Es gibt verschiedene Verhaltensweisen der Hilfe und Zusammenarbeit im Tierreich. Diese gründen auf unterschiedlichen Ursachen und werden in Kooperation und altruistisches Verhalten eingeteilt.

Kooperation

Unter Kooperation (lat. cooperatio = Mitwirkung) versteht man eine Form der Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren Lebewesen, wo beide Parteien davon profitieren. Dagegen profitiert beim Altruismus nur eine Seite, während die andere dann einen Nachteil hat.

Auch in der Natur kann man die Arten von Kooperationen betrachten, aber Menschen zeigen immer noch das komplexeste Verhalten aller Kooperationsverhalten. Die Kooperation hat es erst dem Menschen ermöglicht, solche großen Zivilisationen zu erschafen.

Die frühere egoistische Art zu leben hatte es unmöglich gemacht, solche großen Zivilisation zu erschaffen, da man sich sonst nur nach seinen eigenen Wohlergehen kümmern würde und die ganzen Eigenschaften, die eine Zivilisation prägen, z.B.: Kunst, Kultur, Wissenschaft, Technik, Fortschritt und Aufgabenteilung sich keiner widmen würde, obwohl diese ganzen Eigenschaften die Grundlage für die Entwicklung einer Gesellschaft sind.

Formen der Kooperation

Der Zweck hinter einer Kooperation ist die gegenseitige Erhöhung der biologischen Fitness. Beide (oder mehrere) Lebewesen erhöhen durch ihre Kooperation die Wahrscheinlichkeit, sich fortzupflanzen und somit ihre Gene weiterzugeben. Eine Kooperation zwischen zwei oder mehreren Lebewesen ist nicht immer leicht zu entdecken, da gemeinsames Jagen von Beutetieren und das gemeinsame Verteidigen des Reviers eher mehr der Artenerhaltung dient als der Fortpflanzung. Aber durch die Kooperation leben die Individuen länger, weswegen sie öfter ihre Gene weitergeben können und im optimalen Fall mehr Nachkommen haben.

Die Intensität der Kooperationen kann von einer zufälligen Nutzgenießung bis zu einer überlebensnotwendigen Symbiose reichen:

  • Lockerer Zusammenschluss: Ein lockerer Zusammenschluss ist z.B.: eine große Viehherde oder ein Fischschwarm. Die Gruppen sind ziemlich offen und deswegen können neue Mitglieder leicht beitreten. Zwischen den Tieren besteht gar keine oder nur wenige genetische Verwandtschaft. Oft bestehen auch die Herden aus unterschiedlichen Tierarten. (z.B.: Zebra, Gazelle, Tapir) Weil die Tiere sich vor gegenseitigen Bedrohungen warnen und sie zusammen eine große Defensive gegen Fressfeinde bilden, werden weniger Lebewesen gefressen.

  • Verbund: aus z.B.: Löwen oder Affen oder Elefanten. Die Tiere sind untereinander teilweise genetisch verwandt und bestehen immer nur aus einer Art von Tier. Es besteht eine starke Rangordnung.

  • Tierstaat: z.B.: bei Bienen, Ameisen oder Termiten. Dort besteht eine feste Rangordnung, wo die Königin für Nachkommen sorgt, indem sie Eier legt, die Arbeiterinnen, die die Nahrung beschaffen und die Soldatinnen, die das Nest verteidigen. Alle Individuen sind genetisch miteinander verwandt.

  • Symbiose: Die Symbiose ist das Zusammenleben von zwei artfremden Arten, die häufig miteinander agieren, z.B.: Der Clownfisch und die Seeanemone, und beide Seiten profitieren von dem Zusammenleben sehr. Können die zwei Arten nicht mehr ohne ihre Zussamenarbeit leben, nennt man das eine Eusymbiose.

Altruismus

Unter Altruismus (lat. alter = der andere) versteht man selbstloses Verhalten, bei der man Kräfte oder Ressourcen aufwendet, ohne eine Gegenleistung zu bekommen oder zu erwarten. Bei den Ressourcen kann es sich um jede Art von Gütern handeln: Zeit, Aufwand, Materialien, Mühe oder allgemeine Hilfe.

Bedingungen für den Altruismus sind:

  • freiwillig
  • keine Absicht sich einen Vorteil zu verschaffen
  • keine Erwartung einer späteren Gegenleistung
  • Nutzen für den anderen
  • Aufwendung von Mühe

Unterschiede zwischen Altruimus und Kooperation

Es ist manchmal schwer, Alturismus von Kooperation abzugrenzen, da es oft von der Art der Definition von Altruismus abhängt.

Wenn jemand aus Gewissensbissen jemanden ärmeren etwas aus seinem Besitz gibt, weil es von ihm erwartet wird, stellt sich die Frage, ob der Mensch dann wirklich altruistisch war, weil er dem anderem etwas aus seinem Besitz geschenkt hat, oder nicht, weil er dies nur getan hat, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen.

Aber wenn jemand einer anderen Person etwas gibt und dann insgeheim hofft, das nächste mal etwas von dieser Person zu erhalten, handelt es sich um reziproken Altruismus.

Bei der Frage, ob sich jemand altruistisch verhaltet, gerät man oft sehr schnell in die Philosophie und deswegen ist es schwierig, eine ganz genaue Abgrenzung dazu zu finden, vor allem wenn der Altruismus verschiedene Arten von Definitionen haben kann.

Mögliche Gründe für Altruismus:

  • Sympathie
  • Pflichtbewusstsein
  • Moral und Ethik
  • Religion und Werte
  • Befriedigung / Reinung des Gewissens
  • Helfersyndrom
  • Mitleid

Altruismus aus der Sicht der Evolution:

Aus der Sicht der Evolution erscheint der Altruismus nicht besonders sinnvoll, da man damit die Fitness eines anderen Individuums stärkt und gleichzeitig seine eigene schwächt. Die Genkombinationen für altruistisches verhalten bei Tieren müsste auf lange Sicht ausselektiert werden, da sie aufgrund ihres sozialen Verhaltens schlechter angepasst sind.

Aber dafür gibt es trotzdem eine Erklärung:

Die Verwandtenselektion, bei der Indvidiuen ihre Gene nicht selber weitergeben, aber dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Gene ihrer Verwandten weitergegeben werden. Dieses Phänomen kann man bei Ameisen, Bienen oder Termiten beobachten, wo die Arbeiterinnen sich nicht selber fortpflanzen können, aber deren Königin es kann, und sie deswegen ihre Gene indirekt weitergeben können, da sie mit der Königin eng verwandt sind.


Quellen

  • http://www.biologie-schule.de/kooperation.php
  • http://www.biologie-schule.de/altruismus.php
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