Pflanzen entziehen dem Boden die für ihr Wachstum und Leben benötigten Nährstoffe. Ohne menschliches Eingreifen werden die meisten Nährstoffe nach dem Absterben der Pflanze aus dem verrottenden Pflanzenmaterial wieder in den Boden zurückgeführt. Der Kreislauf ist geschlossen.

Werden die Pflanzen aber geerntet, entzieht man damit die zuvor von der Pflanze aufgenommenen Nährstoffe dem Kreislauf. Der Nährstoffspeicher des Bodens wird mit der Zeit immer kleiner und für die folgenden Pflanzen stehen nicht mehr genügend Nährstoffe zur Verfügung.

Gerade beim Anbau von Gemüse ist der Nährstoffbedarf sehr hoch und um weiterhin gute Erträge zu haben, muss man dem Boden die ensprechenden Nährstoffe wieder zuführen. Eine üblichte Methode dafür ist das Düngen.

Es gibt mineralische und organische Dünger:

Mineralische Dünger

Mineralische Dünger kommen teilweise natürlich vor, zum Beispiel in:

  • Guano (Verbindungen aus Vogelkot und Kalkstein, reich an Stickstoff, Phosphat, Kalium)
  • Patentkali (gemahlenes Gestein mit Kalium, Magnesium, Schwefel)

Aber sehr oft werden diese Dünger künstlich hergestellt, z.B. Volldünger (NPK-Dünger) oder spezielle Dünger, die genau einen Nährstoff liefern.

Guano Abb.1: Guano

Patentkali Abb.2: Patentkali

Mehrnährstoffdünger Abb.3: NPK-Dünger

Bei Mineraldüngern liegen die Nährstoffe in ihrer mineralischen Form vor, d.h. sie können direkt von den Pflanzen aufgenommen werden. Dadurch wirken sie sehr schnell, was bei akuten Mangelerscheinungen hilfreich ist. Dennoch müssen sie sparsam eingesetzt werden. Die Pflanzen nehmen sonst zu viele Nährstoffe auf einmal auf und gewöhnen sich an den Nährstoffüberfluss. Sie lagern viel Wasser ein und werden dadurch geschmacklos und anfällig gegenüber Krankheiten. Das Wurzelsystem verarmt, da es sich im Boden nicht mehr ausbreiten muss, um Nährstoffe zu suchen.

Durch die leicht löslichen Salze verarmt zudem das Bodenleben, es wird kein neuer Humus aufgebaut. Vor allem auf Sandböden können leicht lösliche Nährstoffe durch die mangelnde Bodenstruktur nicht gehalten werden; sie werden ausgeschwemmt und sammeln sich in tieferen Bodenschichten oder im Grundwasser.

Also Vorsicht: Es ist sehr leichtn mit mineralischen Düngern zu überdüngen.

Organische Dünger:

Im Permakultur- und Biogarten werden organische Dünger bevorzugt. Das sind beispielsweise:

Brennnesseljauche Abb.4: Herstellung von Brennessseljauche

Mistdünger Abb.5: Mistdünger

Komposthaufen Abb.6: Komposthaufen

Organische Dünger stellen Nährstoffe langsam zur Verfügung, weil sie erst durch die Bodenlebewesen zersetzt werden müssen. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme der Pflanzen reguliert. So können die Pflanzen starke, widerstandsfähige Wurzeln ausbilden, da sie sich auf der Suche nach Nahrung mehr anstrengen müssen.

Organische Dünger werden weniger ausgewaschen, was eine Überdüngung unwahrscheinlich macht.

Die unterschiedliche Zusammensetzung vieler organischer Düngematerialien und der hohe Kohlenstoffgehalt regen das Bodenleben zur Arbeit an, so dass praktischerweise auch der Humus verbessert wird.


Quelle:

  • Severin Halder, Dörte Martens, Gerda Münnich, Andrea Lassalle, Thomas Aenis, Eckhard Schäfer (Hrsg.): "Wissen wuchern lassen", AG Spak, 2014; S. 42-46, in Auszügen.
  • Abb.1: Wikimedia Commons: Guano von Acatenazzi
  • Abb.2: Wikimedia Commons: Patentkali von Rasbak
  • Abb.3: Wikipedia: Mehrnährstoffdünger von Dr. Eugen Lehle
  • Abb.5: Pixabay, CC0
  • Abb.6: Wikipedia: Kompost von Sten
Kommentieren Kommentare

Zu article Düngung:
Ruth 2018-04-20 15:08:56
Was empfehlt Ihr denn für Leute, die keine Jauche ansetzen wollen? Welcher Dünger ist für junge Pflanzen dann geeignet?
botho 2018-04-20 18:49:06
Hallo Ruth!
Kommt ganz drauf an was du so zur Verfügung hast: abgelagerter Kompost wäre z.B. gut. In der Wohnung/auf dem Balkon könntest du Wurmkompost oder Urin "herstellen" :)
Zu kaufen gibt es z.B. Schafswollpellets, die mag ich persönlich ganz gern.
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