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SerloDie freie Lernplattform

Geschichte

Serlo hat eine besondere Geschichte. Als wir die Lernplattform 2009 gegründet haben, waren wir selbst noch in der Schule. In den kommenden Jahren haben wir Serlo komplett ehrenamtlich neben Schule und Studium aufgebaut. 

Simon ging in die 13. Klasse als er die wunderschöne Klosterschule “Serlo” im nepalesischen Himalaya Gebirge besuchte. Dort sah er, dass die jungen Mönche zwar Zugang zum Internet, jedoch kaum gute Bücher und Unterrichtsmaterialien hatten.

(Simon konnte beim Unterricht zusehen – und dabei frühstücken 😏)

So entstand die Idee für eine Lernplattform, die hochwertige Lernmaterialien komplett kostenlos für alle Schüler*innen auf der Welt zur Verfügung stellt. Nach seiner Rückkehr aus Nepal lernte Simon Aeneas kennen, der damals die 12. Klasse besuchte. Gemeinsam gründeten sie den Serlo Education e.V. und begannen mit der Entwicklung der Lernplattform.

Bald schlossen sich weitere Schüler*innen und Studierende unserer Idee an. Darunter auch Katharina, Jonas, Kulla und Wolfgang, die Mitgründer*innen von Serlo wurden. Sie alle brachten ihre eigenen Wünsche mit ein, wie sich Schule verändern soll, und prägten gemeinsam die Ziele von Serlo: Wir wollen einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten und erreichen, dass Schüler*innen mehr Mitbestimmung in der Schule erhalten.

(v.l.n.r. Simon, Kulla, Jonas, Kathi, Aeneas und Wolfgang 2021)

In den ersten 9 Jahren seit Gründung haben wir fast ausschließlich ehrenamtlich an Serlo gearbeitet, zeitweise auch Vollzeit parallel zum Studium, oder in Urlaubssemestern, die wir extra für Serlo genommen hatten. Die WG von Aeneas hielt dabei als Büro her, später nutzten wir Räume der Studierendenvertretung der LMU München. Bis 2012 entwickelten wir einen ausführlichen Prototyp von serlo.org, der bereits hunderte erklärende Artikel, über tausend Übungsaufgaben mit Musterlösungen, Lehrpläne und Wiki-Funktionalitäten bereitstellte – und jeden Monat von 10.000 Schüler*innen genutzt wurde.

(Wir 2012 im Garten von Simons Oma)

In den kommenden Jahren waren wir vor allem als studentische Arbeitsgruppen an der LMU München und TU München organisiert. In dieser Zeit setzen wir einen kompletten Recode und Relaunch von Serlo um, taten uns mit dem Team des freien Hochschulbuchs “Mathe für Nicht-Freaks” zusammen und vor allem konnten wir Monat für Monat mehr Schüler*innen beim Lernen unterstützen, schnell waren wir bei über 100.000 pro Monat.

(Wir in den Räumen der Studierendenvertretung der LMU 2014)

(Wir auf unserer ersten offiziellen Strategieklausur 2014)

Immer mehr Lehrkräfte begannen serlo.org in ihrem Unterricht einzusetzen. Uns wurde klar, dass wir nicht nur “am Nachmittag” beim Lernen helfen wollen, sondern auch einen Beitrag leisten müssen, um Schule zu verändern – hin zu mehr individueller Förderung, insbesondere für benachteiligte Schüler*innen. Deshalb gründeten wir unser vor-Ort-Format “Serlo Lab School” wo an Partnerschulen regelmäßig mit Serlo gelernt wird und neue Unterrichtsformate getestet werden.

(Frau Schmid-Hanusch nutzt Serlo in ihrem Mathematikunterricht)

Erst in den Jahren 2018 und 2019 bezogen die ersten von uns ein richtiges Gehalt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits das erste Mal 1 Mio Nutzer*innen pro Monat erreicht. Ende 2019 wurden Simon und Aeneas dann – stellvertretend für uns alle – von Frank Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

(Jonas, Simon, Aeneas und Kulla im Schloss Bellevue 2019)

Das Bundesverdienstkreuz ist dann auch schnell in einer Schublade verschwunden, denn die Arbeit geht jetzt erst so richtig los. Wir sind mit der Vision gestartet, dass hochwertige Bildung für alle gleichermaßen zugänglich sein soll. Diese Vision ist für uns brandaktuell, denn die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander und weltweit wird immer mehr Schulbildung privatisiert. Wenngleich wir bereits einiges erreicht haben, stehen wir also noch ganz am Anfang unserer Pläne. Serlo soll es für alle Fächer und weltweit geben, wir wollen Allianzen mit anderen NGOs und Sozialunternehmen schmieden, um gemeinsam Schule grundlegend zu verändern und Bildung als öffentliches Gut für alle zu erhalten. Auf geht’s!