Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Abhängigkeit. Bei physischer Abhängigkeit handelt es sich um eine echte körperliche Abhängigkeit, mit Entzugserscheinungen nach dem Absetzen des Suchtmittels. Bei psychischer Abhängigkeit passiert dies nicht.

Physische Abhängigkeit

Bei einer physischen Abhängigkeit gewöhnt sich der Körper mit der Zeit an die Einwirkung des Suchtmittels, er bildet eine Toleranz. Das beudeutet, der Körper braucht eine immer höhere Dosis um die ursprüngliche Wirkung zu erreichen. Bleibt eine neue Dosis aus, treten teils heftige Entzugserscheinungen auf.

Psychische Abhängigkeit

Bei einer psychischen Abhängigkeit kommt es zu keiner Gewöhnung an das Suchtmittel. Es gibt auch keine Entzugserscheinungen. Die Abhängigkeit besteht nur im Kopf des beeinflussten Individuums.

genauer gesagt…

Entstehung einer physischen Abhängigkeit am Beispiel eines Opiats

Abb. 1: Entstehung einer physischen Abhängigkeit am Beispiel eines Opiats

physische Abhängigkeit

So wie in der oben gezeigten Abbildung, kann man die Entstehung einer körperlichen Abhängigkeit am Beispiel von Opiaten darstellen.
Opiate besetzen dieselben Rezeptoren wie Endorphine - nur langfristiger. Dadurch bleibt die euphorisierende Wirkung des cAMP-Spiegel-Abfalls länger erhalten. (cAMP beenflusst die Aktivität von Nervenzellen).
Der Körper reagiert und steigert die cAMP-Produktion, um zum Grundzustand zurückzukehren, dh die euphorisierende Wirkung lässt nach. Für den Abhängigen ist die nächste Dosis also nun fällig, um den cAMP Spiegel wieder zu senken. Folgt keine neue Dosis kommt es zu heftigen Entzugserscheinungen durch die überschießende cAMP-Produktion. Denn der Körper gewöhnt sich an die Einwirkung des Opiates. Es handelt sich um eine echte körperliche Abhängigkeit.

Nicht alle Drogen machen körperlich abhängig. Bei einer psychischen Abhängigkeit wird das Suchtmittel nicht direkt in den Stoffwechsel des Abhängigen integriert. Dies bedeutet aber in keiner Hinsicht, dass eine psychische Abhängigkeit weniger ernst zu nehmen ist.
Es ist mindestens genauso schwierig von einer Droge loszukommen, auch wenn die Abhängigkeit nur im Kopf existiert.

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Quellen

  • Eric Kandel, James Schwartz, Thomas Jessell: "Neurowissenschaften: Eine Einführung", Spektrum Akademischer Verlag; Auflage: 1995 (29. Februar 2012): Abhängigkeit
  • Abb. 1: eigene Darstellung
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