Es gibt viele verschiedene Belege, die die Evolutionstheorie stützen und beweisen.

Sie alle werden in verschiednenen Bereichen angewandt und unterscheiden sich wesentlich in ihrer Vorgehensweise.

1. Der Serum-Präzipitin Test

Dieser Test erfolgt, um Verwandschaftsbeziehungen zwischen Mensch und Tier festzustellen und zu untersuchen. Damit können auch Verwandschaftsbeziehungen zwischen zwei oder mehreren Tieren entdeckt und analysiert werden.

Der Verlauf:

  • Als erstes wird das Human-Serum gewonnen. Das ist der flüssige Anteil des menschliches Blut. Dazu lässt man das Blut in einem Reagenzglas, für längere Zeit stehen, damit sich die festen Bestandteile des Blutes vom Blutplasma trennen und unten ablagern.
  • Das Serum wird dann einem Kaninchen oder anderem Zwischenorganismus gespritzt, welcher Antikörper gegen die menschlichen Serum-Proteine bildet.
  • Nach einiger Zeit wird dem Kaninchen Blut entnommen und ein Anti-Human-Serum hergestellt, das die Antikörper gegen menschliche Serum-Proteine enthält..
  • Dieses Anti-Human-Serum wird nun mit menschlichem Blut oder dem Blut des anderen Tieres (mit dem man die Verwandtschaft messen möchte) vermischt.
  • Es entsteht eine Ausfällung (Präzitipation), da die Antigene sofort von den Antikörpern bekämpft werden.
  • Je nach Ähnlichkeit der Antigene fällt die Probe aus und man kann erkennen, inwiefern die zwei Organismen miteinander verwandt sind. Die Ähnlichkeit wird in Prozent angegegeben.
  • Zum Beispiel: Wenn ein Schimpanse 86% Ausfällung verursacht, kann man daraus folgen, dass es mit dem menschlichem Serum zu 86% übereinstimmt.
  • => Eine nahe Verwandschaft des Schimpansen zum Menschen => Indiz der Evolution
  • Je mehr Eiweiße im Anti-Human-Serum ausgefällt werden, desto ähnlicher ist das bestimmte Tier dem Menschen.
  • Der Test hat aber stark an Bedeutung verloren, da er nicht bei allen Tieren angewendet werden kann und nicht genau zeigt, wann sich die Entwicklungslinien der zwei Organismen getrennt haben.

2. Belege aus der Paläontologie

Definition: Die Paläontolgie (griech. palaois = alt, on = das Seiende, logos = die Lehre) ist die Wissenschaft/Lehre von der Entwicklung der Lebewesen. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung von vorzeitlichen Lebewesen aus Gesteinsschichten.

  • Die Paläontologie ist ein unentbehrlicher Beleg der Evolutionstheorie.
  • Die Paläontologischen Funde liefern Infomationen über die verstorbenen und noch lebenden Organismen, woraus man dann Behauptungen zu ihren Beziehungen zueinander aufstellen kann.
  • Ohne Paläontolgische Funde hätte man nie nachweisen können, dass der Mensch von dem Affen abstammt.

Fossilien

Definition: Fossilien (lat. fossilis = ausgegraben) sind ausgegrabene Funde und erhaltene Spuren aus vergangenen Zeiten von Pflanzen oder Tieren.

Die Fossilien werden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Das Körperfossil, welches das Lebewesen selbst enthält, z.B.: einen Fisch
  • Das Spurenfossil, welches die Spuren eines Lebewesens, z.b.: einen Fußabdruck enthält.
  • Fossilien bekräftigen die Artenvielfalt und das Leben und Aussterben der Lebewesen.
  • Sie helfen dabei, Systematiken zu erstellen, die die Abstammungen der verschiedenen Tierarten und des Menschen beschreiben.

Brückentiere (Mosaikform/Übergangsform)

Definition: Ein Brückentier ist ein Tier, welches zwei Merkmale von zwei verschiedenen Tiergruppen aufweist (z.B.: Vogel und Reptil). Sie sind ein sehr wichtiger Faktor, da sie die Verwandschaft und Zusammenhänge von zwei verschiedenen Tierarten belegen. Außerdem zeigen sie, dass sich zwei Tiergruppen nicht gleichzeitig entwickelt, sondern auseinander entwickelt haben und von einem Brückentier gemeinsam abstammen.

Brückentiere werden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Bereits ausgestorbenen Brückentiere, z.B.: der Archeopteryx
  • Rezente (noch in dieser Zeit lebende) Brückentiere, z.B.: das Schnabeltier

    Der Archeopteryx gilt als Brückentier des Reptils und des Vogels. Merkmale der Reptilien sind die Zähne, die lange Schwanzwirbelsäule und ein unverschmolzener Handmittelknochen. Merkmale der Vögel ist das Federkleid, die nach hinten gerichteten Zehen und die verwachsenen Schlüsselbeine.

