Social Scoring - 1

Hast du schon einmal bei einem Online-Händler Waren per Lastschriftverfahren oder auf Rechnung bestellt oder kennst du Personen, die das getan haben?

Bei diesen Zahlungsmethoden geht das Geld erst nach der Versendung der Ware bei dem Händler ein. Für den Kunden ist die Bezahlungsart sehr praktisch, denn er erhält die Ware schnell und kann sie auch zurücksenden ohne dass sein Geld hin- und zurückgeschoben wird. Der Händler trägt allerdings ein höheres Risiko für Zahlungsausfälle. Um sein Risiko zu minimieren bedient sich der Händler sogenannte Scoring-Verfahren.

Das Wort „Scoring“ stammt von dem Englischen Wort „to score“ ab, was so viel wie „Punkte sammeln“ bedeutet. Über ein Scoring-Verfahren soll die Zahlungsfähigkeit (Bonität) eines Kunden überprüft werden. Ein besonders hoher Wert (Score) spricht für eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde die Ware auch tatsächlich bezahlt, ein niedriger Wert spricht für eine geringe Zahlungswahrscheinlichkeit.

Wie dieser Score berechnet wird, ist für Konsumenten nicht unbedingt transparent. Es gibt sogenannte Scoring-Dienstleister, die sich u.a. Auskunfteien, wie der Schufa, und öffentlich zugänglichen Verzeichnissen, aber auch den Datenbanken von Unternehmen bedienen und aus diesen Daten einen individuellen Score für jeden Kunden berechnen und in Sekundenschnelle an den Händler weiterleiten. In den Wert spielt unter anderem frühes Zahlungsverhalten mit rein. Aber auch andere Variablen, wie die Wohngegend oder das Zahlungsverhalten der Eltern bzw. des Partners, können eine Rolle bei der Berechnung der Zahlungswahrscheinlichkeit spielen. Der Händler kann für sich selbst festlegen, ab welchem Wert er die Bezahlungsmethoden auf Rechnung und per Lastschrift anbietet und bei welchem Wert ihm das Risiko zu hoch ist.

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