Vulkanismus

Vulkanismus entsteht durch die hohen Temperaturen im Erdinneren. Dabei steigt in der Asthenosphäre aufgeschmolzenes Gesteinsmaterial (Magma) nach oben und bildet in der Lithosphäre Magmakammern.

Nach Erreichen der Erdoberfläche kommt das geschmolzene Gestein (Lava) entweder explosiv (durch einen Vulkanausbruch) oder effusiv (ohne gewaltigen Ausbruch -> die Lava fließt einfach aus dem Vulkan) an die Oberfläche.

Was ist ein Vulkan eigentlich?

Vulkane sind Reliefformen, also Teile der Oberflächengestalt der Erde, die durch den Austritt von Magma auf die Erdoberfläche entstanden sind.

Bei einem Vulkanausbruch tritt Magma auf die Erdoberfläche und kühlt dann als Lava wieder ab. Mit der Zeit und immer mehr Eruptionen (Ausbrüchen) bilden sich dann Vulkanberge wie wir sie uns vorstellen.

Der Begriff des Vulkanismus umfasst alle Elemente, die mit einem Vulkan und dessen Ausbruch zusammenhängen.

Foto von Suhairy Tri Yadhi , gefunden auf Pexels

Aufbau eines Vulkans

Jeder Vulkan kann etwas anders aussehen als ein anderer. Alle können leicht anders aufgebaut sein. Doch es gibt ein paar Merkmale die bei allen Vulkanen gleich sind.

Jeder Vulkan besitzt eine Magmakammer. Magmakammern entstehen in Hohlräumen in den Gesteinsschichten der Lithosphäre. Im Erdmantel herrscht enorm viel Druck. Deshalb "sucht" das Magma nach Stellen im Gestein, die nicht so fest sind wie andere. Dort dringt das Magma ein und füllt die Hohlräume aus. Auf diese Weise entsteht eine Magmakammer.

Das Magma verweilt dann in der Magmakammer, bis der Druck wieder zu hoch wird. Dann nimmt es den Weg des geringsten Widerstands und bahnt sich seinen Weg. Auf diese Weise entsteht der Vulkanschlot. Bricht das Magma dann aus dem Gestein hervor, bildet es einen Krater. Den Vulkankrater.

Wo kommt Vulkanismus vor?

Durch die Bewegungen der Plattentektonik, kommen Vulkane hauptsächlich an Plattenrändern vor. Die meisten Vulkane liegen unter Wasser (submarin) im Bereich des Mittelozeanischen Rücken. Allerdings kommt auch mitten auf den Platten Vulkanismus vor. Dieser wird intrakontinentaler Vulkanismus genannt.

Der Pazifische Feuerring - Ring of Fire

Im Bereich des Pazifischen Feuerrings, auch Ring of Fire genannt, ist die weltweit höchste Aktivität von Vulkanismus zu beobachten. Mehr als zwei Drittel der Vulkanausbrüche der letzten 10.000 Jahre ereigneten sich hier.

Doch was ist der Pazifische Feuerring?

Der Pazifische Feuerring ist ein 40.000 km langer, hufeisenförmiger Vulkangürtel, der nach Süden geöffnet ist und den Pazifischen Ozean umgreift.

von svolks , public domain

Der Ring of Fire fällt mit großen Subduktionszonen und sie begleitenden Tiefseegräben zusammen. An Subduktionszonen bewegen sich zwei Platten aufeinander zu, genauer erklärt im Artikel Plattentektonik.

Vulkanarten

Es gibt verschiedene Vulkantypen. Die am häufigsten vorkommenden sind der Schichtvulkan, auch Stratovulkan genannt und der Schildvulkan. Der erste Unterschied zwischen den beiden scheint ziemlich ersichtlich. Ihre Form. Der Schichtvulkan hat die typische Kegelform, wie man sich einen Vulkan vorstellt. Der Schildvulkan hingegen legt sich wie ein Schild über die Erde. Aber woher kommt das?

