Textilfasern haben einen großen Einfluss auf unser tägliches Leben. Denn sie sind der Rohstoff für die Produktion der Kleidungstücke, die wir täglich tragen. Aber auch für Decken, Polster und sonstige Wohntextilien werden sie benötigt. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber, welche Textilfasern es gibt und wie sie entstehen.

Verschiedene Arten von Fasern

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Natur und Kunstfasern. Kunstfasern werden auch Chemiefasern genannt, weil sie durch die chemische Weiterverarbeitung von natürlichen Rohstoffen wie Holz oder Erdöl entstehen. Wenn man Holz zu Textilfasern verarbeitet, nennt man diese cellulosische Fasern. Sie gehören somit zwar zu den Kunstfasern, aber zu denen, die aus erneuerbaren Rohstoffen entstehen. Wenn Textilfasern aus Erdöl produziert werden, spricht man von synthetischen Fasern. Die Naturfasern werden direkt aus einer Pflanze oder dem Fell von Tieren gewonnen. Die wichtigsten Naturfasern sind Wolle und Baumwolle. Textilien aus Baumwolle werden aus den Fasern der Baumwollpflanze hergestellt und der gute alte Wollpullover, der oft mal kratzt, ist aus dem Fell von Tieren, meistens von Schafen.

Produktion von Textilfasern 2016 Abb. 1: Anteil der verschiedenen Faserarten im Jahr 2016. Eigene Darstellung nach IVC

Der Verbrauch von Textilien in den Industrieländern steigt von Jahr zu Jahr an. Während der Pro-Kopf-Verbrauch 1950 nur bei 5kg lag, ist er 2010 auf das Fünffache angestiegen. Der Großteil davon wird für Kleidung verwendet. Man könnte denken, dass die Kleiderschränke bereits gut gefüllt sind. Trotzdem wird aber jeden Monat in neue Kleidung investiert. Denn kaum einer näht einen abgefallenen Knopf wieder an oder stopft ein Loch in seiner Lieblingsjacke. Die kaputte Jacke wird meist kurzerhand durch eine neue ersetzt. Die Zeitabstände, in denen neue Kollektionen auf den Markt kommen, sind sehr kurz, und um dem Trend zu folgen, muss man seine Garderobe regelmäßig erneuern. Das alles führt dazu, dass die Nachfrage nach Textilfasern stetig steigt. Während die Produktion von Naturfasern in den letzten Jahren nahezu gleichgeblieben ist, wird der höhere Bedarf durch eine steigende Produktion von Kunstfasern gedeckt. Wenn ihr das Kreisdiagramm in Abbildung 1 betrachtet seht ihr, dass die Kunstfasern, also synthetische und cellulosische Fasern gemeinsam 75% der gesamten Textilfaserproduktion ausmachen. Wenn man die Umweltauswirkungen der verschiedenen Textilfasern vergleicht, sind besonders der Flächenverbrauch, der Wasserverbrauch, der Pestizid- und Herbizideinsatz, sowie der CO2 Ausstoß wichtig. Man kann die Umweltauswirkungen beispielsweise über den ökologischen Rucksack berechnen. Der ökologische Rucksack gibt die Menge an Ressourcen an, die für die Herstellung, die Nutzung und die Entsorgung eines Produkts verbraucht wird. Vielleicht kennt ihr bereits den ökologischen Fußabdruck, bei dem die verbrauchte Fläche berechnet wird. Der ökologische Rucksack gibt im Gegensatz dazu die Menge an Energie und Stoffen an, die ein Produkt benötigt. Man kann dies auch für den eigenen Lebensstil berechnen. Unter dem folgenden Link kannst du das ausprobieren: http://www.ressourcen-rechner.de/

Baumwolle

Baumwolle, ist wegen ihrer Atmungsfähigkeit und dem angenehmen Tragegefühl die beliebteste der Naturfasern. Allerdings wird sie oft in Monokulturen unter hohen Pestizideinsatz angebaut. Mehr als die Hälfte der weltweit angebauten Baumwolle ist genmanipuliert und der Wasserverbrauch ist sehr hoch. Die Produktion von 1kg Baumwollstoff benötigt 11.000 Liter Wasser. Das sind 1.100 Eimer voll mit Wasser. Wesentlich besser schneidet Bio Baumwolle ab, bei der keine genmanipulierten Organismen oder Pestizide zum Einsatz kommen. Allerdings ist auch hier der Wasserverbrauch sehr hoch.

