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Kurs

Elektromagnetismus - Lorentzkraft

1 Warum dieser Kurs?

Abb. 1: Ablenkung einer frei beweglichen Ladung q im Magnetfeld

Abb. 1: Ablenkung einer frei beweglichen Ladung q im Magnetfeld

Wir haben bereits bei der Darstellung des Phänomens Magnetismus (siehe Link) und

der Definition der Magnetischen Flußdichte B mit der Kraftwirkung F auf einen stromdurchflossenen Leiter im Magnetfeld hingewiesen.

In nachfolgendem Kurs soll zunächst aufgezeigt werden, inwieweit dies ebenso auf frei bewegliche einzelne Ladungen q (siehe skizzenhafte Darstellung Abb. 1) ausserhalb eines elektrischen Leiters gilt.

Um die Tragweite dieser entstehenden Kräfte, der sogenannten Lorentz-Kraft vollständig darzustellen, fassen wir alle gesammelten Erkenntnisse zusammen und verweisen auf den technisch wie praktischen Nutzen in unserem Alltag

2 Ladung Q und Strom I

1) Die Ladung Q

Mit Herleitung und Definition des Coulombschen Gesetzes (siehe LINK) haben wir uns bereits mit dem Ladungsbegriff auseinandergesetzt.

Die kleinste vorkommende Ladung genannt auch Elementarladung e (Elektron e−, Proton e+), beträgt exakt |e|=1,602176634⋅10−19C (für Coulomb). Dieser Wert ist negativ bei Elektronen, positiv bei Protonen

Die Einheit C wurde benannt nach Charles Augustin des Coulomb (siehe WIKIPEDIA).

Für den Ausdruck von Ladungen oftmals verwendet werden die Variablen Q oder q.

Wir einigen uns an dieser Stelle an eine übliche Verwendung insofern . . .

  • eine einzelne Ladung mit q=e (Elementarladung) bezeichnet wird, ob nun positiv oder negativ.

  • als Unterscheidung eine Vielzahl dieser "Einzel"- oder Elementarladungen mit Q=n⋅q beschrieben werden. Alles klar?

2) Elektrischer Strom I

Ein "Strom" (hier I) ist ein Fluß von etwas. Der Elektrische Strom I ist dementsprechend definiert, welche Ladungsmenge Q innerhalb einer bestimmten Zeit t fließt.

Als Formel ausgedrückt:

I=ΔQΔt

Einheit: [I]=Ass=A

3 Kräfte im Magnetfeld

1) Kraft auf einen stromdurchflossenen Leiter

Wir drücken die Magnetische Flußdichte aus mit: B=FI⋅s

Die Kraftwirkung F des Magnetischen Feldes umgestellt somit: F=I⋅s⋅B

2) Kraft auf eine bewegte Ladung q

In der Formel zu Ermittlung der der Kraft aus eben,

ersetzen wir In nächsten Schritten nun I und s:

  1. Den Strom I=Qt=n⋅qt und

  2. Die Geschwindigkeit: v= Weg s pro Zeit t; Somit der Weg s=v⋅t

  3. . . . eingesetzt, erhalten wir: F=I⋅s⋅B=n⋅qt⋅v⋅t⋅B=n⋅q⋅v⋅B=Q⋅v⋅B

DefinitionLorentz-Kraft

Wir erhalten somit eine Beziehung,

  • einer wirkenden Kraft F

  • auf eine mit der Geschwindigkeit v bewegte Ladung Q

  • in einem Magnetfeld der Magnetischen Flußdichte B beschreibt,

welche als sogenante Lorenz-Kraft FLorenz definiert wurde.

4 Ermittlung von Kraftrichtungen

Bewegt sich eine Elementarladung e− (Elektron) oder e+ (Proton) mit der Geschwindigkeit v in ein vorherrschendes Magnetisches Feld der Flußdichte B (v ⊥ B) wird durch die auftretende Lorentz-Kraft . . .

. . . das sich bewegende Elektron nach unten sowie

. . . das sich bewegende Proton nach oben abgelenkt

Dieses Phänomen ist in nachfolgender Abb. 2 exemplarisch dargestellt:

Abb. 2: Ablenkung von Elemtarladungen im Magnetfeld

Abb. 2: Ablenkung von Elemtarladungen im Magnetfeld

Ermittlung der Richtung der Lorentz-Kraft

Um die jeweilige Richtung der Lorentz-Kraft einfach zu ermitteln, verwenden wir unsere rechte oder linke Hand. Betrachten wir sich bewegende Elektronen (e−) so benutzen wir unsere linke Hand, im anderen Fall für Protonen (e+) unsere rechte Hand. Beispielhaft hierzu die nachfolgende Abb. 3:

  • Die jeweils ausgestreckten Finger geben die Bewegungsrichtung mit der Geschwindigkeit v an

  • Die gebeugten Finger die Ausrichtung des B-Feldes (in unserem Falle von "Nord nach Süd", also von rechts nach links)

  • Der ausgestreckte Daumen die sich ergebenden Kraftrichtung FLorentz, in einem Fall für Elektronen Fe−, andererseit für Protonen Fe+

Abb. 3: Hilfsmittel zur Ermittlung einer Kraftrichtung

Abb. 3: Hilfsmittel zur Ermittlung einer Kraftrichtung

5 Kreis- und Spiralförmige Bewegungen im Magnetfeld

Kreisförmige Bewegungen im Magnetfeld

Wir können aus den bislang dargestellten Bahnbewegungen von Elektronen oder Protonen im Magnetfeld eine kreisförmige Ablenkung aufgrund der Lorentz-Kraft erkennen.