    Das Schnabeltier gilt als Brückentier des Reptils und des Säugetiers. Merkmale der Reptilien sind die Kloaken, Giftdrüsen, und das Eierlegen. Merkmale des Säugetieres ist das Fell und das Säugen der Jungen. Aufgrund neuer genetischer Funde wird es auch den Vögeln zugerechnet, da es beim Ausbrüten der Eier vogelähnliches Verhalten aufweist.

Lebende Fossilien

Definition: Ein lebendes Fossil ist ein rezentes Tier, welches in schon früheren Zeitabschnitten der Erde gelebt hat.

  • Der Begriff ist aber irreführend, da er impliziert, dass die Lebewesen sich seit des früheren Zeitabschnittes nicht weiterentwickelt haben. Das stimmt aber nicht, da es seit diesem Zeitabschnitt viele Faktoren gab, die sich auf die Evolution ausgewirkt haben. Aber im Gegensatz zu anderen Tierarten haben sich die lebenden Fossilien nicht allzu sehr geändert.

  • Es scheint erst so, dass die lebenden Fossilien ein Beweis dafür sind, dass es keine Evolution gibt, aber sie zeigen, dass manche Tierarten in einer Art ökologischen Nische (z.B.: in der Tiefsee) überdauert haben und sich nicht weiterentwickeln mussten, da die Bedingungen dort für sie optimal waren.

Ein Besipiel:

  • Der Quastenflosser: Der Quastenflosser ist ein Fisch, dessen Fossilienfunde bis zu 400 Millionen Jahre bis in das Erdzeitalter Devon zurückreichen. Er wurde in den '40er Jahren erst wiederentdeckt und galt bis dahin als ausgestorben. Er ist ein Brückentier zwischen den Tiergruppen Fisch und Amphibie. Merkmale des Fisches sind die Schuppen und Kiemen, Merkmale der Amphibien sind die Gehflossen und eine Lunge.

Der Quastenflosser beweist, dass die verschiedenen Tierarten sich nicht nebeneinander entwickelt haben, sondern auseinander. Hätten sie sich nebeneinander entwickelt, dann gäbe es keine Brückentiere, die Merkmale von zweien Gruppen gleichzeitig aufweisen und in sich vereinen.

4. Belege aus der Biogeographie

Die Kontinentalverschiebung und Plattenektonik

Unter Kontinentalverschiebung versteht man die Theorie, dass die Erdplatten immer weiter mehr auseinander driften und die Kontinente sich verändern werden. Untertsützt wird diese Theorie durch Satellitengeodäsie und moderne geodätische Erdmodelle, die zeigen, dass die Kontinentalränder sich jährlich um ein paar Zentimeter bewegen und auseinander driften. Dies beweist auch die Theorie, dass es früher nur einen einzigen großen Kontinent namens Pangäa gab, der sich aus den heutigen Kontinenenten zusammensetzte, welches ein weiterer Indiz für die Evolution ist.

5. Homologie, Divergenz, Analogie und Konvergenz

  • Unter dem Begriff Analogie (griech. analogia = Entsprechung) versteht man die Ähnlichkeit der Strukturen von Organen, Proteinen, Genen oder Verhaltensweisen unterschiedlicher Lebewesen, welche ihre gemeinsamen Vorfahren nicht aufweisen. Analoge Merkmale ähneln sich nicht nur in Funktion, sondern auch auch teilweise im Aussehen, sind aber stammesgeschichtlich unterschiedlich und weisen keine Verwandschaft auf.

  • Unter Konvergenz versteht man die Entwicklung von analogen Merkmalen bei nicht näher verwandten Arten (Auch konvergente Evolution, konvergente Entwicklung oder Parallelevolution genannt).

=> Die Existenz von Konvergenz bedeutet, dass die Ähnlichkeit von Merkmalen nicht gleich auf Verwandschaft schließen lässt.

  • Unter Homologie versteht man das Gegenteil von Analogie. Es sind gemeinsame Merkmale vorhanden, die von einem gemeinsamen Verwandten vererbt wurden und deswegen sich stammesgeschichtlich ähnlich sind, aber nicht wirklich dieselbe Funktion haben und nicht unbedingt ähnlich aussehen.

  • Unter Divergenz vertseht man die Auseinanderentwicklung der Merkmale von Populationen. Je länger die Populationen voneinader getrennt sind, desto größer werden die Unterschiede. Trotz der divergten Entwicklung kann man die Merkmale noch miteinander vergleichen und ein paar Gemeinsamkeiten feststellen.

  • Von Analogie und Homologie spricht man meistens nur im Bezug auf die Merkmale, manchmal aber auch auf die Funktion.

