Im Laufe der Zeit haben die Menschen unzählige Obst- und Gemüsesorten gezüchtet und dabei verschiedenste Eigenschaften der Pflanzen und Früchte herausgearbeitet.

Kriterien für die Saatgutauswahl

  • Gewünschte Eigenschaften: Durch Züchtung wurde meist versucht, den besten Geschmack oder Ertrag zu erzielen, manchmal waren auch Eigenschaften wie ein bestimmtes Aussehen oder die Größe der Frucht wichtig. So entstanden z.B. Zierkürbisse, die hübsch, aber nicht essbar sind.

  • Samenfestigkeit: Aus samenfesten Sorten kann Saatgut gewonnen werden, das immer wieder die gleichen Eigenschaften trägt, d.h. daraus wachsen Pflanzen, die genauso gute Früchte tragen wie die Pflanzen des ersten Jahres. Sogenannte „F1-Hybride" bilden nur einmal die gewünschten Eigenschaften aus. Die daraus gewonnen Samen produzieren im folgenden Jahr meist ganz andere Ergebnisse oder sind ganz steril. Diese Sorten sind mit dem Hinweis "F1" oder "x" für Kreuzungen gekennzeichnet.

  • Robustheit: Einige Sorten sind besonders robust, das heißt widerstandsfähig gegen bestimmte Krankheiten und Schädlinge oder sie können sich gut gegen Beikräuter durchsetzen. Vor allem sollte das Saatgut zu den regionalen Bedingungen (Klima, Boden, Feuchtigkeit etc.) passen. Viele Sorten sind speziell auf die Bedingungen bestimmter Regionen hin gezüchtet.

  • Mix aus Früh- und Spätsorten: Eine Mischung aus Früh- und Spätsorten verlängert die Ernteperiode. Gewöhnlich reifen auch nicht alle Früchte einer Sorte zur gleichen Zeit. Das ist im Kleingarten von Vorteil, da gar nicht alles gleichzeitig verbraucht werden kann. Auch darum sollten F1-Hybride gemieden werden, denn sie garantieren homogene Reifung und Ernte der Früchte.

Die Eigenschaften einer Sorte sind in Saatgutkatalogen oder auf den Saatgutbriefchen zu finden.

Witzige Rote Bete Abb.1: Bunte rote Bete

F1-Hinweis Abb.2: Hinweis auf F1-Hybride

Saatgutpolitik

Aus Sicht der Permakultur ist es sinnvoll, möglichst viele Gemüse- und Obstsorten zu erhalten. Dadurch steht eine riesige Sammlung von Eigenschaften zur Verfügung, die für verschiedene Bedingungen passen und aus denen bei Bedarf neue Züchtungen zusammengestellt werden können. Dies kann dann wichtig werden, wenn sich die Bedingungen auf der Erde verändern. In Zukunft könnten zum Beispiel Sorten wichtiger werden, die mit extremeren klimatischen Bedingungen oder ausgelaugten Böden gut zurecht kommen.

Einige Obst- und Gemüsesorten sind von Saatgutfirmen patentiert, d.h. wer sie nutzt, muss Lizenzgebühren bezahlen. Manchmal funktionieren bestimmte Züchtungen auch nur gut, wenn ein dazu passendes (kommerzielles) Pflanzeschutzmittel verwendet wird. Diese Praxis bringt in manchen Teilen der Welt Menschen in Schwierigkeiten, weil sie ihr Saatgut nicht mehr einfach selbst vermehren dürfen und in die Abhängigkeit von Saatgutfirmen geraten. Daher könnte auch die Lizenzfreiheit ein Kriterium für die Saatgutauswahl sein, um die Idee der Sorten als Gemeingut zu unterstützen.


Quellen

  • Abb.1: Wikimedia Commons, Beetroot jm26647.jpg von joergens.mi
  • Abb.2: Eigene Darstellung
  • Saatgutpolitik: Wikipedia, "Nachbau (Saatgut)"
  • Samefestigkeit: Wikipedia, "Sorte (Pflanze)"
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