Der große Unterschied zwischen den beiden ist die Art der ausströmenden Lava. Genauer gesagt, die Zähflüssigkeit (Viskosität) der Lava. Auch die Art der Eruption ist unterschiedlich.

Schichtvulkan

Schildvulkan

Die Lava ist hoch-viskos (sehr zähflüssig). Deshalb kann sie auch nicht so schnell und weit fließen, wie die Lava eines Schildvulkans.

Die Lava ist niedrig-viskos (sehr dünnflüssig) und kann dadurch bei einem Ausbruch sehr schnell und sehr weit fließen. Deshalb ist die Ausdehnung des Vulkankegels bei Schildvulkanen sehr groß. Die Lava kann sich sehr weit ausbreiten, bis sie schließlich erkaltet und erstarrt.

Der Ausbruch ist häufig sehr explosiv.

Der Ausbruch ist effusiv.

Durch die Explosion beim Ausbruch des Schichtvulkans fließt nicht nur Lava aus. Auch Vulkangestein und Asche wird in die Luft geschleudert. Das heißt, dass bei jedem Ausbruch Lava ausfließt und sich dann Asche und herunterfallendes Vulkangestein darüberlegt. Dadurch entstehen die typischen Schichten des Schichtvulkans. Die aus Asche und Vulkangestein bestehende Schicht wird Tephra genannt.

Hot Spots und Manteldiapire

Hot Spots, auch Heiße Flecken genannt, sind sehr heiße Bereiche an der Grenze von Asthenosphäre und Erdkruste. Sie entstehen durch Manteldiapire.

Manteldiapire sind schlauchförmige Bereiche, die nach oben hin pilzförmig werden. Sie haben einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern. Sie befinden sich im Erdmantel. Durch sie steigt Mantelmaterial nach oben und erhitzt die Lithosphäre. Diese erhitzte Zone ist ein Hot Spot.

Graphik von Wissensplattform eskp.de , Lizenz: CC BY 4.0

Wenn sich eine Lithosphärenplatte über einen Manteldiapir bewegt, kann eine Vulkankette entstehen.

Beispiele dafür sind Inselgruppen wie Hawaii, die Kanaren oder auch die Azoren.

Risiken und Gefahren durch Vulkane

Durch einen Vulkanausbruch können für den Menschen viele Gefahren entstehen. Diese treten allerdings weniger durch die Explosion und die dabei entstehende Eruptionswolke (kann aber für Flugzeuge problematisch werden) ein.

Eine größere Gefahr geht von späteren Ereignissen aus.

Vor allem Massenbewegungen wie pyroklastische Ströme (Glutlawinen aus heißer Asche, Staub und Gasen, bis zu 200 km/h schnell) und Lahare (Schlamm- und Schuttströme aus wassergesättigtem vulkanischem Material) stellen eine Bedrohung für den Menschen dar.

Graphik von Wissensplattform eskp.de , Lizenz: CC BY 4.0

Durch den Ausbruch kann es zu Hangrutschen kommen, welche besonders fatal für Siedlungen unterhalb des Vulkans sind. Wenn der Hangrutsch im Meer stattfindet, kann er sogar Tsunamis auslösen.

Positive Effekte

Dennoch haben Vulkane und ihre Ausbrüche auch positive Effekte auf ihre Umgebung. Dies erklärt auch, warum sich Menschen rund um Vulkane ansiedeln. Trotz der potentiellen Gefahren.

Die Böden rund um Vulkane sind besonders fruchtbar. Durch die Ausbrüche wird neues, nährstoffreiches Gesteinsmaterial an die Oberfläche gebracht, auf dem Pflanzen besonders gut wachsen können. Auch durch die Asche von Ausbrüchen wird der Boden nährstoffreicher.

An Vulkanen kommt es auch oft zur Ablagerung von z.B. Erz oder auch Bimsstein, welche abgebaut werden.

In Vulkannähe ist die Erdwärme oft erhöht. Diese lässt sich als geothermische Energie nutzen, um z.B. Strom zu erzeugen, zu heizen oder auch zu kühlen.

Quellen:


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