Beispiele:

  • Ein Besipiel zur Analogie: Vögel und Fledermäuse haben beide Flügel mit derselben Tragfläche (also Federn bzw. Flughaut) und sind analog. Jedoch fliegen die Fledermäuse aufgrund ihres Knochenbaues nur mit ihren Vordergliedmaßen der Hand, während Vögel mit dem ganzem Arm fliegen. Beide Flügel haben die Funktion, das Fliegen zu ermöglichen, und sehen sich auch ein wenig ähnlich, aber beide Flügel gehören jeweils einer anderen Ordnung an (Vögel / Säugetiere) und sind nicht eng miteinander verwandt.

  • Ein Beispiel zur Homologie: Die Skellete der Vorderflossen eines Delphins und die Vorderbeine eines Elefanten sind homolog, da die Reihenfolge der Knochen übereinstimmt. Jedoch ist die Funktion jeweils eine ganz andere und sie sehen sich äußerlich in keiner Weise ähnlich.

  • Homologie und Analogie sind sehr wichtige Begriffe und Belege im Bezug auf die Evolutionstheorie.

6. Rudiment und Atavismus

  • Als Rudiment bezeichnet man ein in der Entwicklung teilweise oder gänzlich nutzloses Merkmal(Organ, Organteil, Organstruktur, oder Verhalten). Im Gegensatz zum weiter unten genannten Atavismus, treten Rudimente bei vielen oder allen Individuen einer Art auf. Rudimente können bei allen Organismen auftreten und sind ein wichtiger Beleg der Evolutionstheorie. Der Vorgang der Rückbildung heißt Rudimentation.

  • Als Atavismus bezeichnet man das Wiederauftreten eines Merkmals, welches bei den älteren Vorfahren ausgebildet war, aber verschwand, da es keinen Nutzen aufgrund der Evolution mehr hatte. Atavismen treten nur bei einem Individuum auf, nicht bei der ganzen Art, weswegen sie oft als Missbildungen wahrgenommen werden. Sie sind wie die Rudimente ein sehr wichtiger Beleg der Evolutionstheorie.

  • Beispiele für Rudimente: Beim Menschen: Die Weißheitszähne, Das Steißbein, etc.. Bei Tieren: Augen beim Maulwurf, Die Wolfskralle beim Hund, etc...

  • Beispiele für Atavismen: Beim Menschen: Halsrippen,etc.. Bei Tieren: Ausbildung von überzähligen Klauen, etc..

7. Belege aus der Entwicklungsbiologie

Die Biogenetische Grundregel

Phylogenese

Bezeichnet die stammesgeschichtliche Entwicklung aller Lebewesen. Außerdem beschreibt man damit auch die Entwicklungsgeschichte einzelner Merkmale.

Die Phylogenese hat folgende Methoden:

  • Auswertung der Merkmalen von Fossilien
  • Vergleich der Merkmale rezenter Lebewesen
  • molekulargenetische Analyse der DNA

=> Daraus erstellt man einen phylogenetischen Baum, der die rekonstruierten Verwandtschaftsverhältnisse darstellt.

Ontogenese

Im Gegensatz dazu bezeichnet Ontogenese die individuelle Entwicklung eines Lebewesens. Sie beschreibt auch die Studierung und Beobachtung der einzelnen Entwicklungsstadien von der Geburt an bis zum Tod.

=> Beide zusammen, Phylogenese und Ontogenese,sind Gegenstand der Biogenetischen Grundregel.

Zentrale Aspekte der Biogenetischen Grundregel

  • Die Biogenetische Grundregel ist eine These, die besagt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des einzelnen Lebwesens und seiner Stammesentwicklung gibt und, dass "Die Ontogenese die Phylogenese rekapituliert", d.h. wiederholt.

  • Ein Zusammenhang zwischen Ontogenese und Phylogenese besteht, da die DNA nicht nur der Bauplan des einzelnen Individuums ist sondern auch das Grundgerüst für die Stammgeschichte darstellt.

  • Die Biogenetische Grundregel nennt man auch Rekapitulationstheorie.

  • Die Behauptung, dass es ein biologisches Gesetz ist, gilt heute als wiederlegt, aber sie beschreibt und zeigt auch das Phänomen, dass sich die Embryonen zweier verschiederner Tierarten ähnlicher sind als die Erwachsenen Lebensformen.

  • Obwohl sie wiederlegt wurde, hat sie an Bedeutung nicht verloren und ist immer noch wichtig für die Evolutionspsychologie oder die Molekulargenetik.

8. Endosymbiontentheorie

Siehe Artikel dazu: Endosymbiontentheorie


Quellen

  • http://bio-abi.de/evolution/belege-fur-die-evolutionstheorie/
  • Paläontolgie](http://www.biologie-schule.de/palaeontologie.php)
  • Brückentiere](http://www.biologie-schule.de/brueckentiere.php)
  • Lebende Fossilien](http://www.biologie-schule.de/lebende-fossilien.php)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Analogie_%28Biologie%29 (Serum-Präzipitintest, Kontinentaldrift, Divergenz, Rudiment, Atavismus, Phylogenese, Ontogenese, Biogenetische Grundregel)
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