Mord im alten China - Geburtsstunde der forensischen Insektenkunde

Im 13. Jahrhundert fanden die Dorfbewohner in einem kleinen Garten am Rande ihres chinesischen Provinzdorfes die Leiche eines jungen Bauern. Er wurde offensichtlich gewaltsam getötet. Mit der Ermittlung des Falles beauftragte man Song Ci, einen erfahrenen Ermittlungsrichter und Leichenbeschauer. Song Ci erkannte an den Schnittspuren an dem Toten, dass wahrscheinlich eine Handsichel, ein übliches bäuerliches Werkzeug, als Tatwaffe benutzt wurde. Er befahl alle Bewohnern des Dorfes mit ihren Sicheln zum Gerichtsplatz, dem Forum, um deren Sicheln auf mögliche Blutspuren hin zu überprüfen: Alle Sicheln waren jedoch blank geputzt. Dann kam Kommissar Zufall Song Ci zu Hilfe. Auf einer Sichel sammelten sich eine Vielzahl von schwarzen Fliegen. Song Ci wusste, dass diese Fliegen sich besonders gerne von Blut ernähren. Als er den Besitzer der Sichel, einen Geldverleiher, aufgrund dieses Hinweises als Tatverdächtigen verhörte, gestand dieser den Mord an dem jungen Bauern.

Song Ci nahm auch diesen Fall zu seinen berühmten "Aufzeichnungen zur Tilgung von Ungerechtigkeiten", einem Meilenstein bei der Entwicklung der modernen Forensik. Und der "Fliegenfall" war sozusagen die Geburtsstunde der forensischen Entomologie, also der Insektenkunde zur Aufklärung von Rechtsfällen, insbesondere bei Tötungsdelikten, einem Teilgebiet der Kriminalbiologie.

Quellen: Forensik – Wikipedia ; Gerichtliche medizin der Chinesen : Wang, Yinhuai : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive ;


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