative Auswirkungen auf Gesundheit, Kontakt, Schule, Familie und Freunde gibt - man denkt unentwegt an das Spiel.

Computerspielender Jugendlicher

Woran erkenne ich, ob mein/e Freund/in suchtgefährdet ist?

  • Positive Auswirkung auf die Stimmung bis hin zu Euphorie bei Ausübung des Computerspiels
  • herausragender Stellenwert im Leben des Betroffenen, sodass Fühlen, Denken und Handeln davon dominiert werden
  • der unwiderstehliche Wunsch nach Ausübung
  • Rückfallneigungen bei dem Versuch zu pausieren
  • Kontrollverlust, sobald mit dem Problemverhalten begonnen wird
  • Rückzug aus den anderen Lebensberichten, z.B. bricht der Kontakt zu Freunden ab oder bisher ausgeübte Hobbys werden vernachlässigt oder aufgegeben.

Hier kannst du dich zum Thema Computer- und Internetsucht testen:

https://www.ins-netz-gehen.de/check-dich-selbst/bin-ich-suechtig

Gefahrfaktor Onlinespiel

Onlinespiele können ein größeres Suchtrisiko darstellen, als Spiele die offline und alleine gespielt werden. Dies hat mehrere Gründe:

  • Fehlendes Spielende: Egal, wie toll du ein Offlinespiel findest: Irgendwann hast du alles probiert, alles gesehen, alles getan. Und dann verliert das Spiel von alleine seine Faszination. Bei vielen Onlinespielen ist das anders. Die Spiele sind auf ein offenes Ende hin konzipiert, die Entwicklerteams erweitert ihre Spiele regelmäßig um neue Erlebnisse und Möglichkeiten. Dadurch bleiben Onlinespiele dauerhaft spannend.

    Aber Achtung: Auch durch ständigen Neukauf von Offlinespielen bleibt das Spielen interessant!

  • Soziale Verpflichtungen: Die meisten Onlinespiele sind darauf ausgelegt, das Spieler möglichst leicht Mitspieler kennenlernen und Gruppen bilden können. Dadurch entsteht ein Netzwerk, in dem sich Spieler nach dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe unterstützen. So fühlen sich Spieler oft dazu verpflichtet online zu gehen, um sich für erhaltene Hilfe revanchieren zu können.

  • Versäumnisängste: Offlinespiele können jederzeit unterbrochen und zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden. Die Welten von Onlinespielen existieren (und verändern sich) jedoch auch dann weiter, wenn der Spieler sich gerade nicht mit dem Spiel beschäftigt. Onlinespieler haben häufig das Gefühl "etwas zu verpassen", solange sie nicht online sind.

Spielcontroller in der Hand einer Person

Tipps für Eltern zum kontrollierten und bewussten Umgang mit dem Medium

  • Spielen Sie gemeinsam mit dem Kind und nehmen Sie an den Erfahrungen, die es im Spiel gemacht hat, teil.
  • Zeigen Sie Interesse. Nur so können Sie sich ein differenziertes Bild vom Spielverhalten Ihres Kindes machen.
  • Lassen Sie sich erklären, was ihr Kind im Spiel tut, worauf es beim Spiel ankommt und spielen Sie gegebenenfalls selbst.
  • Legen Sie feste Spielzeiten und eine Spieldauer fest. Zu empfehlen ist es, dass 1,5 Stunden pro Tag nicht überschritten werden und dass zwischen den Spieltagen immer auch computerspielfreie Tage liegen.
  • Stellen Sie Regeln für den Medienkonsum auf, z.B.: Wenn das Kind fernsieht, darf es nicht am Computer spielen.
  • Bieten Sie Ihrem Kind alternative Möglichkeiten an, Erfolgserlebnisse zu haben. Diese können sein: Sport, Musik oder andere Hobbys, die nichts mit Computer zu tun haben.
  • Achten Sie darauf, dass die Spiele für das Alter ihres Kindes geeignet sind.
  • Beachten Sie die Kennzeichen der USK auf den Spielverpackungen.
  • Informieren sie sich über den Inhalt der Spiele. Die Kennzeichen der USK dienen dazu, Kinder vor einer Jugendgefährdung zu schützen. Diese beinhalten jedoch keine Aussage über die pädagogische Eignung von Spielen.
  • Achten Sie darauf, dass ihr Kind keine Spiele spielt, die es nicht vorher mit Ihnen besprochen hat, insbesondere dann, wenn Sie keine Informationen zu den Alterskennzeichnungen und den Spielinhalt haben.

Quellen

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