Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip, nach dem bestehende Systeme nur soweit beeinflusst werden, dass ihre Funktionalität und Stabilität langfristig erhalten bleibt. In der Praxis bedeutet das, dass natürliche Systeme, wie z.B. ein Wald, nur so weit verändert werden (z.B. durch Holzernte oder andere Eingriffe), dass sie sich selbst wieder regenerieren können.

Wortbedeutung

Das Wort "nachhaltig" trägt ursprünglich die Bedeutung von "lang anhaltend" oder "dauerhaft". "Nachhaltigkeit" als Prinzip für die forstwirtschaftliche Ressourcennutzung wurde im 18. Jh. durch Hans Carl von Carlowitz geprägt. Demnach durfte nicht mehr Holz gefällt werden, als von selbst wieder nachwachsen kann.

Moderne Definition

Die Übertragung des Begriffes auf andere ökologische, ökonomische und soziale Systeme erfolgte auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992.

Aus dem Anliegen, künftige Politik am Leitbild der Nachhaltigkeit zu orientieren, entstand folgende Definition für den Begriff "Nachhaltige Entwicklung".

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

„Im wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozeß, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.“

Demnach umfasst nachhaltige Entwicklung die Gerechtigkeit zwischen und innerhalb der Generationen. Natürliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Systeme sollen so erhalten oder gestaltet werden, dass sie jetzt und künftig funktionieren können.

Nachhaltigkeitsbereiche Abb.1: Die drei Bereiche der Nachhaltigkeit

Oft werden hier noch weitere Bereiche ergänzt, die für eine nachhaltige Entwicklung wichtig sind, z.B. Politik, Kultur, Rechts- und Gesundheitswesen.

Nachhaltigkeitsstrategien

Es gibt drei wichtige Strategien für die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung:

Effizienz

Die Effizienzstrategie zielt auf technische Lösungen für nachhaltige Produkte und Prozesse. Effizienz heißt, dass möglichst gute Ergebnisse mit möglichst wenig Einsatz von Ressourcen, Energie und Zeit erzielt werden. Ein effizienter Kühlschrank braucht zum Beispiel wenig Strom, hat während seiner Herstellung wenig Ressourcen beansprucht und hat eine lange Lebensdauer.

Konsistenz

Die Konsistenzstrategie gilt für den Umgang mit Ressourcen und die Gestaltung von (Produktions-)Prozessen. Konsistenz heißt, dass wir die Stoffe und Kreisläufe der Natur nutzen, ohne sie zu zerstören bzw. aufzubrechen. Auch technische Kreisläufe sollen sich am Vorbild der Natur orientieren und in sich geschlossen sein. Beispiele sind die Nutzung von erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffen, oder das Schließen des Wasserkreislaufs durch die Wiederaufbereitung von Abwasser.

Suffizienz

Die Suffizienzstrategie betrifft das Verhalten der Menschen. Nachhaltiges Verhalten heißt, alle Entscheidungen bzgl. des Lebensstils (Konsum, Mobilität, Energie etc.) nach Nachhaltigkeitskriterien zu treffen. Der Fokus liegt auf wirklichen Notwendigkeiten, Verschwendung wird vermieden. Einige Möglichkeiten sind Tauschen, Wiederverwenden und Teilen (z.B. über Carsharing oder die Nutzung von Werkzeugpools).

Außerdem spielt die Partizipation aller Teilhaber bei einer nachhaltigen Entwicklung eine große Rolle. Das heißt, dass alle beteiligten Menschen ein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht bei der Umsetzung dieser Strategien haben sollen. Andernfalls ist oft die Akzeptanz für neue Techniken oder Ideen sehr niedrig.

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Quellenangabe

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