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Die Vermüllung der Meere, Mikroplastik im Essen und in der Umwelt - Plastik als die große Umweltkatastrophe des 21. Jahrhunderts ist derzeit in aller Munde. Dabei ist eine Welt ohne Plastik kaum noch vorstellbar. Denn was würde allein die Medizin ohne Prothesen und Handschuhe aus Plastik machen?

Wie aber kann ich sinnvoll meinen Plastikverbrauch reduzieren? Wann ist Recycling zielführend und wann nur Augenwischerei? Welche Alternativen gibt es und sind diese immer besser für die Umwelt?

Aufgaben

Auch du kannst versuchen, im Alltag Plastik zu vermeiden! Überleg dir, was du konkret tun kannst, um Plastik zu reduzieren. Welche Ideen hast du?

  • Zum Einkaufen einen Stoffbeutel oder einen Rucksack mitnehmen
  • Loses Obst und Gemüse Verpacktem vorziehen
  • Kosmetika oder Putzmittel ohne Mikroplastik kaufen
  • Wachstuch statt Frischhaltefolie verwenden
  • Glasalternativen finden für Milch, Säfte, Oliven und anderes
  • Blockseife als Ersatz für Flüssigseife, -shampoo oder Duschgel verwenden
  • Für den Coffee-to-go eine eigene Tasse oder Thermobecher mitnehmen
  • Küchenrolle mit waschbaren Geschirrtüchern ersetzen
  • Verstecktes Plastik, z.B. in Synthetik-Kleidung vermeiden
  • Langlebige Materialien bevorzugen und secondhand kaufen
  • Trinkflaschen wiederverwenden
  • Lieber essen gehen oder selbst kochen, als Essen zu bestellen

Generell: weniger ist mehr, seien es Kosmetikprodukte oder Kleidung oder anderes!

37 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder und jede Deutsche durchschnittlich pro Jahr – das ist ungefähr so viel, wie 10 bis 11-Jährige wiegen. In einer Woche wären das dann circa 710 Gramm. Zum Vergleich: eine leere Milchpackung wiegt nur 34,7g.

Aufgabe: Wenn du in einer Woche 710g verbrauchst, und eine Milchtüte 34,7g wiegt, wie viele Milchtüten wären das in einer Woche?

Methoden der Plastikverwertung im Vergleich

Bewerte die hier genannten Methoden der Plastikverwertung. Was schätzt du, welche Kosten mit den einzelnen Methoden verbunden sind, gemessen in Aufwand, Energie oder Auswirkungen auf die Umwelt? Welchen Nutzen bringen sie für Wirtschaft und Umwelt? Welche Methode findest du am besten?

Mehrweg

Das Sammeln und Reinigen von Mehrweg-Verpackungen bedeutet einigen Aufwand (Transport- und Reinigungsenergie). Dafür spart man sich die Rohstoffe und Energie für die Neuherstellung. Die Methode ist am günstigsten für Umwelt und Wirtschaft, erfordert aber etwas Aufwand bei den VerbraucherInnen.

Recycling

Das Sammeln und Sortieren erfordert ziemlich viel Aufwand. Dafür spart man einige Kosten (Rohstoffe, Energie) bei der Neuherstellung. Die Methode ist also auch noch relativ günstig für Umwelt und Wirtschaft.

Kompostierung

Das Sammeln und Betreiben der Kompostieranlagen erfordert einigen Aufwand. Die entstehenden Stoffe (Humus, Wasser, CO2) kann man nicht mehr direkt für neue Kunststoffe verwenden. Dafür kann man neue Rohstoffe nachwachsen lassen, aus denen man Bioplastik herstellt. Das ist allerdings im Vergleich recht aufwändig und braucht relativ viele Energie und Platz. Biologische abbaubares Plastik ist in Landwirtschaft und Gartenbau praktisch, wo es einfach untergepflügt werden kann.

Verbrennung

Die Logistik ist hier relativ einfach, und bei der Verbrennung entsteht immerhin noch Energie. Dafür gehen die Rohstoffe für immer verloren, für neues Plastik müssen neue Rohstoffe gewonnen werden, und für die Neuherstellung wird wieder Energie verbraucht.

Deponie

Die Logistik ist hier sehr einfach, allerdings gehen auch hier die Rohstoffe verloren. Die Umwelt nimmt schaden, wenn neue Deponieren eröffnet werden (Flächenverbrauch) oder wenn bei bestehenden Deponien durch Lecks giftige Stoffe in die Luft oder in das Grundwasser gelangen.

