Die Biodiversität beschreibt die Vielfalt lebender Organismen (Tiere und Pflanzen). Es gibt die genetische Diversität, die Vielfalt von Arten oder von Ökosystemen. Ökologen beschreiben die räumliche Verteilung von Arten, wie häufig sie vorkommen und deren Veränderung über die Zeit. Der Schutz der Biodiversität ist aktuell durch den zunehmenden Verlust der Artenvielfalt sehr wichtig.

Abb.1 Die Betrachtungsebenen der Biodiversität: Ökosysteme, Arten, Gene Abb.1: Die Betrachtungsebenen der Biodiversität: Ökosysteme, Arten, Gene

Der Wert der Biodiversität

Der Schutz der Biodiversität ist wichtig, …

  • als Grundlage für menschliches Leben auf der Erde (z.B. durch Luft- und Wasserreinigung, Bereitstellung von Rohstoffen, z.B. Holz oder Kohle).
  • um unsere Ernährung zu sichern.
  • um Ökosysteme zu stabilisieren.
  • um die Abtragung der Erdoberfläche durch Wind oder Wasser zu verhindern.
  • für die Produktion von Medikamenten aus Pflanzen.
  • um ihren Erlebnis- und Erholungswert zu erhalten.
  • um die Vielfalt für unsere Nachfahren zu bewahren.

Verlust der Artenvielfalt

Biodiversitätsverlust nach Artengruppen

Abb.2: Der Verlust der Arten nach Artgruppen von 1970 bis 2000.

An der Grafik ist zu sehen, wie viel Prozent der Arten von 1970 bis 2000 ausgestorben sind. Es wurde nach Tiergruppen unterschieden, deren Rückgang an den unterschiedlich gefärbten Linien abzulesen ist. Den Durchschnitt des Artenverlustes zeigt die schwarze Linie.

Welcher Anteil der Süßwasserarten ist seit 1970 bereits ausgestorben?

Über die Hälfte!

Auch die Insekten sind besonders gefährdet. Schätze, wie viel Prozent der Masse der Fluginsekten in einem Zeitraum von 27 Jahren (ab 1989) verschwand.

Eine bekannte Studie im Jahre 2017 (Link s.u.) zeigte einen Schwund von 75 % der Biomasse der Fluginsekten (in geschützen Gebieten).

Warum gibt es den Biodiversitätsverlust?

Die nachfolgend aufgeführten Eingriffe des Menschen führen zu einem Verlust der Artenvielfalt:

Monokulturen

Wird ausschließlich eine Pflanzenart auf einer Fläche über eine längere Zeit angebaut, ist es eine Monokultur. Statt vieler verschiedener Pflanzen, die unterschiedlichen Tieren Nahrung bieten, ernähren Monokulturen nur wenige (spezialisierte) Tiere. Das gleicht einer Wüstenlandschaft, weswegen man Gebiete, in denen es weit und breit nur Monokulturen gibt, auch Agrarwüsten nennt.

Düngemittel und Pestizideinsatz

Um immer mehr Nahrungsmittel pro Fläche zu erzeugen werden in der Landwirtschaft - teilweise massiv - Düngemittel und Pestizide (Pflanzenschutzmittel gegen Unkraut und Ungeziefer) eingesetzt.

In Gebieten, wo sehr viel gedüngt wird, wachsen bald nur noch Pflanzen, die die vielen Nährstoffe auch verwerten können. Anspruchslosere Pflanzen können dort nicht mehr wachsen.

Durch die Pestizide werden Tiere und Pflanzen vernichtet - und zwar nicht nur die sogenannten "Schädlinge" (unerwünschte Tiere, die den Nutzpflanzen schaden) und das sogenannte "Unkraut" (unerwünschte Pflanzen, die durch ihr Wachstum den Nutzpflanzen schaden), sondern auch "Nützlinge".

Fragmentierung

Die Aufspaltung von Gebieten in mehrere Teile durch z.B. Straßen nennt man Habitat-Fragmentierung. Viele Tiere benötigen größere Gebiete z.B. für die Nahrungssuche. Da der Platz in den fragmentierten Gebieten dafür oft nicht ausreicht, können sie dort nicht überleben.

Landnutzungswechsel

Da Flächen zum Anbau von Energie- oder Futterpflanzen benötigt werden, kommt es zu endgültigen Zerstörungen von natürlichen Landschaften – und damit zur Zerstörung des Lebensraums der dort heimischen Tieren und Pflanzen.

Einführung invasiver Arten

Durch den weltweiten Handel und Tourismus gelangen zunehmend nicht-native (nicht-einheimische) Arten (per Schiff, Flugzeug o.Ä.) in neue Gebiete. Dort können sie einheimische Arten verdrängen.

Verschmutzung und Schadstoffeintrag

Durch Industrien oder Abgase werden Gewässer und Luft verschmutzt (Schwermetalle, Öl, Kohlendioxid etc.). Tiere und Pflanzen leiden unter diesen Schadstoffen und können im Extremfall sogar daran (aus)sterben (z.B. Fischsterben durch Industrieabwässer).

Abb.2 Links: Diverse Grass Landschaft; Rechts: Monokultur Weizenfeld

Abb.3: Links: Diverse Graslandschaft; Rechts: Monokultur Weizenfeld

Was kannst du tun?

Du kannst helfen, den Verlust der Insekten-Vielfalt aufzuhalten. Und zwar bereits im eigenen Garten. Insekten mögen am liebsten Pflanzen, die ihnen Nahrung in Form von Nektar oder Pollen bieten. Das tun in der Regel einheimische Sträucher, Obstbäume und Wildblumen – exotische Pflanzen meistens nicht. Achte z.B. beim Kauf von Blumenpflanzen darauf, welche "insektenfreundlich" sind, d.h. von Insekten beflogen werden. Außerdem kannst du ihnen Nistmöglichkeiten bieten, hier findest du z.B. eine Bauanleitung für ein Insektenhotel.

Abb.4: Ein Insektenhotel ist leicht selbst zu bauen.


Quellenangabe

  • Studie aus 2017
  • Teile des Artikels sind in veränderter Form übernommen aus: Umweltbundesamt, United Nations (1992), C. Hallmann et al. (2017)
  • Abb.1: Eigene Darstellung
  • Abb.2: Millenium Ecosystem Assessment
  • Abb.3: Pixabay von ulleo; Pixnio von Couleur
  • Abb.4: Pixabay von Counselling
Kommentieren Kommentare