Generative Vermehrung ist die Vermehrung über Saatgut. Dabei vermischt sich das Genmaterial der Sorte neu, da mit jedem Samen eine neue Zusammenstellung der genetischen Eigenschaften entsteht.

Die meisten Blumen und Gemüsesorten bilden Samen aus und werden generativ vermehrt.

Samenernte Samenernte bei verschiedenen Arten von Samenständen

Samen

Samen sind Speicherorgane, die in ihrer Samenschale die Anlage einer neuen Pflanze tragen. Sie ist von Reservestoffen umhüllt, die unter den richtigen Bedingungen aktiviert werden und der "ungeborenen" Pflanze zur Verfügung gestellt werden, bis sie sich selbst versorgen kann.

Wie funktioniert generative Vermehrung?

Selbstbestäubung

Manche Pflanzen können sich selbst bestäuben. Der Pollen wird von Insekten oder dem Wind von einer Blüte zur anderen getragen. Theoretisch würde also eine einzige Pflanze ausreichen, um neue Samen zu produzieren. Allerdings ist auch hier sinnvoll, mehrere individuelle Pflanzen anzubauen, damit der Genpool innerhalb der Sorte möglichst vielfältig bleibt.

Bei Selbstbestäubern können mehrere Sorten einer Art eng nebeneinander angebaut und vermehrt werden, ohne dass sich die Sorten miteinander kreuzen. Beispiele für Selbstbestäuber sind Tomaten, Paprika, Andenbeeren, Salat, Erbsen, Stangen- und Buschbohnen.

Fremdbestäubung

Bei Fremdbestäubung kann sich nicht eine einzelne Pflanze selbst bestäuben, d.h. sie braucht den Pollen von anderen Pflanzen der gleichen Sorte. Die Bestäubung erfolgt durch Wind oder Insekten, die von Pflanze zu Pflanze fliegen. Um neue Samen zu erhalten, braucht es also in jedem Fall mehrere Individuen.

Bei Fremdbestäubern kann es vorkommen, dass sich Sorten einer Art oder Familie kreuzen, z.B. verschiedene Kürbissorten oder Mangold mit roter Rübe (beide Fuchsschwanzgewächse). Auch Wildsorten können sich mit einkreuzen, z.B. Feldsalat mit Melde. Daher sollten bei fremdbestäubenden Pflanzen mindestens 500 Meter Abstand zu anderen Sorten eingehalten werden.

Samenfestigkeit

Wer selbst Saatgut vermehrt, sollte auf Samenfestigkeit achten. Nur bei samenfesten Sorten geben die Mutterpflanzen ihre Eigenschaften an die nächste Generation weiter. F1-Hybrid-Sorten sind entweder steril oder liefern gemischte Ergebnisse.

Ein- und Mehrjährigkeit

Verschiedene Arten brauchen unterschiedlich lange, bis sie Samen ausbilden. Einjährige Pflanzen bilden schon nach einer Saison Früchte und Samen, bei Zwei- und Mehrjährigen dauert es entsprechend länger.


Quellen:

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