Gemeinwohl-Ökonomie

Ein Wirtschaftssystem, das sich statt an Wachstum an Nachhaltigkeit und Solidarität orientiert – dafür treten die Anhänger*innen der Gemeinwohl-Ökonomie ein.

Gemeinwohl-Ökonomie (kurz: GWÖ) ist ein Gegenmodell zu unserer heutigen Marktwirtschaft, die von Kapitalismus geprägt ist. Dabei soll es jedoch nicht vorrangig darum gehen privates Unternehmertum abzuschaffen, sondern einen stärkeren Fokus auf Werte wie Nachhaltigkeit und Solidarität zu legen.

In der GWÖ geht es also nicht um Profitmaximierung, sondern darum, dem Gemeinwohl zu dienen.

Der Grundleitfaden der GWÖ stammt u.a. von Christian Felber -einem österreichischen Autor und Globalisierungskritiker.

Aber was ist nun anders an der Gemeinwohl-Ökonomie?

Die Lohnunterschiede - was ist fair?

Manager erhalten bis zu 5454 mal höheren Lohn, als die geringsten Verdienenden der gleichen Firma.

In der GWÖ soll die Schere zwischen den Top-Verdienenden einer Firma und den niedrigsten Verdienenden einer Firma nicht zu groß werden. Deshalb sind in der GWÖ die Löhne der Top-Verdienenden höchstens 3153-15 mal so hoch.

Grundgedanken

Immernoch werden im harten Preiskampf von Firmen neue Strategien entwickelt, die Geld einsparen können: ob eine Verlagerung in Länder mit niedrigeren Löhnen oder die Verwendung von kurzlebigen und umweltschädlichen Materialien - Anhänger der GWÖ sehen darin eine falsche Richtung und fordern ein Umdenken.

In einer Studie von Wissenschaftler*innen der Universitäten Flensburg und Kiel konnte eine verbesserte Nachhaltigkeit durch das GWÖ Punktesystem erzielt werden. Heraus kam außerdem, dass Suffizienz eine große Rolle in der GWÖ spielt.

Die Ausrichtung des Systems

Die Ausrichtung auf Gewinnmaximierung (um jeden Preis) ist mit fatalen Folgen für die Arbeitenden und die Natur verbunden.

Wie gut ein Land dasteht wird meist am Wachstum des BIP, des Bruttoinlandsprodukts, gemessen. Dass bei solchen Einschätzungen Mensch und Umwelt auf der Strecke bleiben, wird von verschiedenen Seiten kritisiert.

Trotzdem ist für Regierungen das Wachstum des Angebots von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft heute der entscheidende Indikator – genauso wie für Unternehmen das Wachstum des Gewinns.

Was ist anders in einer Gemeinwohl-Ökonomie? Statt des BIPs ist der Erfolgsindikator in der Gemeinwohl-Ökonomie die Gemeinwohl-Bilanz. Diese wird an diversen Faktoren gemessen.

Es zählen die Werte: Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und demokratische Mitbestimmung.

Diese Bilanz folgt einem Punktesystem. Unternehmen, die Mitglied des Vereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie e.V. sind, können schon jetzt eine Gemeinwohl-Bilanz nach 2020 Kriterien erstellen. Dabei werden auch nicht nur die am Unternehmen beteiligten Eigentümer und Finanzpartner beachtet, sondern auch Liferanten, Mitarbeiter*innen, Kund*innen sowie das gesellschaftliche Umfeld.

Im Anschluss wird die GWÖ-Bilanz von externen Prüfern geprüft. Zu den Unternehmen mit Gemeinwohl-Bilanz gehören z.B. der Ökostrom-Anbieter Polarstern, die Bio-Anbauverband Bioland, der Outdoor-Anbieter Vaude, die Krankenkasse BKK ProVita und der Trinkflaschen-Hersteller Soulbottles.

Wie eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt wird, erfährst du in [diesem Artikel].

Was denkst du? Welche Vorteile hat eine Gemeinwohl-Ökonomie und welche Nachteile?

Quellen:

Bild 1 von Clker-Free-Vector-Images (Pixabay)

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Bild 3 von OpenClipart-Vectors (Pixabay)


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