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Präteritum - Was war das Präteritum nochmal?

Das Präteritum ist eine der Zeitformen der Vergangenheit. Woran du das Präteritum erkennst und wann du es verwendest, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist Präteritum?

Das Präteritum ist eine Zeitform der Vergangenheit. Es wird auch Imperfekt, erste Vergangenheit oder einfache Vergangenheit genannt.

Man findet das Präteritum hauptsächlich in schriftlichen Texten, z. B. in Romanen, Zeitungsartikeln oder Briefen. Mündlich wird das Präteritum eher selten verwendet. Beim Sprechen im Alltag wird stattdessen meistens das Perfekt benutzt.

Beispiel:

  • schriftlich: Gestern kaufte ich Brot. (Präteritum)

  • mündlich: Gestern habe ich Brot gekauft. (Perfekt)

Verwendung

Mit dem Präteritum beschreibt man abgeschlossene Handlungen, Fakten oder Zustände, die sich auf die Vergangenheit beziehen:

  • Beispiel für abgeschlossene Handlungen:

Gestern backte ich einen Kuchen.

→ Die Handlung ist abgeschlossen. Der Kuchen wird nicht mehr gebacken.

  • Beispiel für Fakten, die sich auf die Vergangenheit beziehen:

William Shakespeare war ein Schriftsteller, der viele Dramen schrieb.

→ Shakespeare lebt nicht mehr, aber früher war er Schriftsteller. Das ist ein Fakt.

  • Beispiel für Zustände in der Vergangenheit:

Letzten Freitag regnete es den ganzen Tag.

→ Das war die Situation am letzten Freitag.

Bildung bei regelmäßigen Verben

Für die Bildung des Präteritums lässt man die Infinitivendung -en weg und hängt die folgenden Endungen an den Verbstamm: -te, -test, -te, -ten, -tet, -ten.

Hier wird am Beispiel des Verbs lachen gezeigt, wie das funktioniert:

Person

Verbstamm

Endung

Beispielsatz

ich

lach-

-te

Ich lachte über den Witz.

du

lach-

-test

Du lachtest über den Witz.

er/sie/es

lach-

-te

Er lachte über den Witz.

wir

lach-

-ten

Wir lachten über den Witz.

ihr

lach-

-tet

Ihr lachtet über den Witz.

sie

lach-

-ten

Sie lachten über den Witz.

Bildung bei unregelmäßigen Verben

Es gibt aber auch unregelmäßige Verben, die im Präteritum anders gebildet werden. Du solltest sie unbedingt kennen. Wie ihr Name schon verrät, folgen unregelmäßige Verben keinen klaren Regeln. Deshalb musst du ihre Verbformen auch oft auswendig lernen. Deshalb zeigen wir dir im Folgenden die wichtigsten unregelmäßigen Verben.

Zunächst solltest du aber wissen, dass unregelmäßige Verben im Präteritum ganz allgemein nach diesem Muster gebildet werden: Präteritumstamm + Endung.

In der Tabelle veranschaulichen wir dieses Muster an dem dem Verb "fahren", der den Präteritumstamm "fuhr" hat.

Person

Präteritumstamm

Endung

Beispielsatz

ich

fuhr-

/

Ich fuhr in die Stadt.

du

fuhr-

-st

Du fuhrst in die Stadt.

er/sie/es

fuhr-

/

Sie fuhr in die Stadt.

wir

fuhr-

-en

Wir fuhren in die Stadt.

ihr

fuhr-

-t

Ihr fuhrt in die Stadt.

sie

fuhr-

-en

Sie fuhren in die Stadt.

Beachte

Beim Präteritum der unregelmäßigen Verben haben die 1. Person Singular (ich) und 3. Person Singular (er/sie/es) keine Personenendung. Die Personenendungen in der 2. Person Singular und im Plural entsprechen den Personenendungen im Präsens.

Die nachfolgenden unregelmäßigen hier kommen besonders oft vor. Sie werden nämlich auch beim Sprechen fast immer (statt im Perfekt) im Präteritum genutzt:

Bildung der Mischverben

Bei sogenannten Mischverben (eine Untergruppe der unregelmäßigen Verben) nutzt du die gleichen Präteritum-Endungen wie bei den regelmäßigen Verben. Allerdings verändert sich der Verbstamm, bei der Bildung benutzt man also den Präteritumstamm wie in diesen Beispielen:

Verb

Person

Präteritumstamm + Endung

Beispielsatz

bringen

ich

brach + te

Ich brachte ihm das Buch.

dürfen

du

durf + test

Du durftest nie ein Haustier haben.

brennen

er/sie/es

brann + te

Das Haus brannte bis die Feuerwehr kam.

mögen

wir

moch + ten

Wir mochten das Essen nicht.

kennen

ihr

kann + tet

Ihr kanntet euch damals noch nicht.

rennen

sie

rann + ten

Sie rannten den ganzen Weg.

Wichtige unregelmäßige Verben

Die nachfolgenden unregelmäßigen hier kommen besonders oft vor. Sie werden nämlich auch beim Sprechen fast immer (statt im Perfekt) im Präteritum genutzt:

sein

haben

wissen

denken

werden

ich war

ich hatte

ich wusste

ich dachte

ich wurde

du warst

du hattest

du wusstest

du dachtest

du wurdest

er/sie/es war

er/sie/es hatte

er/sie/es wusste

er/sie/es dachte

er/sie/es wurde

wir waren

wir hatten

wir wussten

wir dachten

wir wurden

ihr wart

ihr hattet

ihr wusstet

ihr dachtet

ihr wurdet

sie waren

sie hatten

sie wussten

sie dachten

sie wurden

Besonderheiten bei der Bildung des Präteritums

Wenn der Verbstamm mit einem t und d, oder auch m und n endet, wird oft ein "e" vor die Präteritum-Endung gesetzt. In der Tabelle findest du ein paar Verben für die dies zutrifft:

Person

Verbstamm

Endung

Beispielsatz

ich

arbeit-

e

-te

Ich arbeitete im Büro.

du

atm-

e

-test

Du atmetest tief ein.

er/sie/es

wart-

e

-te

Sie wartete im Wartezimmer.

wir

heirat-

e

-ten

Wir heirateten vor fünf Jahren.

ihr

trockn-

e

-tet

Ihr trocknetet gestern die Wäsche.

sie

red-

e

-ten

Sie redeten nur über sich.

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Quellen

    • Hartmann, Horst: Die Zeitformen. Grundlagen der Grammatik verstehen & festigen, 2015.

    Dieses Werk steht unter der freien Lizenz
    CC BY-SA 4.0Was bedeutet das?