Als virtuelles Wasser bezeichnet man die Menge an Wasser, die bei der Herstellung von Waren aller Art verbraucht wird.

Beim Duschen, Kochen oder Waschen verbraucht jeder Mensch täglich direkt Wasser. Aber auch, wenn der Wasserhahn nicht läuft, verbrauchst du indirekt Wasser. Dieses nennt man "virtuelles Wasser".

Was hat dein persönlicher Wasserverbrauch mit der Herstellung eines Rindersteaks oder eines T-Shirts aus Baumwolle zu tun?

Produktion von Waren

Bis ein Stück Fleisch bei uns auf dem Teller landet, wird viel Wasser benötigt. Für die Aufzucht der Tiere, den Anbau von Futtermitteln oder direkt bei der Produktion, Verpackung und dem Transport der Waren: in jedem Bereich wird die Ressource Wasser benötigt. Dieses sogenannte virtuelle Wasser entspricht nicht dem realen Wassergehalt, sondern der Menge Wasser, die für die Herstellung benötigt wird.

Und jetzt zusammen

Der Wasserverbrauch jedes Menschen setzt sich also aus dem direkten Wasserverbrauch (duschen, waschen, trinken…) und dem indirekten Wasserverbrauch (virtuelles Wasser) zusammen. Dabei wird viel mehr virtuelles Wasser verbraucht.

Schätzaufgabe: wie viel virtuelles Wasser stecken in einem Rindersteak (200g)?

ca. 2800 Liter Wasser!

virtuelles Wasser

Abb. 1: Virtueller Wasserverbrauch

Tipps, wie du deinen Wasserverbrauch reduzieren kannst:

Spare Wasser im Alltag.

Schalte den Wasserhahn aus, während du dir die Zähne putzt oder dich unter der Dusche einseifst. Es gibt außerdem wassersparende Duschköpfe oder einen Sparwaschgang bei Wasch- oder Spülmaschine.

Verzichte öfter auf Fleisch.

Bei der Produktion von Fleischprodukten wird viel virtuelles Wasser verbraucht. Um ein Kilogramm Rindfleisch herzustellen, werden 14.000 Liter Wasser verbraucht! Diese Menge an Wasser kannst du selbst reduzieren, in dem du zum Beispiel öfters vegetarisch isst.

Im Second-Hand Laden einkaufen.

Bei der Produktion eines T-Shirts fallen fast 2.500 Liter Wasser an. Die Kleidung wird meist aus Baumwolle hergestellt und bei deren Anbau wird viel Wasser verbraucht. Wenn du deine Kleidung im Second-Hand Laden einkaufst, wird kein zusätzliches Wasser verbraucht.


Quellenangaben

  • Teile des Artikels sind in veränderter Form übernommen aus: Physische Geographie kompakt von Rüdiger Glaser et al. (2010), Virtuelles Wasser und Wikipedia

  • Abb. 1: Daten von Waterfootprint und Wissenschaftsjahr 2012, Grafik leicht verändert übernommen von Earth System Knowledge Platform - die Wissensplattform des Forschungsbereichs "Erde und Umwelt" der Helmholtz-Gemeinschaft

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