Gewaltfreie Kommunikation ist ein Handlungskonzept, das von dem amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Es soll Gesprächspartnern und -partnerinnen zu mehr gegenseitigem Verständnis, Respekt, Vertrauen und Wertschätzung in der Kommunikation verhelfen. Die Methode ist beeinflusst von Ansätzen des amerikanischen Psychologen Carl Rogers und Mahatma Ghandi. Sie basiert auf vier Komponenten, die es ermöglichen sollen, sich ehrlich auszudrücken und empathisch zuzuhören.

Die vier Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation:

  • Beobachtungen: Was höre und sehe ich? Eine Situation beobachten und beschreiben ohne zu bewerten.
  • Gefühle: Welche Gefühle habe ich in der Situation? Die Gefühle benennen.
  • Bedürfnisse: Welche Bedürfnisse leiten meine Gefühle? Bedürfnisse formulieren.
  • Bitten: Mein Gegenüber um das bitten, was ich brauche.

Beispiel:

Eine Frau sagt zu ihrer Freundin: „In letzter Zeit haben unsere Verabredungen sehr häufig nicht stattgefunden. Ich ärgere mich, wenn Du häufig kurzfristig absagst. Ich habe mir die Zeit frei gehalten und würde mir mehr Wertschätzung dafür wünschen und brauche mehr Verbindlichkeit für ausgemachte Termine. Kannst Du Dir die ausgemachte Zeit nächstes Mal bitte freihalten?“

Am Beispiel kann man sehen, wie die Person zuerst das beobachtete Verhalten und ihre Gefühle dazu zum Ausdruck bringt. Sie spricht dann über ihr Bedürfnis – mehr Planungssicherheit und Wertschätzung- und bittet im vierten Schritt darum, dieses zu berücksichtigen.

Grundgedanken der GFK

Rosenberg geht davon aus, dass jeder Mensch gern bereit sei, etwas für einen anderen Menschen zu tun, sofern er höflich gebeten wird und sich nicht unter Druck gesetzt fühlt. Er sieht Empathie als Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation. Die GFK hilft Menschen, sich verständlich auszudrücken und Einfühlungsvermögen bei sich selbst und im Gesprächspartner zu entwickeln. So können Personen motiviert werden, Bedürfnisse zu erfüllen und gelingende menschliche Beziehungen zu gestalten.

Wo GFK eingesetzt werden kann

Das Konzept der GFK kann in privaten Beziehungen wie auch im beruflichen Kontext, Schule oder Studium, in Therapie und Beratung oder Verhandlungen eingesetzt werden und wird heute weithin genutzt. Es ist dabei nicht unbedingt erforderlich, dass beide Kommunikationspartner die GFK kennen und anwenden.

Wobei GFK hilft

Die GFK hilft, sich selbst zu reflektieren, besser zuzuhören, empathisch zu handeln und die Beziehung zu anderen zu verbessern. Nach Rosenberg fungiert sie wie eine Tür, die auf allen Ebenen der Kommunikation und in den unterschiedlichsten Situationen geöffnet werden kann. Sie fördert Tiefe und Achtsamkeit im Kontakt mit anderen.


Quelle:

  • Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation
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