Damit in der Datenbank auch die richtige Struktur ist, um Daten gut einzupflegen, zu verändern und abzufragen, muss man sich die reale Situation, die man in der Datenbank abbilden möchte, gut anschauen und geeignet in ein Modell übertragen. Dabei hilft ein objektorientiertes Datenmodell, auch Objektmodell genannt.
In einem objektorientierten Datenmodell kann man (zum Beispiel in einem Klassendiagramm) direkt alle relevanten Klassen, Attribute und Beziehungen sehen. Wie immer in einem Modell sollte hierbei auf das Nötige reduziert werden. Was für die Arbeit mit den Daten wichtig ist, steht im Pflichtenheft.

Vorgehen bei der Modellierung

Beim Modellieren geht man häufig von einem oder mehreren Texten (Userstories) aus und muss identifizieren, was wichtig für das Modell ist.
Auch wenn man sich selbst manchmal denkt "Aber das ist doch auch wichtig" sollte man sich auf die Angaben aus den Texten konzentrieren, damit das Modell nicht unnötig unübersichtlich wird!

Objekte identifizieren

Zunächst sucht man aus den Texten alle Objekte (Ja, in der Informatik können auch Menschen Objekte sein) heraus, die vorkommen. Häufig sind es die Subjekte eines Satzes. Man kann sie zum Beispiel in einer Farbe unterstreichen.
Beispiel: "Das X7 Mountainbike hat 21 Gänge, das G21 Rennrad nur einen. Die Mountainbike-Reifen haben 20 Zoll und sind rot."

Klassen identifizieren

Als Nächstes fasst man diese Objekte in Klassen zusammen. Manchmal stehen auch schon Klassen in den Texten. Diese kann man dann direkt verwenden.
Beispiel: "Das X7 Mountainbike hat 21 Gänge, das G21 Rennrad nur einen. Die Mountainbike-Reifen haben 20 Zoll und sind rot."
Die Klasse zu Mountainbike und Rennrad ist FAHRRAD, die zu Mountainbike-Reifen ist REIFEN.

Attribute identifizieren

Man sucht nun alle Eigenschaften (in der Informatik: Attribute) zu den Klassen heraus. Dabei sollte man für gegebene Attributwerte passende Bezeichner finden.
Beispiel: "Das X7 Mountainbike hat 21 Gänge, das G21 Rennrad nur einen. Die Mountainbike-Reifen haben 20 Zoll und sind rot."
Für die Klasse FAHRRAD finden sich die Attribute Modell und Gangzahl. Je nach Szenario ist eventuell auch noch die Art ein Attribut. Für die Reifen ist es die Größe und die Farbe:
FAHRRAD(Modell, Gangzahl, Art)
REIFEN(Größe, Farbe)

Beziehungen zwischen den Klassen

Zuletzt schaut man, welche Verbindungen es zwischen den Klassen gibt. Diese sollte man nur angeben, wenn sie von der Situation verlangt sind.
Beispiel: "Das X7 Mountainbike hat 21 Gänge, das G21 Rennrad nur einen. Die Mountainbike-Reifen haben 20 Zoll und sind rot."
Ein FAHRRAD hat REIFEN. Für's Erste wird diese Beziehung nur ohne genauere Angaben im Klassendiagramm dargestellt. Interessierte können sich Beziehungen zwischen Tabellen anschauen.
Modellierung Fahrrad Reifen

Beispiel: Musikdatenbank

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