Fazit: Wir finden die Wiederverwendung und die Müllvermeidung am besten - so entsteht das Verwertungsproblem gar nicht erst. Unsere zweite Wahl wäre das Recycling: wenn der Stoffkreislauf geschlossen wird, bleiben Rohstoffe im System, allerdings benötigt auch dieser Prozess noch einiges an Transport- und Herstellungs-Energie.

Verpackungen umgestalten

Schaut euch euren nächsten Wocheneinkauf an. Was ist alles in Plastik verpackt? Vielleicht kommt eines eurer Lieblingsprodukte in einer besonders üppigen Verpackung daher? Hättet ihr Vorschläge an die Hersteller, wie die Verpackungen plastikfrei oder wenigstens sparsamer sein könnten? Die Kontaktadressen findet ihr leicht im Internet. Schreibt einfach eine nette Mail mit euren Anregungen oder kreiert euren eigenen Designvorschlag - vielleicht wird er umgesetzt!

![Kritische Mail]()

Müllfresser designen

Mülltrennen findest du kompliziert und langweilig? Oder du bemühst dich um korrekte Trennung aber die anderen verstehen es einfach nicht?

Entwirf Beschriftungen für eure Sammelbehälter zuhause oder überleg dir ein lustiges Kunstprojekt für die Wertstoff-Container auf der Straße – durch ein neues Design macht das Mülltrennen mehr Spaß und wird verständlicher!

Trennen für Profis

Wie würdest du diese Produkte möglichst umweltfreundlich entsorgen, wenn du sie nicht mehr brauchst?

Wohin mit dem Sahnebecher?

Nein. Nichts an diesem Sahnebecher ist aus Glas.

Diese Lösung ist nicht richtig.

Die Lösung ist richtig!

Fast. Das sind noch nicht alle richtigen Antworten!

Leider nicht ganz einfach: Die Papierbanderole kommt ins Altpapier, der Plastikbecher in den Plastikcontainer und der Aludeckel in den Metallcontainer. Wenn ihr einen Gelben Sack oder eine Gelbe Tonne habt, können sowohl Plastikbecher und Aludeckel hinein - allerdings ziehst du den Deckel am besten vorher ab.

Wohin mit dem Getränkekarton?

Nein - im Getränkekarton ist zwar Metall enthalten, es kann aber nicht wiedergewonnen werden.

Nein; im Getränkekarton ist zwar Papier enthalten, aber in der Papierfabrik kann man das unter der Plastik- und Alu-Beschichtung nicht herausholen.

Richtig! Und zwar am besten Deckel und Karton getrennt.

Wohin mit dem Teebeutel?

Nein - bei manchen Teebeuteln ist zwar eine Metallklammer dran, sie stört aber nicht in der Kompostieranlage.

Naja - du kannst das Schildchen natürlich abtrennen und extra recyceln, aber es stört beim Kompostieren nicht.

Genau. Achtung bei den sogenannten Pyramidenbeuteln: meist sind diese aus Nylon - das musst du dann eigentlich aufwändig extra entsorgen. Nur bei Biotee ist das feine Netz aus kompostierbarem Kunststoff. Oder du kaufst gleich Papierbeutelchen.

Wohin mit der Molkedrink-Flasche?

Nein - das Innere der Flasche ist nicht aus Glas.

Nein - nichts an der Flasche ist aus Papier.

Ja genau! Und am besten nimmst du noch die einzelnen Plastiksorten auseinander - Deckel (aus Polypropylen), Plastikmantel (der ist aus Polystyrol) und die Flasche selbst (aus Polyethylenterephtalat)

Wohin mit dem alten Handy?

Nein, der ist meistens aus Kunststoff. Wichtig ist das Recycling der seltenen Metalle, die im Handy verbaut sind. Das passiert in der Elektronik-Sammelstelle.

Guter Gedanke, aber das kann die spezielle Sammelstelle besser.

Richtig!

Kunststoffsorten erkennen

Schau dir nochmal deine Alltagsgegenstände an. Welche Kunststoffsorten kannst du erkennen?

Du kannst dich an den Beispielen oben orientieren, aber genaue Auskunft gibt dir der Kunststoff-Code, der auf den meisten Plastikgegenständen eingestanzt ist.

Die Nummern stehen für die verschiedenen Plastiksorten:

  • 1 = PET
  • 2 = HDPE (High Density Polyethylen, Polyethylen hoher Dichte)
  • 3 = PVC
  • 4 = LDPE (Low Density Polyethylen, Polyenhylen niedriger Dichte)
  • 5 = PP
  • 6 = PS
  • 7 = Other (Andere)

Notiere dir deine Ergebnisse. Welche Gegenstände sind aus welchem Kunststoff?


  • Abb.: Kunststoffcode 1PETE, Wikipedia von Tomia

Kunststoff-Code

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