1 Überblick
Durchschnittlich verursacht jede Person in Deutschland Treibhausgase pro Jahr. Um die Klimaziele zu erreichen, sollten wir bis 2050 nur eine Tonne pro Person und Jahr ausstoßen.
Um den Co2-Ausstoß effektiv zu senken, sind nach Dr. Michael Bilharz vom Umweltbundesamt die „Big Points“ eines nachhaltigen Konsums ausschlaggebend. Zu diesen Punkten, über die wir unsere Emissionen besonders effizient senken können, gehören die großen Bereiche Energie, Wohnen, Ernährung und Mobilität.
Von den Treibhausgasen, die wir Privatpersonen im Durchschnitt verursachen, entfallen laut Umweltbundesamt rund:
20,6 Prozent auf den Bereich Heizen und Strom,
18,8 Prozent auf Mobilität,
15 Prozent auf Ernährung und
39,3 Prozent auf sonstigen Konsum
Öffentliche Emissionen machen dabei 6,3 Prozent aus (Zahlen von 2017).
Der Anteil der privaten Haushalte am -Ausstoß in Deutschland lag 2016 bei ungefähr 10%.
Voraussetzungen: Keine
Dauer: 20 Minuten
Quellen:
Umweltbundesamt: Treibhausgasausstoß pro Kopf in Deutschland nach Konsumbereichen (2017)
Foto von Akil Mazumder von pexels
2 Strom sparen
Wenn für die Erzeugung von Strom und Wärme fossile Ressourcen, wie Kohle, Öl und Gas, verbrannt werden, wird Kohlendioxid (CO2), der Hauptverursacher des Klimawandels, freigesetzt. Klimafreundlich leben, heißt Energie bzw. Strom sparen und erneuerbare Energien unterstützen.
Challenge Strom sparen
Standby vermeiden Warum? Jedes Gerät, welches an das Stromnetz angeschlossen ist, braucht Strom (z.B. Telefon, Espressomaschine, Fernseher). Oft sieht man das an dem roten Standby-Lämpchen. Was kann ich tun? Geräte, die ohne Funktionsverlust ausgeschaltet werden können, ausschalten. Auch schaltbare Steckdosenleisten können eine einfache Lösung darstellen.
Verbraucher reduzieren Warum? Mehr elektronische Geräte bedeuten auch mehr Stromverbrauch. Was kann ich tun? Stelle dir beim Kauf (von Trockner, Elektro-Gartenschere und Co) die Frage: Benötige ich das wirklich?
Energie effizient einsetzen Warum? Dies schont Umwelt und Geldbeutel. Was kann ich tun? Einige Beispiele sind effizient heizen und lüften, Licht in Nebenräumen ausschalten, Restwärme beim Kochen nutzen, energiesparende Geräte einsetzen oder weniger Produkte/ Lebensmittel wegwerfen, denn diese benötigen alle Strom in ihrer Herstellung.
Auf Ökostrom umsteigen, am besten bei einem Anbieter, der beim Grünen Strom Label zertifiziert ist. Warum? Ökostrom wird mit erneuerbaren Energien gewonnen. Bei Anbietern mit dem Grünen Strom Label wird der Ausbau von erneuerbaren Energien aktiv gefördert. Was kann ich tun? Erzähle Anderen davon!
Wusstest du, dass schon eine mm Eisschicht den Stromverbrauch deines Kühlschranks um Prozent erhöht? Das kostet selbst bei einem modernen Gerät der Klasse A+++ bis zu Euro im Jahr. Deshalb: immer mal wieder abtauen.
Ihr wollt mehr wissen? In diesem Artikel erfahrt ihr, wie mit Stromfressern im Haushalt umgegangen werden kann, um Umwelt und Geldbeutel zu schonen.

Wie viel Strom wird im Standby Modus verbraucht? (Die Beispiele zeigen eine mögliche Leistungsaufnahme im Bereitschaftsmodus bei Elektrogeräten, die älter als 5 Jahre sind.).
Abschließend lässt sich sagen:
Jedes Watt Leistung im Standby Modus führt im Dauerbetrieb zu unnötigen Stromkosten von über zwei Euro pro Jahr (bei Strompreis 28 Cent /kWh). Wenn wir einmal zusammenzählen, wie viele Geräte allein von uns rund um die Uhr an das Stromnetz angeschlossen sind, ergibt das eine Menge unnötiger Last für die Umwelt und den Geldbeutel.
Quellen
Bild von Artem Podrez auf Pexels
3 Klimafreundlich Wohnen
Challenge Klimafreundlich Wohnen
Einkaufen:
Kaufe im Geschäft anstatt im Internet zu bestellen
Steige von Einweg- auf Mehrweg-Verpackungen um
Nutze Pfandflaschen und Gläser
Vermeide Produkte von Umweltsünder-Großkonzernen
Konsum einschränken:
Was brauchst Du wirklich? Und welche Geschäfte bieten nachhaltige Produkte an? Insbesondere bei Kleidung verursachen weite Transportwege Klimaschäden. Besser sind regionale Anbieter, die mit nachhaltigen Materialien arbeiten. Unterstütze umweltbewusste Hersteller anstatt große Konzerne.
