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8. Abbildungen

Eine Abbildung oder Funktion f:A→B ist eine Relation, bei der es für jedes a∈A genau ein b∈B gibt, das mit a in Relation steht. Wir schreiben dann a↦b oder b=f(a).

Beispiel

Du kannst z.B. aus der Tier-Relation aus Kapitel 6 durch Entfernen von Paaren (bzw. Pfeilen) eine Abbildung machen:

Abbildung

Diese Tabelle ist die Wertetabelle der Abbildung.

Definitionsbereich und Wertevorrat

Für eine Funktion f:A→B heißt A der Definitionsbereich und B der Wertevorrat von f. Beide gehören zur Funktion!

Daher sind f(x)=x mit A=[0,1],B=ℝ und f(x)=x mit A=B=[0,1] zwei verschiedene Abbildungen!

Bildmenge und Urbildmenge

Der Wertevorrat muss nicht ausgeschöpft werden. Die Menge der Elemente des Wertevorrats B, die tatsächlich als Bildelemente auftreten, heißt die Bildmenge (auch: das Bild) von A (unter f):

f(A)={f(x) | x∈A}

Zu einem b∈B ist

f−1(b)={a∈A | f(a)=b}

die Urbildmenge (auch: das Urbild) von b. Vorsicht: b ist ein einzelnes Element, aber f−1(b)⊆A ist eine Menge mit eventuell mehreren oder keinen Elementen.

Injektivität, Surjektivität und Bijektivität

Es folgen drei Begriffe, die zum Glück nicht so kompliziert sind, wie sie klingen.

Eine Abbildung f:A→B heißt

  • injektiv, wenn gilt:

∀ b∈B:|f−1(b)|≤1,

d.h. jedes b aus dem Wertevorrat hat höchstens ein Urbild.

  • surjektiv, wenn gilt:

∀ b∈B:|f−1(b)|≥1,

d.h. jedes b aus dem Wertevorrat hat mindestens ein Urbild.

  • bijektiv, wenn gilt:

∀ b∈B:|f−1(b)|=1,

d.h. jedes b aus dem Wertevorrat hat genau ein Urbild.

Bijektiv bedeutet also injektiv und surjektiv. Bei einer bijektiven Abbildung f ist die Umkehrung f−1 ebenfalls eine Abbildung.

Der deutsche Begriff für injektiv lautet eineindeutig - die Abbildung f ist eindeutig, und die Umkehrung f−1 ist auch eindeutig. Der deutsche Begriff für surjektiv lautet auf - die Elemente des Definitionsbereichs A werden auf den Wertevorrat B abgebildet und nicht nur in den Wertevorrat. Und der deutsche Begriff für bijektiv lautet umkehrbar eindeutig.

Beispiele

  • Die Funktion f:ℝ→ℝ, f(x)=x2 ist nicht injektiv. Denn beispielsweise werden sowohl 2 als auch −2 werden auf 4 abgebildet. Die 4 hat also die Urbildmenge {−2,2}.

  • Die Funktion ist auch nicht surjektiv, denn die negativen Zahlen treten nicht als Bildelemente auf.

  • Wenn du den Definitionsbereich und den Wertevorrat auf die positiven reellen Zahlen ℝ+ einschränkst, erhältst du eine injektive und surjektive, also bijektive Abbildung f:ℝ+→ℝ+.

Abzählbarkeit

Eine Menge M ist abzählbar genau dann, wenn es eine bijektive Abbildung zwischen M und ℕ gibt. Dadurch ergibt sich quasi ein Nummerierung der Elemente von M.

Beispiel

Die Menge der ganzen Zahlen ℤ ist abzählbar. Eine bijektive Abbildung f:ℤ→ℕ ist gegeben durch

f(z)={2zfalls  z≥0−2z−1sonst

Die Zahlen 0,1,2,... werden also auf die geraden Zahlen 0,2,4,... abgebildet, die negativen Zahlen −1,−2,−3,... werden auf die ungeraden Zahlen 1,3,5,... abgebildet.

Die Menge ℚ der rationalen Zahlen ist abzählbar. Die Menge der reellen Zahlen ℝ ist dagegen nicht abzählbar. Du beweist diese beiden Tatsachen mit dem ersten bzw. mit dem zweiten cantorschen Diagonalverfahren.

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