Social Scoring - 2

Big Data liefert mittlerweile ganz neue Möglichkeiten die Zahlungsfähigkeit von Personen auch aufgrund von erhobenen Daten aus sozialen Netzwerken, wie z.B. Facebook und Xing, oder aus anderen im Internet hinterlassenen Datenspuren einzuschätzen. Informationen zum Schulabschluss, zum beruflichen Werdegang, dem Arbeitgeber spielen genauso eine Rolle, wie Kenntnisse über die Freunde und dessen Bonität.

Solche Verfahren werden Social-Scoring genannt. Hierbei fließen neben den Daten, die ein Kunde in sozialen Netzwerken, im Webbrowsern und auch bei großen Online-Händlern hinterlässt auch Informationen über die technischen Geräte (z.B. das neuste iPhone), die der Kunde verwendet, mit ein. Mithilfe von komplexen Analysen wird dann die Bonität des Kunden berechnet.

Social-Scoring hat den Vorteil, dass auch Personen, die über die klassische Methode keinen Kredit erhalten würden, die Möglichkeit auf einen Kredit haben. Genauso kann es aber auch passieren, dass Personen, die eigentlich eine gute Bonität haben, einen niedrigen Wert erhalten und ihnen damit kein Kredit ausgestellt wird, z.B. weil sie soziale Netzwerke nicht nutzen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Personen im Internet falsch präsentieren bzw. vorgeben jemand anderes zu sein, um einen hohen Score zu erhalten.

Auch wenn es in Deutschland bereits Ansätze gibt, Social Scoring einzuführen, gestattet die Rechtslage eine Bonitätsprüfung aufgrund dieser Daten (noch) nicht. In anderen Ländern ist das allerdings bereits möglich.

Social Scoring ist also eine weitere Möglichkeit, wie Big Data unsere Gesellschaft verändern kann. Das Beispiel von China oder das Gedankenexperiment zu dem neuen Smartphone sind also gar nicht mal so weit entfernt von unserer Realität.

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