Wasser sparen:
Weltweit gesehen ist Süßwasser ein rares Gut (Stichwort Süßwasservorräte). Unser üblicher Wasserverbrauch passt außerdem nicht immer zu den Schwankungen, denen der natürliche Wasserkreislauf unterworfen ist (Stichwort sinkender Grundwasserspiegel).
Duschen statt Baden - noch sparsamer: nicht täglich duschen
Wassersparenden Duschkopf verwenden
Toilette mit Spartaste versehen
Wasser nicht laufen lassen z.B. beim Zähneputzen, Hände einseifen, Obst und Gemüse waschen
Wasserhahn mit Bewegungsmelder nutzen
Tropfende Wasserhähne reparieren
Wasser nur in der benötigten Menge im Wasserkocher erhitzen
Wasch- und Spülmaschine immer voll beladen
Regenwasser sammeln zum Blumengießen, im Garten keine Bewässerungsanlagen nutzen
Schätzaufgaben zum Wasserverbrauch findest du hier.
Wasser sparen gelingt nicht nur direkt im Haushalt, sondern auch indirekt, wenn wir unseren Verbrauch an virtuellem Wasser senken.
Virtuelles Wasser sparen:
Fertigprodukte benötigen viel Wasser in ihrer Herstellung, versuche deshalb ohne auszukommen und einmal mehr selbst zu kochen.
Auf welche Produkte, die sehr viel Wasser in ihrer Herstellung benötigen, kannst du verzichten?
Infos und Ideen zum Thema plastikfrei leben, findet Ihr hier.
4 Nachhaltig Essen
Gesund und gut essen und dabei die Umwelt schonen. Wie kann ich das schaffen?
Du kannst mit der richtigen Wahl deiner Nahrungsmittel deinen ökologischen Fußabdruck um bis zu 60% verbessern:
um 25%, wenn du vegan isst und nur so viel kaufst, wie du verbrauchst
10% können eingespart werden, in dem du Verpackung vermeidest, recycelst und regional und saisonal einkaufst
außerdem ist es wichtig darauf zu achten weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Markt
Lebe einen Monat vegetarisch oder vegan . Wenn du lieber in kleinen Schritten vorgehen möchtest, versuche zwei Vorschläge für einen Monat umzusetzen:
Finde fünf neue vegetarische oder vegane Rezepte und baue sie in deinen Speiseplan ein .
Checke Deinen Supermarkt: Welche vegetarischen/veganen Produkte sind im Sortiment? Teste vier davon!
Probiere vegane Ersatzprodukte für Milch, Sahne, Joghurt, Käse. Welche schmecken Dir am besten?
Veganes Frühstück: Brote mit veganen Brotaufstrichen, vegane Oats-Rezepte oder einfach Frischkost . Veganes Frühstück ist lecker und vielfältig.
Vegan geht auch süß: Probiere vegane Schokolade, backe einen veganen Kuchen oder bereite einen veganen Nachtisch zu.
Am Nachhaltigsten ist es Gemüse selbst anzubauen. Pflanze Gemüse/Obst auf deinem Balkon/in deinem Garten an oder engagiere Dich bei Urban Gardening. Wenn Du keine Möglichkeit zum Gärtnern hast, ziehe Sprossen, und teste Regrowing von Gemüseresten.
Kaufe Bioprodukte, regional und saisonal.
Geh in einen Biomarkt und finde nachhaltige Nahrungsmittel, die du noch nicht kennst. Verschiedene Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und Saaten machen Deinen Speiseplan vielfältiger und gesünder.
Koche einen Monat ausschließlich selbst, anstatt Fertiggerichte zu konsumieren oder Essen zu bestellen
Spare Plastikmüll, indem du verpackungsfrei kaufst: Gehe in Hofläden oder auf den Markt. In vielen Städten gibt es "Ohne"-Läden, die Nahrungsmittel lose verkaufen. Geh mit Tüten und Behältern vorbei. Auch beim Essen bestellen, gibt es mittlerweile verschiedene Lösungsansätze.
Nutze Foodsharing! Rette Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden. In zahlreichen Städten gibt es Fairteiler, Sammelstellen, an denen nicht benötigte Nahrungsmittel abgegeben oder abgeholt werden können.
1. Iss viel Gemüse und Obst
Ein Kilo Fleisch ist zehnmal belastender für die Umwelt als ein Kilo Gemüse. Umweltschonend ist eine Ernährung, die aus reichlich Obst und Gemüse und möglichst wenig tierischen Produkten besteht.
Vegetarier beispielsweise haben eine CO2-Bilanz von 1,7 Tonnen pro Jahr. Isst du regelmäßig Fleisch, erhöht sich dein ökologischer Fußabdruck auf 3,3 Tonnen pro Jahr.
Wer sogar vegan lebt, reduziert seine Treibhausgas-Bilanz laut dem Ökologen Joseph Poore von der Oxford University um zwei Tonnen jährlich bei ansonsten gleichbleibendem Lebensstil. Das entspricht, je nach Berechnungsgrundlage, in etwa acht Economy-Class-Flügen zwischen London und Berlin.
