In der Natur gibt es eigentlich keine unbedeckte Erde. Unbedeckte Flächen werden dort schnell von Pflanzen besiedelt oder von Laub bedeckt. So ist die Erde abgedeckt und der fruchtbare Boden vor Sonne, Wind und Regen geschützt.

Unter Mulch oder Mulchen versteht man das Bedecken des Bodens, um diesen nach dem Vorbild der Natur zu schützen.

Waldboden

Mulch schützt und verbessert den Boden

  • Mulch hilft gegen Austrocknung und Erosion.

  • Eine Mulchschicht hilft, Wärme im Boden zu behalten und nächtliches Auskühlen zu verhindern. Allerdings kann es so im Frühjahr auch länger dauern, bis sich der Boden erwärmt.

  • Im geschützten Boden fühlen sich wichtige Bodenlebewesen besonders wohl. Sie zersetzen die organische Mulchschicht langsam und verwandeln sie in fruchtbaren Humus.

  • Mulch hilft, Unkraut zu unterdrücken.

Richtig Mulchen

Gemulcht wird am besten nach der Aussaat. Auch Beete, die im Winter leerstehen, können mit einer Mulchschicht geschützt werden.

Dabei ist zu beachten:

  • Unter einer dicken organischen Mulchschicht bleibt der Boden im Frühjahr möglicherweise zu kühl, insbesondere bei Lehm- oder Tonböden. Man sollte daher den Wintermulch zunächst entfernen und nicht zu früh bzw. zu dick mulchen. Dunkles Material nimmt mehr Sonnenwärme auf. Helles Material reflektiert das Sonnlicht.

  • Nacktschnecken und Wühlmäuse finden unter der Mulchdecke gute Tagesverstecke und vermehren sich unter Umständen stärker. Hier hilft eine dünnere Mulchschicht und regelmäßige Kontrollen.

  • Ist die Schicht zu dünn, könnten sich doch Unkräuter durch die Mulchdecke kämpfen. Dann ist es außerdem schwieriger, sie zu bekämpfen, weil durch den Mulch nicht gehackt werden kann. Manchmal ist es daher besser, statt dem Mulchen den Boden immer wieder flach zu hacken.

  • Soll der Mulch zur Humusbildung beitragen, empfiehlt es sich, das Material gut zu zerkleinern. Eine Vorbehandlung des Mulchs (in einer Miete oder einem Mulchdepot) bringt Mikroorganismen in Gang und sorgt für eine schnelle Zersetzung im Beet. Die Mulchschicht muss gleichmäßig feucht bleiben, damit die Zersetzung nicht stoppt.

  • Generell sollte beim Mulchmaterial darauf geachtet werden, dass es keine chemischen Belastungen (bei Mulch aus Kompostieranlagen oder konventioneller Landwirtschaft), Gerbstoffe oder Harze, Pilze und Krankheiten, Schädlinge oder Unkrautsamen enthält.

Verschiedene Mulchsorten

Als Mulch eignet sich pflanzliches Material wie Heu, Stroh oder Laub. Auch angewelkter Rasenschnitt, Erntreste, gehäckselte Zweige, Brennnesseln oder unkrautfreier Kompost.

Letztendlich entscheidet der gewünschte Zweck des Mulchens bzw. die Verfügbarkeit verschiedener Materialien auf dem Gelände.

Strohmulch Abb. 1: Mulch aus Stroh

Mulch aus Stroh und Heu ist leicht und organisch gut abbaubar, schützt dabei den Boden und hält Feuchtigkeit.

Ideal ist eine Kombination mit Mist, wie sie zum Beispiel in Ställen als Einstreu anfällt. Stroh kann man mit Brennesseljauche oder Kompostwasser “animpfen”, um zusätzlichen Stickstoff einzubringen und die Zersetzung zu beschleunigen.

Heu und Stroh bringen allerdings häufig noch Samen von Wiesen- und Feldpflanzen mit sich.

Plastik-Mulch Abb. 2: Kunststoffbahnen als Mulch

Mulch mit Plastikflolie ist als nicht-organisches Material eine Sonderform von Mulch. Der Schutz vor Erosion und Unkraut ist hier zwar gegeben, wegen der undurchlässigen Folie muss allerdings darunter bewässert werden, z.B. durch Tröpfchenbewässerung. Schwarze Folie bewirkt eine starke Erwärmung des Bodens.

Alternativ kann auch Pappkarton oder Vlies als Flächenmulch verwendet werden, die eine bessere Belüftung unter der Abdeckung ermöglichen.

Die völlige Abdeckung ist gut geeignet, um Wiese in Beete zu verwandeln. Das Gras stirbt unter dem Flächenmulch ab, durch Löcher in der Abdeckung können schon bald Pflanzen gesetzt werden.

Rindenmulch Abb. 3: Rindenmulch

Sägespäne und Rindenmulch eignen sich gut, um den Boden zu schützen, zur Unkrautunterdrückung und als Wasserspeicher.

Rindenmulch und Sägespäne versauern allerdings den Boden und entziehen ihm Stickstoff. Daher ist eine Mischung mit stickstoffreichem Material wie Mist, Kompost oder Rasenschnitt sinnvoll.

Bei Stauden, Bäumen oder Sträuchern, die ein saures Milieu bevorzugen (z.B. Heidelbeeren), wird Rindenmulch auch pur verwendet.

Rindenmulch sollte mindestens 3 Monate vor dem Einsatz lagern, damit Gerbstoffe und Tannine abgebaut werden.

Kiesmulch Abb. 4: Mulch aus Kies

Kiesmulch wird von vielen als ästhetisch empfunden und gerne für Wege benutzt.

Mulch aus Kies, Steinen oder Lavagrus bewirkt, dass sich der Boden schneller erwärmt und hält auch die Wärme besser. Er eignet sich daher bei wärmeliebenden Pflanzen wie z.B. mediterranen Kräutern.

Grünmulch Abb. 5: Mulch aus Grünmaterial

Gejätetes Unkraut, Rasenschnitt, Gemüseabfälle oder Düngerpflanzen können direkt auf die Beete gelegt werden (Direktkompostierung).

Hier ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass keine kranken Pflanzen, keine Samen und keine wuchsfähigen Pflanzenteile (z.B. Rhizome von Quecken) aufs Beet kommen.

Zu dick aufgetragenes oder zu feuchtes Grünmaterial kann faulen.

Laub Abb. 6: Laubmulch

Laub entspricht am nächsten dem natürlichen Mulch im Wald.

Generell sollte Laubmulch allerdings nur vermischt oder zerkleinert eingesetzt werden, da sich sonst Fäulnis darunter bilden kann.

Verschiedene Bäume produzieren Laub mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Die Blätter von Obstbäumen oder Buchen eignen sich zusammen mit Mist oder Grasschnitt sehr gut für Mulch im Gemüsebeet. Eichenlaub ist saurer und wird unter Beerensträuchern oder Rhododendren ausgebracht. Walnuss, Kastanie und Platane haben schwer verrottendes Laub mit vielen Gerbstoffen, das als Mulch eher ungeeignet ist.

Nadelbäume

Auch Kiefern, Lärchen- oder Tannennadeln eignen sich als Mulch. Da sie sehr sauer sind, sollte zusätzlich alkalisches Material (z.B. Kalk) untergemischt werden.


Quellen:

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