Kriterien für nachhaltige Ernährung

Kriterien nachhaltiger Ernährung sind unter anderem Regionalität, Saisonalität und die Reduzierung von tierischen Anteilen, aber auch noch mehr.
Eine gute Methode, um den Einfluss unseres Verhaltens auf die Umwelt zu messen, ist der ökologische Fußabdruck. Damit wird die Fläche berechnet, die wir für die Produktion von Nahrungsmitteln und Kleidung sowie die Art und Weise wie wir wohnen, uns fortbewegen und unseren Müll entsorgen, benötigen. Es wird sozusagen der "Naturverbrauch" gemessen. Wenn jedem Menschen für diese Dinge die gleiche Fläche zur Verfügung gestellt werden würde, bekäme jeder rund 1,7 globale Hektar pro Jahr (Stand 2011). Der weltweit durchschnittliche Verbrauch liegt jedoch bei 2,7.

Regionalität

Regionalität bedeutet, dass die Lebensmittel, wenn möglich, aus der Nähe kommen und nicht aus anderen Kontinenten eingeflogen und mit Schiffen transportiert werden.
Beim Transport von Lebensmitteln gelangen schädliche Treibhausgase in die Atmosphäre.
Die Herkunft von Obst und Gemüse muss in Deutschland gekennzeichnet werden. So hat der Verbraucher den Überblick, woher seine Lebensmittel kommen.
Karotten
Abb. 1: Karotten
Kartoffeln
Abb. 2: Kartoffeln

Saisonalität

Mit Saisonalität ist gemeint, dass Lebensmittel dann gekauft werden, wenn sie gerade natürlicherweise wachsen.

Erdbeeren im Dezember? Das muss nicht sein!

Wenn das Gemüse oder Obst hier bei uns nicht Saison hat, muss es aus anderen Regionen oder Ländern importiert werden.Dabei legt es weite Strecken zurück, bis es bei uns im Supermarktregal liegt. Auf den Transportwegen werden wiederum Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt. Die Saisonalität steht also in engem Zusammenhang mit der Regionalität. Wenn man saisonal einkauft, dann sind dies oft die Obst- und Gemüsesorten, die aus der Region stammen. Sie haben gerade Saison.
Erdbeere im Schnee
Abb. 3: Erdbeere im Winter
In sogenannten Saisonkalendern kannst du dich informieren, wann welches Gemüse oder Obst bei uns wächst. Bestimmte Obstsorten wachsen überhaupt nicht bei uns und müssen übers ganze Jahr hinweg importiert werden.
Saisonkalender
Abb. 4: Saisonkalender für Obst und Gemüse

Tierische Produkte reduzieren

Tierische Anteile zu reduzieren, bedeutet nicht nur weniger Fleisch zu essen, sondern auch weniger Produkte von Tieren - etwa Milch, Eier und Käse zu konsumieren oder ganz auf diese Produkte zu verzichten. Warum eigentlich?
In der Landwirtschaft entstehen durch den Einfluss des Menschen Treibhausgase, die in die Atmosphäre gelangen. Das schädliche Treibhausgas Methan (CH4\mathrm{CH_4}) wird vor allem bei der Viehzucht freigesetzt. Methan wirkt als Treibhausgas 25fach stärker als CO2\mathrm{CO_2} und trägt somit erheblich zum Treibhauseffekt bei.
Zudem müssen die Futtermittel für die Tiere angebaut werden. Über 40 Prozent der Ernte von Weizen, Roggen, Hafer und Mais wandern direkt in die Futtertröge. Gerade in Europa reicht die Anbaufläche dafür nicht aus. Deshalb wird den Tieren zum Beispiel auch Soja aus Südamerika verfüttert. Der weite Transportweg verursacht weitere CO2-Emissionen.
Ein zusätzliches Problem besteht in der Rodung des Regenwaldes, die für den Soja-Anbau in Südamerika durchgeführt wird. Mit der Umwandlung von Regenwald in Ackerflächen gehen nicht nur wichtige CO2-Speicher verloren, sondern auch Ökosysteme und damit Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Mit einer Reduzierung des eigenen Fleischkonsums oder einer vegetarischen bzw. veganen Lebensweise trägt jeder Mensch zum Klimaschutz bei.
Viehzucht
Abb. 5: Etwa 45\frac{4}{5} der Treibhausgasemissionen, die durch Landwirtschaft entstehen, werden von der Viehzucht verursacht.
Die große Menge Futtermittel, die Europa impotiert, muss anderswo angebaut werden. Das beansprucht sehr viel Fläche, die diese anderen Länder dann nicht mehr für sich nutzen können. Der Kauf der Futtermittel, ist also gewissermaßen der Kauf von mehr Platz.
Mit 35% hat unsere Ernährung den größten Anteil an unserem ökologischen Fußabdruck. An zweiter Stelle stehen Energie und Wohnen mit 25%, dann kommt der Verkehr mit 22% und schließlich der restliche Konsum mit 18%. Eine fleischlose Ernähung oder auch nur ein geringerer Fleischkonsum hätten also einen sehr positiven Effekt auf unseren ökologischen Fußabdruck - und es ist sehr viel leichter, seine Essgewohnheiten zu ändern, als die Art und Weise, wie man wohnt.

Müllvermeidung

Jährlich produzieren die Deutschen pro Kopf 82 kg Lebensmittelabfälle. Im Durchschnitt werfen wir jedes achte Lebensmittel weg.
Global betrachtet ergibt dies ein noch größeres Problem: knapp ein Drittel der Lebensmittel landet weltweit in der Mülltonne.
Was genau landet bei den Deutschen in der Tonne?
Obst und Gemüse
ObstGemüse
44%
Backwaren, sowie andere Teigwaren (z.B. Nudeln)
Backwaren
20%
Speisereste
Speisereste
12%
Milchprodukte
Milchprodukte
8%
Getränke
7%
Fleischwaren und Fisch
Fleischwaren
6%
Sonstiges (z.B. Süßigkeiten)
Süßigkeiten
3%
Beobachte eine Woche lang dein Verhalten: was landet (vielleicht noch ungeöffnet) in der Mülltonne?
Quellenangaben
Kommentieren Kommentare

Kurt 2020-02-03 12:11:42+0100
Man braucht überhaupt kein Fleisch zu essen, dadurch verringert man seinen ökologischen Fussabdruck enorm.
Nanami 2020-04-01 18:54:55+0200
Danke für den Hinweis! Gemeint ist Reduzieren oder am besten Verzicht. Ich habe das jetzt eingebaut. :-)
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