"Eine vegane Ernährung ist der wahrscheinlich größte Hebel, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Es bringt viel mehr, als ein Elektroauto zu kaufen oder weniger zu fliegen."
so Poore. Durch einen Verzicht auf Tierprodukte würden nicht nur weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, sondern auch andere Umweltauswirkungen wie der Landverbrauch reduziert.
Hier weitere Gründe und Fakten:
Rinder produzieren Methan, das den Treibhauseffekt noch stärker anheizt als CO2. Gülle wird auf den Feldern ausgebracht und belastet Wasser und Böden.
Neben der Methanproduktion erhöhen ein hoher Wasserverbrauch, die Abholzung von Wäldern für die Viehhaltung, und der hohe Bedarf an Getreide, Soja etc. für das Tierfutter den ökologischen Fußabdruck.
Für 1 Kilo Äpfel werden 700 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Rindfleisch sage und schreibe 15.500 Liter.
Geflügel kommt gerade einmal auf die Hälfte der CO2-Emissionen von Rindern und Schafen.
2. Iss Regional und Saisonal
Milchprodukte und Fleisch sind jedoch nicht die einzigen Lebensmittel mit einer sehr hohen Ökobilanz.
Ein Schokoriegel, bei dem die Schokolade aus einem gerodeten Regenwaldgebiet stammt, hat eine schlechtere CO2-Bilanz als eine Portion Rindfleisch aus umweltverträglicher Herstellung. Schokolade, aber auch Kaffee, produzieren relativ viele Treibhausgase.
Darum am besten Flugware vermeiden. Pro Kilogramm entstehen 220-mal mehr schädliche Klimagase als bei Transport per Schiff. Bananen werden häufig per Schiff transportiert. Andere tropische Früchte dagegen meist im Flieger.
3. Mehr Bio
Biohöfe stoßen laut einer Fallstudie im Pflanzenbau durchschnittlich etwa 75% der Treibhausgase im Vergleich zu konventionellen Betrieben aus. Der Hauptunterschied liegt im Verzicht auf Stickstoffdünger, bei dessen Abbau klimaschädliches Lachgas entsteht. Beim Biolandbau wird die Humusschicht erhalten, die langfristig wiederum Kohlendioxid bindet. Zudem sind Pestizide und Antibiotika im Futter verboten – ein langfristiger Schutz fürs Grundwasser. Und es wird weniger Gülle und Mist ausgebracht als bei der konventionellen Tierhaltung.
4. Verpackung Sparen
Neben Unverpackt-Läden bieten sich auch Hofmärkte oder Wochenmärkte für den plastikfreien Einkauf an. Stofftüten und Gläser mitnehmen, Materialien wie Eierkartons können wiederverwendet werden. Großpackungen sind sparsamer als kleine Einheiten.

5. Kurze Wege ohne Auto
Selbst mit einem sparsamen Kleinwagen pusten wir rund 100 Gramm Klimagase pro Kilometer in die Luft. Darum Einkäufe am besten verbinden mit notwendigen Fahrten oder auf öffentliche Verkehrsmittel oder ein Fahrrad umsteigen. Gute Planung hilft, damit man nicht wegen Kleinigkeiten häufig losmuss.
Quellen
Enera: Nachhaltig essen und deinen CO2-Fußabdruck reduzieren
Spiegel Wissenschaft: Veganer sparen jährlich zwei Tonnen Treibhausgase
Bildquellen
5 Umweltschonende Mobilität
Der Verkehrssektor hat 2019 Tonnen Treibhausgase verursacht. Nach der Energiewirtschaft und der Industrie ist der Verkehr der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland.
Einen sehr großen Anteil daran hat der motorisierte Straßenverkehr. Die Hälfte aller Pkw-Fahrten in Städten ist kürzer als fünf Kilometer und ließe sich mit dem Fahrrad erledigen.
Sehr belastend für die Umwelt sind auch Flugreisen. Ein Flug nach Spanien ist genauso schädlich, wie ein ganzes Jahr lang Auto zu fahren.
Verzicht auf Autofahrten und Fliegen reduziert schädliche Umweltgase und hilft der Umwelt.

Fahrrad
Challenge Umweltschonende Mobilität:
Öffentliche Verkehrsmittel/Fahrrad nutzen
Carsharing statt eigenes Auto
Fahrgemeinschaften bilden
Keine Umweltsünder-Autos fahren
Flugreisen vermeiden (Falls ein Flug doch unvermeidbar ist, auf www.atmosfair.de die Emissionen berechnen und die berechneten Kosten für den Ausgleich zahlen. Das Geld wird z.B. in Projekte der Solar- oder Wasserkraft investiert.)
6 Mehr Informationen
Mehr Informationen zum Thema Nachhaltiger Konsum findet ihr auch auf der Website Denkwerkstatt Konsum vom Umweltbundesamt.
Setzt euch doch diese Woche eine kleine Challenge, um klimafreundlicher zu leben!