Damit es nicht ständig zu Auseinandersetzungen kommt, die die Fitness und Energie dier Individuen herabsetzt, haben sich einige Verhaltensweisen herausgebildet um die Aggression zu kontrollieren.

Rangordnungen & Hierachie

Wenn man das Verhalten der verschiedenen Mitglieder einer Gruppe individuell und auch ihr Verhältnis zu der Gruppe insgesamt analysiert, resultiert aus solchen Beobachtungen eine Rangordnung bzw. Dominanzhierachie.

Ebenso sollten die Dominanzbeziehungen (lat. dominare = beherrschen) zwischen den Individuen in verschiedenen Geschlechts- und Altersklassen beobachtet werden. Manche Ränge werden auch vererbt, z.B.: das Alpha Weibchen vererbt ihren Rang an ihre Nachkommen. (nepotistische Rangordnung)

Wenn man Tiere, z.B.: Hühner, die sich noch nicht kennen, in ein Gehege sperrt, treten nach kurzer Zeit Auseinandersetzungen auf, die durch einen Kommentkampf namens "Hacken" ausgetragen wird. Dadurch entwickelt sich eine Hackordnung, die hier eine lineare Rangordnung (Dominanzhierachie) darstellt. An der Spitze kontrolliert das Alpha-Huhn alle anderen. Das unter dem Alpha-Huhn stehende Beta-Huhn kontrolliert alle anderen mit Ausnahme des Alpha-Huhns. Nach dem Beta-Huhn folgt das Gamma-Huhn und Delta-Huhn, etc...

Aber lineare Rangordnungen sind eher selten. Auch lineare Dreiecksbeziehungen (Alpha dominiert über Beta, Beta über Gamma, aber Delta dominiert Alpha) kommen vor. Dominanzbeziehungen sind jedoch viel komplexer als auf den ersten Blick und man müssten das Verhalten der Population untereinander in Konfliktsituationen beobachten, um ein genaures Bild von den Beziehungen zu bekommen.

Oft sind wichtige Eigenschaften, die die Ranghöhe eines Lebewesens bestimmen, Körpergröße, physische Lage und Kampfkraft.

Das ranghöchste Tier hat den Vorteil, dass es als erster auf Ressourcen (Nahrung oder Fortpflanzungspartner) zugreifen kann, und die rangtiefen Tieren werden vor Kämpfen oder Erschöpfung geschützt.

Reviere & Territorien

Das Revier einer Gruppe wird wie bei einer Dominanzhierachie durch Kämpfe und Auseinandersetzungen gebildet und es werden klare Regeln und Grenzen festgelegt, um weitere Konflikte zu vermeiden.

Ein Revier oder Territorium ist ein Bereich, der von einem oder mehreren Individuen gegen Artgenossen verteidigt und besetzt wird. Die meisten Reviere beschränken sich auf einen besetzten Ort und die Größe des Reviers wird durch die Größe der Tierart, die Funktion des Reviers und die Menge an Ressourcen bestimmt.

Es gibt zwei Arten von Revieren:

  • Das Individualrevier wird nur von einem Tier bewohnt

  • Das Gruppenrevier wird von mehreren Tieren bewohnt.

Außerdem besitzen viele Tierarten mehrere Reviere für bestimmte Funktionen, z.B.: ein Revier für die Jagd (Nahrungssuche), den Schlaf, die Paarung oder der Brutpflege. Diese Reviere unterscheiden sich aufgrund ihrer Funktion und Eigenschaften von den anderen Revieren.

Die Begriffe Revier und Territorium bedeuten zwar dasselbe, aber der Begriff Revier wird eher mehr bei Vögeln verwendet und der Begriff Territorum eher mehr bei Säugetieren.

Neben den Territorien gibt es auch Streifgebiete, bei denen sich Tiere zwar regelmäßig aufhalten, aber wo andere Artgenossen nicht vertrieben werden. Meist sind sie eine Art neutrales Gebiet zwischen den Territorien oder das Streifgebiet beinhaltet eine Nahrungsquelle, dessen Verteidigung zu aufwendig wäre.


Quellen

  • http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/aggression/1485
Kommentieren Kommentare