Titel 🟠
Geschichte
Inhalt 🟠
"Serlo" ist eine kleine, sehr schön gelegene buddhistische Klosterschule im nepalesischen Himalaya-Gebirge, die im April 2009 von dem Projektgründer und Schüler der 13ten Klasse Simon Köhl besucht wurde. Dort reiften die ersten Ideen zu diesem Projekt, dass anschließend wegen dem schönen Wortklang und der Unverbrauchtheit des Namens nach dem Kloster benannt wurde. Mit ausschlaggebend war die Erfahrung, dass der Klosterschule durch Spenden sogar Computer und Internetanschluss zur Verfügung standen, es aber an guten Lernmaterialien mangelte.
Serlo, Foto: Peter Cohn, cc-by-sa
Grundlegende Idee
Aus der festen Überzeugung, dass mehr Bildung der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme der Welt ist, entstand der Wunsch nach professioneller Lernsoftware als kostenlose Onlineanwendung. Der Aufwand der Erstellung - so die Überlegung - wäre gering im Verhältnis zum Nutzen einer solchen Internetseite für die Gesellschaft. Durch Übersetzung könnte man Inhalte für Fächer wie Mathematik oder Fremdsprachen schnell sehr vielen Menschen zugänglich machen. Das Projekt sollte nach dem Wikipedia-Prinzip funktionieren, sodass nach der Bereitstellung der technischen Möglichkeiten die Inhalte von der Nutzergemeinschaft erstellt werden.
Konzeptentwicklung
Am Beispiel Mathematik entstanden erste Anforderungen: Man bräuchte Aufgaben mit Lösungen, ausführliche Erklärungen zu den Lösungsschritten und Verlinkungen zu Artikeln, in denen mathematische Themen erklärt werden. Die Artikel wiederum müssten mit Aufgaben ergänzt werden, um die Theorie sofort praktisch anwenden zu können. Aufgaben müssten Lehrplänen zugeordnet sein, damit sich Schüler*innen darauf verlassen können, dass sie dem Niveau entsprechen, das später in der Schule abgefragt wird. Die Schüler*innen sollten Werkzeuge haben, mit denen sie Themen regelmäßig wiederholen und sich gegenseitig Fragen stellen und helfen sollten. Und das ganze als Wiki damit alle daran mitmachen können.
Aufbau von Serlo
Auf der Grundlage dieser Ansprüche entstanden duzende Seiten Konzeptpapier und die sieben Gründungsmitglieder des Vereins fanden sich zusammen, darunter auch der Schüler und Webentwickler Aeneas Rekkas, der gemeinsam mit Simon Köhl die kommenden Jahre den Kern des Projektteams bildete und inzwischen Chefentwickler der Software von Serlo "Athene" ist.
Nach dem ersten Jahr wurde deutlich, warum es soetwas wie Serlo noch nicht gab: Der Aufwand war immens, eine kommerzielle Entwicklung der Seite und des Grundstocks an Lernmaterialien hätten hunderttausende Euro gekostet. Kommerzielle Lernseiten waren damals und sind heute noch entweder gezwungen den Zugang mit Bezahlschranken nur priviligierten Nutzern zu ermöglichen oder ihre Seite mit reichlich Werbung zu füllen. Kostenlose Angebote waren bisher an dem hohen konzeptionellen, technischen und/oder finanziellen Aufwand gescheitert.
Die meisten Teammitglieder der ersten Jahre waren Schüler*innen und Studierende in den ersten Semestern, sie kannten sich meist zuvor nicht persönlich und engagierten sich für die Sache ohne Aussicht auf Bezahlung, zeitweise auch vollzeit ehrenamtlich in Urlaubgssemestern und oder parallel zum Studium. Das Konzept hat sich in dieser Zeit noch stark weiterentwickelt. Erst ein Prototyp und anschließend ein komplexes, flexibles System wurden geschaffen, Artikel wurden formuliert, Lizenzen beschafft und Aufgaben übertragen, Flauten durchkämpft und Meilensteine gefeiert!
Nach der Veröffentlichung
Im dritten Jahr wurde klar, dass es Projektfelder gab, die viel mit Serlo verwandt haben, wie die "Open Educational Ressources Bewegung" oder die Szene des "Sozialen Unternehmertums". Das Team - damals fast alle Anfang zwanzig - begann sich zu vernetzen, einige waren viel unterwegs und lernten über professionelles Projektmanagement und moderne Webentwicklung. Mit Redaktion, Organisation und Softwareentwicklung entstanden zunehmend eigenständige Bereiche, vor allem die Redaktion wuchs schnell dank der halbjährlichen Akademien für Lehramtstudierende. Parallel stieß das Team an die Grenzen dessen, was ehrenamtlich geleistet werden konnte, eine Finanzierungstrategie musste her, Serlo bezog ein eigenes Büro in der Studierendenvertretung der LMU und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Die detaillierte Entwicklung kannst du gerne im Blog nachlesen.
Die Gründer von Serlo und alle Menschen, die nach und nach dazukamen sind fest entschlossen den Idealen aus denen heraus das Projekt entstand treu zu bleiben und mit freier Bildung zu einer gerechteren, aufgeschlossenen und vielfältigen Welt beizutragen. Vielleicht mit Deiner Hilfe? Wir würden uns freuen!
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