Pflanzenjauchen werden als organische Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Sie können leicht und preiswert selbst hergestellt werden, indem die Pflanzen längere Zeit in Wasser eingelegt, also "verjaucht" werden. Dadurch werden die darin enthaltenen Nährstoffe herausgelöst und können gezielt im Beet eingesetzt werden.

Im Vergleich zu manchen industriellen Düngemitteln ist der Nährstoffgehalt zwar geringer, häufig und regelmäßig ausgebracht erzielen Pflanzenjauchen allerdings auch sehr gute Ergebnisse.

Brennnesseljauche

Herstellung

Für die meisten Jauchen wird 1 kg frisches Pflanzenmaterial mit 10 Litern (Regen-)Wasser angesetzt und soll luftdurchlässig abgedeckt für einige Tage ziehen. Jeden Tag wird umgerührt, da die Lösung der Nährstoffe im Wasser Sauerstoff benötigt. Je länger das Gemisch steht, desto stärker die Nährstoffkonzentration.

Nach 14 Tagen sollte der Prozess in jedem Fall abgeschlossen sein. Die Jauche sollte dann nicht mehr Schäumen und eine dunkle Farbe haben.

Gegen die Geruchsbildung kann etwas Gesteinsmehl hinzugegeben werden.

Am wirksamsten sind die Jauchen, wenn die verwendeten Pflanzen im Frühjahr gesammelt werden. Die Pflanzen können auch getrocknet verwendet werden, dann reicht auch eine Menge von 200 g pro 10 Liter Wasser.

Für den Einsatz als Jungpflanzendünger oder als Pflanzenschutzmittel werden meistens schwächere Auszüge verwendet, die nur 12 - 24 Stunden ziehen, also nicht vergären. Daraus können auch Pflanzenbrühen hergestellt werden, wenn der Auszug nach dem Ziehen aufgekocht wird. Um die Wirkstoffe mancher Pflanzen zu extrahieren, empfehlen sich auch sogenannte Pflanzentees, die mit heißem Wasser aufgegossen werden.

Verwendung

Die fertige Pflanzenjauche wird 1:10 mit Gießwasser verdünnt und auf den Beeten ausgebracht. Gegossen wird am besten auf schon feuchte Erde, damit die Nährstoffe gut einziehen können.

Keimlinge und Jungpflanzen werden mit einer schwächeren Verdünnung von 1:20 gegossen.

Mischkulturen aus Kohl und Salat sollten nur vorsichtig mit Jauche gedüngt werden, da sie dadurch anfälliger für Salatfäule werden.

Geeignete Pflanzen für Jauchedünger

Brennnessel

Brennnessel

Brennessel und ihre Jauche enthalten Eisen und andere Mineralstoffe, sowie Phosphor, Kalium und Stickstoff, die das Wachstum fördern. Die enthaltene Kieselsäure stärkt außerdem die Zellwände und damit die Abwehrkräfte.

Für Brennnesseljauche werden alle oberirdischen Teile der Pflanze verwendet. Sie wirkt wachstumsfördernd und stärkend bei Obstbäumen, Beeren, Blumen und allen Gemüsepflanzen, jedoch mit der Ausnahme von Bohnen, Erbsen, Knoblauch und Zwiebeln.

Unverdünnt unter den Kompost gemischt fördert sie den Rotteprozess.

Beinwell

Beinwell

Beinwelljauche enthält Eiweiß, Kieselerde, Stickstoff und viel Kali.

Allgemein wird dadurch das Wurzelwachstum gefördert und damit die Knollen- und Fruchtbildung bei Kartoffeln, Kohl, Sellerie und Tomaten.

Auch Beinwelljauche wird aus der ganzen oberirdischen Pflanze hergestellt. Sie wirkt pflanzenstärkend, vor allem durch hohen Kalianteil.

Beinwell- und Brennesseljauche ergänzen sich in ihren Wirkstoffen und werden oft gemeinsam verwendet.

Sie bereichtert den Kompost bei Kalimangel.


Quellen:

  • Bio-Gärtner: Kräuterbrühen, Kräuterjauchen, Kräutertees: Rezepturen und Anwendungen
  • Wikimedia Commons: Brennnessel 1.jpg von Uwe H. Friese
  • Wikimedia Commons: 'Symphytum officinale' Comfrey Capel Manor College Gardens Enfield London England.jpg von Acabashi
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