Um auf die heute gültige Theorie von Darwin zu kommen, hat es in der Geschichte viele verschiedene Ansätze gegeben. Zu Beginn ging man noch von einer Konstanz der Arten aus und erst mit der Zeit gewannen Beweise für Artenwandel, wie z.B. Fossilien, immer mehr an Bedeutung.

Artkonstanz

Vorstellung, dass alle rezenten Arten schon immer in ihrer momentanen Form existieren

Artwandel

Vorstellung, dass Arten sich verändern bzw. anpassen können und unter Umständen auch neue Arten entstehen können

Historische Ansätze

Bis ins 19. Jahrhundert war die Artkonstanz die allgemein verbreitete Auffassung. Grund dafür war zum Teil die Kirche, da sowohl in der Bibel, als auch in der Thora Gott als Schöpfer aller Arten dargestellt wird. Diese Auffassung wird heute als Creationismus bezeichnet.

George Cuvier – Katastrophentheorie

Cuvier, ein renommierter Wissenschaftler aus Paris, stellte 1808 bei der Untersuchung der geologischen Schichtung im Pariser Becken fest, dass in jeder Schicht andere Fossilien sind. Daraufhin stellte er die Katastrophentheorie auf, die erklären sollte, warum Arten erscheinen und später wieder verschwinden:

Nach dieser Theorie gibt es in verschiedenen geographischen Zonen der Erde verschiedene Arten, auch wenn es Überschneidungen gibt. Durch eine größere Katastrophe in einem Gebiet werden dort manche Arten ausgelöscht. Wenn eine Art ausgelöscht wird, die es nur in diesem einen Gebiet gab, ist diese Art ausgestorben.

Arten können hinzukommen, indem sie aus anderen Gebieten einwandern. Dies erklärt, dass zu verschiedenen Zeiten verschiedene Arten im Pariser Becken lebten, trotzdem gehört dieser Ansatz zur Artkonstanz, da Arten zwar aussterben, aber keine neuen Arten gebildet werden.

fossil

Jean-Baptiste de Lamarck - Aktiver Anpassungsprozess

Was Lamarck um 1800 zu dieser Theorie veranlasste, ist nicht bekannt. Lamarck war ein Anhänger des Artwandels. Laut Lamarck können Tiere sich willentlich anpassen und erworbene Eigenschaften vererben. Lamarck fasste dies in folgenden Regeln zusammen:

  • Der vermehrte Gebrauch eines Organs stärkt dieses Organ
  • Der Nicht-Gebrauch eines Organs führt zu dessen Rückbildung
  • Veränderungen, die während der Lebzeit auftreten, werden an die Kinder vererbt.

Dieser Prozess wird aktive Anpassung genannt, da die Lebewesen sie willentlich steuern können. Lamarck erzählte dazu gerne folgendes Beispiel:

Giraffen leben in trockenen Regionen, wo kaum frisches Gras wächst, deshalb essen sie das Laub von den Bäumen. Zuerst essen sie das Laub von ganz unten; aber je mehr Laub sie essen, desto weiter müssen sie ihren Hals strecken, um an das Laub zu kommen. Deshalb wird der Hals immer länger.

giraffe

Charles Darwin - Selektionstheorie (Aktualitätsprinzip)

1858/ 1859 veröffentlichte Charles Darwin sein epochales Werk "On the Origin of Species", das schnell weite Kreise zog. Darwins Evolutionstheorie wird heute unter wissenschaftlichen Kreisen kaum angezweifelt, da diese schlüssig und vielfach belegt ist.

Darwins Theorie wurde allerdings scharf kritisiert, insbesondere von der christlichen Kirche. Diese beharrte auf der herausragenden Rolle des Menschen in der Schöpfung. Darwin behauptete allerdings, dass Mensch und Affe gemeinsame Vorfahren haben, der Mensch also "nur" ein Tier ist.

Darwins Überlegungen basieren auf einer Weltreise von 1831 bis 1836, bei der er an verschiedenen Orten Tiere und Pflanzen untersuchte.

Er stellte fest:

  • Alle Arten mehr Nachkommen produzieren als nötig → manche der Nachkommen sterben frühzeitig
  • Sich alle Nachkommen einer Art geringfügig unterscheiden
  • Ressourcen, wie z.B. Nahrung, Lebensraum, Brutplätze und Fortpflanzungspartner knapp sind und die Individuen darum konkurrieren müssen

Dazu stellte er folgende Regeln auf:

  • Variabilität : Bei der Fortpflanzung kommt es zu genetischen Unterschieden.

  • struggle for life: Durch Umweltbedingungen und unterschiedliche genetische Bedingungen entsteht Konkurrenz ums Leben.

  • natural selektion: Die Individuen, die schlecht an die Umwelt angepasst sind, haben die geringsten Überlebenschancen, werden also auf lange Sicht "aussortiert".

  • survival of the fittest: Die, die die größte biologische Fittness aufweisen, haben die besten Chancen, sich fortzupflanzen und ihr Erbgut weiterzugeben.

Zusammenfassung

Cuvier

Lamarck

Darwin

Katastrophentheorie

Aktiver Anpassungsprozess

Selektionstheorie

(Aktualitätsprinzip)

Cuvier bezog die Fossilien in seine Theorie mit ein. Seiner Meinung nach wurden alle Arten zu Beginn geschaffen und ein Teil bei einer Katastrophe vernichtet. Diese vernichteten Arten sind die Fossilien.

Lamarck beschrieb die Entwicklung zu den rezenten Lebewesen als aktiven Anpassungsprozess. Durch das Bedürfnis nach Anpassung entsteht je nach Gebrauch und Übung eine Vervollkommnung oder aber durch Nichtgebrauch eine Verkümmerung des Körperorgans. Weiter ging er davon aus, dass diese Veränderungen an die Nachkommen vererbt werden.

Wie auch Lamarck glaubte Darwin daran, dass die Arten wandelbar sind. Sein Aktualitätsprinzip beschreibt den Vorgang der Selektion und damit ständige Aktualisierung der Arten. Dabei kommt es durch die Umweltbedingungen zur Konkurrenz und je nach Beschaffenheit des Lebewesens zum Überleben oder Aussterben.

gut, dass Fossilien mit ein bezogen werden; aber noch immer falsch

gut; allerding sind Änderungen am Phänotyp nicht genetisch und somit nicht vererbbar

gültige Theorie

(Änderungen am Genotyp)


Quellen

  • [http://www.spektrum.de/lexikon/biologie]; Evolutionstheorien, Darwinismus, Katastrophentheorie, Lamarckismus
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