Interessant deshalb für uns an dieser Stelle, wie sich eine Elementarladung generell innerhalb eines ausgedehnten Magnetfeldes der Magnetischen Flußdichte B→ (Vektorschreibweise!) bewegt. Können wir möglicherweise generell eine kreisförmige Bewegung ableiten?

In diesem Kurs hatten wir bislang angenommen, die Geschwindigkeit v→ verliefe immer senkrecht zur Magnetischen Flußdichte (v→ ⊥ B→).

Nachfolgend werden wir neben dieser bisherigen Annahme (1) ebenso den Bahnverlauf von Elementarladungen q betrachten, wenn dem nicht so ist (2).

1) Geschwindigkeit v→ senkrecht zum Magnetfeld B→

Für unsere weiteren Untersuchungen gehen wir deshalb zunächst davon aus,

  • . . . dass sich eine Elementarladung q, beispielweise ein Proton e+ bereits innerhalb eines Magnetfeldes befindet,

  • . . . des weiteren die Bewegungsrichtung der Geschwindigkeit v→ zunächst absolut senkrecht zu den magnetischen Feldlinien B→ verläuft (siehe nachfolgende Abb. 4)

Abb. 4: Bahnbewegung Elementarladung q (Annahme:  ⊥  )

Abb. 4: Bahnbewegung Elementarladung q (Annahme: v→ ⊥ B→)

2) Geschwindigkeit v→ nicht senkrecht zum Magnetfeld B→ (v≠⊥B)

Für unseren etwas geänderten Gedankengang nun folgendes,

  • . . . wiederum befindet sich eine hier positive Elementarladung e+ (Proton) bereits innerhalb eines Magnetfeldes B→,

  • . . . geändert nun allerdings die Bewegungsrichtung der Geschwindigkeit v→, nun nicht senkrecht zu den magnetischen Feldlinien B→ (siehe nachfolgende Abb. 5).

Abb. 5: Bahnbewegung Elementarladung  (Annahme:

Abb. 5: Bahnbewegung Elementarladung q (Annahme: v→ ≠⊥B→)

6 Leiter und Leiterschleifen

Bislang haben wir uns im vorliegenden Kurs mit der Kraftwirkung auf mit der Geschwindigkeit v→ bewegte punktuelle elektrische Ladungen (q bzw. Q) beschäftigt.

Um die spätere praktische Verwendbarkeit der Lorenz-Kraft F→Lorentz vollständig erfassen zu können, widmen wir uns ergänzend den Kraftwirkungen auf Leiter und Leiterschleifen, also frei beweglichen Ladungen in elektrischen Leitern, in einem Magnetischen Feld der Flußdichte B→.

Bereits mit der Ableitung und Definition der Magnetischen Flußdichte B→ haben wir die Kraftwirkung auf stromdurchflossene elektrische Leiter kennengelernt. (siehe LINK)

1) Die Kraftwirkung auf ein bewegliches Leiterstück

Abb. 6: Stromdurchflossenes bewegliches Leiterstück im Magnetfeld

Abb. 6: Stromdurchflossenes bewegliches Leiterstück im Magnetfeld

Merke

Im Ergebnis erkennen wir je nach Anwendung der Rechte-Hand-Regel (für Protonen, technische Stromrichtung) oder Linke-Hand-Regel (für Elektronen, physikalische Stromrichtung) eine Bewegung nach rechts, also aus dem Magnetfeld heraus.

2) Die Kraftwirkung auf eine bewegliche Leiterschleife

Abb. 7: Stromdurchflossene beweglich gelagerte Leiterschleife im Magnetfeld

Abb. 7: Stromdurchflossene beweglich gelagerte Leiterschleife im Magnetfeld

Merke

Im Ergebnis erkennen wir je nach Anwendung der Rechte-Hand-Regel (für Protonen, technische Stromrichtung) oder Linke-Hand-Regel (für Elektronen, physikalische Stromrichtung) eine Drehbewegung, im gezeigten Beispiel gegen den Uhrzeigersinn (Linksdrehung)

7 Zusammenfassung

Grundsätzliches:

Alle bewegten Ladungen q erfahren im Magnetfeld B eine Kraftwirkung FLorentz

  1. Seien es mit Strom I durchflossene Leiter (also darin sich bewegende Ladungen q pro Zeit t) der Länge s gemäß der Formel: FLorentz=I⋅s⋅B

    • wirksame Leiterlänge: s ⊥ B-Feld

    • hier beispielsweise ohne Vektorschreibweise

  2. . . . oder mit Geschwindigkeit v→ bewegten Ladungen q gemäß der Formel: F→Lorentz=q⋅v→⋅B→

    • Geschwindigkeitsanteil v→ ⊥ B→-Feld

    • hier beispielsweise in Vektorschreibweise

MerkeHilfsmittel

Die sich ergebenden Kraftrichtungen F→Lorentz können wir . . .

  • mit der Rechte-Hand-Regel (für Protonen, technische Stromrichtung) oder

  • mit der Linke-Hand-Regel (für Elektronen, physikalische Stromrichtung) einfach ermitteln

Praktische Verwendung:

  • Anwendungen in der Ablenkung von Ladungen

  • Anwendungen in der Kraftwirkung auf Leiterstücke

  • Anwendungen in der Kraft- und Drehbewegung auf Leiterschleifen/Spulen

8 Aufgabe

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Quellen:

  • https://pixabay.com

  • Bilder in Eigenkonstruktion


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