Unter dem NcI versteht man eine Satzkonstruktion im Lateinischen, die sich aus einem Nominativ und einem Infinitiv zusammensetzt.

Ausgelöst wird der NcI durch dieselbe Art von Verben wie der AcI (Hier Link zu AcI einfügen!), allerdings stehen diese nun im Passiv bzw. es handelt sich um Deponentien.

  • des Befehlens, z.B.: iuberi(befehlen, auffordern)
  • des Verbietens, z.B.: vetari (verbieten)
  • des Fühlens und Wahrnehmens, z.B.: videri ( sich freuen)

Gerade die Verben videri, sini, iuberi, dici, haberi, putari ziehen oft einen NcI mit sich.

Im Allgemeinen wird der NcI dann verwendet, wenn man Unsicherheit über etwas audrücken möchte (z.B.: videor= ich scheine), oder wenn die Person, von der das finite Verb abhängt unbekannt ist bzw. allgemein gehalten werden soll (z.B.: putatur= Man meint/Man hält für).

Wie übersetze ich einen NcI ins Deutsche?

Der NcI ist eine Satzkonstruktion, die aus einem Nominativ, einem Infinitiv und einem passivischen finiten Verb (Verb mit Personalendung/Prädikat) besteht. Im Deutschen wird der Satz mit einer "dass-Konstruktion", die vom finiten Verb abhängig ist, übersetzt. Das Substantiv, das im Nominativ steht, wird dabei zum Subjekt des "dass-Satzes" und der Infinitiv zum finiten Verb.

Wenn man also einen Satz übersetzen möchte, und einen Nominativ, Infinitiv und vor Allem ein typisches NcI-Verb mit Passivendung sieht, muss man folgende Übersetzungsschritte durchführen:

Beispielsatz: Gladiator vincere dicitur.

  1. Schritt: Typisches finites NcI-Verb finden, das auch im Passiv steht=> In diesem Fall dicitur

  2. Schritt: Nominativ und Infinitiv finden,um sich zu sein, dass tatsächlich ein NcI vorliegt=> In diesem Fall ist Gladiator der Nominativ und vincere der Infinitiv

  3. Schritt: Nun haben wir erkannt, dass tatsächlich ein NcI vorliegt: Als erstes macht man sich an die Übersetzung des finitien Verbs. Dieses versucht man allgemein mit Man oder Es auszudrücken. Anschließend hängt man einen "dass-Satz" an das finite Verb an:verknüpft man das die Aus zuvor erkanntem Akkusativ, das Subjekt des "dass"-Satzes machen: "Man sagt, dass…"/"Es wird gesagt, dass"

  4. Schritt: Jetzt wird der Nominativ des Satzes als Subjekt des "dass-Satzes" eingesetzt, wärend der Infinitiv zum finten Verb des "dass-Satzes" wird: "Man sagt, dass der Glaiator gewinnt"/"Es wird gesagt, dass der Gladitor gewinnt."

Manchmal muss man aber aufpassen, z.B. wenn das finite Verb nicht in der 3. Person steht und kein Nominativ vorliegt, dann steckt das Subjekt des Satzes sozusagen im finiten Verb selbst. Besonders bei Deponentien ist das der Fall:

Zum Beispiel: Pilam ludere vetor= Man verbietet, mir Ball zu spielen.

Eigentlich ist die NcI-Konstruktion nicht allzu außergewönlich, man findet sie zum Beispiel im Englischen wieder:

Zum Beispiel: The gladiator is said to win

Auch im Deutschen lässt sich der NcI relativ intuitiv übersetzen, besonders, wenn das finite Verb in der 3. Person steht=> dicitur= Es wird gesagt

Die Zeitverhältnisse und ihre Übersetzung

Die Zeitverhältnisse und ihre Übersetzung werden im Artikel des AcIs ausführlich besprochen, und sind beim NcI genauso zu handhaben.

Beispielsätze

Felix esse videor.

Ich scheine, dass ich glücklich bin. Oder eleganter: Ich scheine, glücklich zu sein.

Imperator vicisse gaudetur.

Man freut sich, dass der Feldherr gesiegt hat.

Zur Übung

Leichtes Beispiel:

Pilam ludere vetor.

Übersetzung

Man verbietet mir, dass ich Ball spiele.

Oder eleganter im Deutschen ausgedrückt: Man verbietet mir, Ball zu spielen.

Mittelschweres Beispiel:

Kleopatra pulcherrima fuisse putabatur.

Übersetzung

Man glaubte, dass Kleopatra die schönste Frau gewesen sei (hier im Deutschen eleganterweise Konjunktiv in der Übersetzung). /Oder: Man hat Kleopatra für die schönste Frau gehalten.

In diesem Fall geht sogar die direkte passivische Variante: Kleopatra ist für die schönste Frau gehalten worden.

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Renate 2018-06-26 16:46:14
Hallo @Penelope237,

noch ein Punkt, den ich vorhin bei der Übernahme der Bearbeitung übersehen habe: Im dritten Schritt ist irgendein Satzteil wohl hineinkopiert und nur unvollständig bearbeitet worden - der Text ab "verknüpft man ..." macht irgendwie keinen rechten Sinn. ;)

Viele Grüße und dennoch Dank für deine Mühe
Renate
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