Baumwollfeld Abb. 2: Baumwollfeld

Wolle

Vor allem Schafswolle wird wegen ihrer wärmenden und wasserabweisenden Eigenschaften schon sehr lange für Kleidung verwendet. Allerdings produzieren Schafe Methan, ein Treibhausgas, das wesentlich schädlicher ist als CO2. In Neuseeland gehen 50% der Treibhausgasemissionen auf die Schafe zurück. Um die Ansiedlung von Schädlingen im Fell der Tiere zu vermeiden werden sie oft durch Pestizidbäder geleitet oder das Futter mit Antibiotikum ergänzt. Dadurch wird Boden und Grundwasser belastet. Das ist bei biologischer Baumwolle nicht erlaubt. Deswegen sind die Umweltauswirkungen von Kleidung aus biologischer Wolle wesentlich geringer.

Schafwolle Abb. 3: Schafwolle

Weitere Naturfasern

Hanf oder Brennnessel stellen eine ökologisch interessante Alternative für die Textilproduktion dar. Vor allem Hanf ist sehr ertragreich und schädlingsresistent. Verschiedene Labels haben sich auf Mode aus Hanf spezialisiert. Dieser Bereich ist aber noch eine Nische. Das Angebot richtet sich an eine kleine Gruppe von Konsumenten und es wird noch nicht in großer Zahl produziert. Deswegen sind die Produkte auch eher teuer.

Hanffaser Abb. 4: Hanffaser

Cellulosische Fasern

Cellulosische Fasern wie Viskose entstehen hauptsächlich aus Holz, indem zuerst Harze und Wachse aus dem Holz gelöst werden. Dann wird mit einem aufwendigen Verfahren eine Masse hergestellt, die durch Düsen gepresst wird. Die so entstehenden Fasern müssen dann noch gereinigt und gebleicht werden, bevor sie für die Produktion von Textilien verwendet werden kann. Eine Firma aus Österreich hat ein wesentlich umweltschonenderes Produktionsverfahren entwickelt. Dabei ist der Wasserverbrauch wesentlich geringer als der von konventioneller Baumwolle und kann mit den Umweltauswirkungen von Bio Baumwolle verglichen werden.

Schal aus Cellulose Abb. 5: Schal aus Cellulose

Synthetische Fasern

Wenn wir nochmal Abbildung 1 betrachten sehen wir, dass die synthetischen Fasern den größten Teil ausmachen. Die bekanntesten sind Polyester und Polyamid. Nachdem synthetische Fasern hauptsächlich aus Erdöl, also aus nicht nachwachsenden Rohstoffen, entstehen sind die Umweltauswirkungen bei ihnen am größten. Der Energieverbrauch der Produktion ist im Vergleich mit Baumwolle doppelt so hoch und der Erdölverbrauch ist enorm. Weil man aber Fasern mit vielen verschiedenen Eigenschaften daraus herstellen kann sind sie sehr beliebt. Im Jahr 2003 wurde aber erstmal auch aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais eine synthetische Faser hergestellt. Auch aus Soja lassen sich mittlerweile synthetische Fasern herstellen. Allerdings sollte man ein Auge darauf werfen wie Mais und Soja angepflanzt werden und ob es sich um genmanipulierte Organismen handelt.

Tuch aus Polyester Abb. 6: Tuch aus Polyester

Kommentieren Kommentare

Flora_Jana 2018-06-13 10:07:10
Liebe Annka,
Vielen Dank für deine Arbeit auf serlo.org!

Im Folgenden meine Verbesserungsvorschläge:
- Zwischen deinem Titel und der ersten Überschrift solltest du noch einen kleinen Einleitungstext einfügen, bzw. die erste Überschrift entfernen, wenn auf sie der Einleitungstext folgt. Deiner ersten Überschrift sollten zwei Rauten vorausgehen. Jede Unterüberschrift bekommt eine Raute mehr. Noch einmal ausführlicher erklärt ist das auf unserer Richtlinienseite: http://www.serlo.org/90391#formatierungen
- Sehr wichtig ist es, dass du die erwähnten Labels aus deinem Text entfernst, da wir eine werbefreie Plattform sind.
Dein anderer Artikel (http://de.serlo.org/108562) und auch dieser hier (http://de.serlo.org/91567) würden sich außerdem dazu eignen, an passender Stelle in diesem verlinkt zu werden.
Dein Artikel ist sehr informativ, könnte aber durch ein paar Bilder noch ansprechender für die Leser gestaltet werden. An dieser Stelle nur eine Empfehlung: es ist leichter einen Text zu überarbeiten, wenn man z.B. für jeden neuen Absatz ein neues Layout verwendet. Diese kann man dann leichter abändern oder verschieben.

Wir freuen uns, dass du so aktiv bist und dein Wissen mit uns teilst!
LG,
Flora

Annka_Bremer 2018-06-13 17:39:41
Auch hier danke. Ich habe den Artikel nochmal überarbeitet.
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