In Deutschland gibt es zwei heimische Schlangenfamilien, die Vipern und die Nattern. Vipern zählen zu den Giftschlangen, Nattern nicht.

Die Einen sind giftig, die Anderen nicht!

Vipern bzw. Ottern gehören zu Deutschlands Giftschlangen.

Bekanntestes Beispiel ist wohl die Kreuzotter, die vor allem im Norden bis hinauf in die Polarkreise vorkommt. Sie lauert ihrer Beute - meist Klein-Säuger, Eidechsen und Frösche - auf und injiziert mit ihrem Giftapparat ein Serum in die Wunde. Das Beutetier wird verfolgt, bis es schließlich durch das Gift verendet und an einem Stück verschlungen.

Bild einer Kreuzotter

Abb. 1: Eine Kreuzotter

Bild einer Aspisviter

Abb. 2: Eine Aspisviper

Die in Deutschland sehr seltene Aspisvipern ähnelt der Kreuzotter vom Aussehen her, allerdings ist ihr Gift bei weitem nicht so stark, wie das der Kreuzotter. Ein Biss kann trotzdem auch für den Menschen giftig sein.


Den Nattern fehlt der Giftapparat. (Vorsicht: Giftnattern sind trotz des Namens eine andere Schlangenfamilie!)

Die weitverbreitete Ringelnatter ist für den Menschen völlig ungefährlich. Sie beißt nicht, sondern sondert über Analdrüsen ein stinkendes Sekret ab, wenn man grob mit ihr umgeht. Wenn sie kann, flieht sie aber lieber oder stellt sich tot.

Bild einer Ringelnatter

Abb. 3: Eine Ringelnatter

Bild einer Würfelnatter

Abb. 4: Eine Würfelnatter

Würfelnattern verdanken ihren Namen der quadratisch aussehenden Fleckenzeichnung ihrer Schuppen. Sie sind in Deutschland fast ausgestorben, denn ihr Lebensraum ist stark bedroht.

Die ebenfalls seltenen Schlingnattern werden häufig für Kreuzottern gehalten. Zwar sind beide Arten geschützt, leider halten sich nicht alle Menschen - oft aus Unkenntnis - an die Gesetzeslage und schlagen die Tiere tot.

Bild einer Schlingnatter

Abb. 5: Eine Schlingnatter

So kann man Vipern und Nattern unterscheiden:

Viper/Otter

Natter

Mehr als drei Schilder zwischen den Augen

Drei große Schilder zwischen den Augen

Pupille senkrecht

Runde Pupille

hochentwickelter Giftapparat

kein hochentwickelter Giftapparat

Achtung!

Wenn man eine Schlange in freier Natur findet, kann man sie durchaus beobachten, sollte sich aber keinesfalls nähern. Die oben genannten Unterscheidungskriterien sind für nicht-Experten auf die Schnelle nur schwer zu erkennen. Um zu entscheiden, ob es sich um eine giftige oder ungefährliche Art handelt, kann man als Laie nur aus der Nähe entscheiden. Dann ist es aber unter Umständen schon zu spät. Ein Schlangenbiss kann auch in Deutschland tödlich enden, ist aber auf jeden Fall schmerzhaft.
Auch im Sinne der Tiere selbst, die scheu und oft vom Aussterben bedroht sind, ist es besser, sie einfach in Ruhe zu lassen!


Quellen

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