Greenwashing

Greenwashing (Deutsch: Grün waschen) ist ein Begriff, der auf den Umweltaktivismus der 1970er und 1980er Jahre zurückgeht.

Der Begriff beschreibt das Werben mit vermeintlich ökologischen und nachhaltigen Produkten oder Dienstleistungen.

In der Öffentlichkeitsarbeit oder der Werbung wird dies genutzt und soll mithilfe eines „grünes Images“ potenzielle Kunden zum Kauf anregen.

Umstritten ist jedoch, ob nur aktive, also vorsätzliche, Fehlinformation bezüglich der Umweltkriterien als Greenwashing gilt oder ob auch schon mangelnde Abklärung bzw. mangelnde Sensitivität als Ursache für Greenwashing gelten.

Formen von Greenwashing

Schon die Bilder und Symbole auf Verpackungen können den Verbraucher*innen ein falsches Bild vermitteln. Wir alle kennen die Eierkartons und Fleischverpackungen auf denen freilaufende Tiere abgebildet sind, die Tiere aber im Stall gehalten werden.

Falschaussagen, unklare Begriffe und fehlende Beweise

Auch nicht zertifizierte Gütesiegel oder diverse Begriffe sind ein Problem, z.B. die Begriffe „umweltschonend“ oder „aus der Region“. Diese sind nämlich nicht genau definiert und können von Herstellern frei interpretiert werden.

Werbung mit Selbstverständlichkeiten

Produkte, die bestimmte umweltschädlichen Stoffe nicht enthalten, werden als umweltschonend beworben. Dabei sind viele dieser umweltschädlichen Stoffe verboten und dürfen somit gar nicht mehr verwendet werden. Die Aufschrift "FCKW frei" auf Haarsprays ist ein Beispiel dafür.

Verschleierung

Die meisten Produkte sind nicht ganzheitlich umweltunfreundlich oder "schlecht". Bei der Verschleierung werden umweltfreundliche Aspekte hervorgehoben, sodass wir unseren Fokus auf die Nachhaltigkeit lenken und somit die umweltunfreundlichen Aspekte in den Hintergrund geraten. Der gezielte Einsatz von Hervorheben von "Gutem" und Weglassen von "Schlechtem" verzerrt das Bild.

Greenwashing führt also VerbraucherInnen durch vorgegaukelte Nachhaltigkeit in die Irre, deshalb müssen wir darüber reden. Aber natürlich steckt nicht hinter jeder grüne Werbung Greenwashing. Wir müssen also noch mehr aufpassen, was wir kaufen und konsumieren und welchen Werbeversprechen wir vertrauen.

Gedankenexperiment: Achte beim Einkaufen einmal auf die Farbgebung von "umweltfreundlichen" Produkten, du wirst oft die Farbe grün finden. In rot würden diese Produkte nicht mehr so umweltfreundlich wirken, oder?

Beispiele

Greenwashing gibt es im kleinen und im großen Rahmen in allen Bereichen. Hier stellen wir nun einige bekannte Beispiele vor. Das in Deutschland bekannteste Beispiel ist sicher der VW Abgasskandal , der hohe Wellen in den Medien schlug.

Auch Energiekonzerne oder Ölkonzerne, wie z.B. BP, versuchen ihr Image durch grüne Außenwerbung zu verbessern. So warb BP damit, in Solarenergie zu investieren. Letztendlich belief sich diese Investition allerdings nur auf 33 Prozent der Ausgaben von BP, während die restlichen 9797 Prozent weiterhin in Erdöl flossen.

Auch in der Textil- bzw. Modebranche sind viele Vorkommen von Greenwashing bekannt. Oft wird z.B. Werbung mit grünen Zielen gemacht. Diese gaukelt potentiellen Kund*innen allerdings vor, dass diese Ziele bereits jetzt eingehalten werden.

Außerdem wird mit der Verwendung von Bio-Baumwolle geworben, während es an Transparenz bezüglich der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Textilien mangelt. Hier findest du eine Liste mit zertifizierten Siegeln aus der Textilbranche .

Das Problem mit Greenwashing

Vorsätzliches Greenwashing ist eine Form von Betrug und nicht nur moralisch verwerflich. Problematischerweise gibt es noch keine rechtlich bindenden Definitionen für Begriffe wie "umweltschonend" oder "klimafreundlich". Ein weiteres Problem sind die fließenden Grenzen: Wo fängt Greenwashing an?

Durch Greenwashing Praktiken werden Verbraucher*innen in die Irre geführt, das Vertrauen in grüne Produkte kann verloren gehen.

Das Vorgaukeln von ökologischem Handeln verbessert unseren CO2CO_2 Fußabdruck auch nicht. Das tut nur die ökologische Handlung selbst. Firmen stehen hier in der sozialen Verantwortung unseren Erwartungen an ihr ökologisches Handeln gerecht zu werden.

Was können wir tun?

Greenwashing führt also VerbraucherInnen durch vorgegaukelte Nachhaltigkeit in die Irre, deshalb müssen wir darüber reden. Aber natürlich steckt nicht hinter jeder grüne Werbung Greenwashing. Wir müssen also noch mehr aufpassen, was wir kaufen und konsumieren und welchen Werbeversprechen wir vertrauen. Ein kritischer Umgang mit Werbung ist wichtig und wir sollten die Angaben der Anbieter immer kritisch hinterfragen und selbst Informationen einzuholen.

Beim Einkaufen ist es außerdem wichtig darauf zu achten, dass es sich um ein offizielles Gütesiegel handelt.

Auf der Webseite des Projekts Siegelklarheit der Bundesregierung können wir uns über offizielle Siegel (nach Produktkategorien geordnet) und deren Bewertung informieren. Des Weiteren können wir regional und saisonal einkaufen. Dies umgeht lange Transportwege und ist somit nachhaltiger.

Quellen:

Bild von Holger Schué auf Pixabay


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