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Plastik in den Ozeanen

Jährlich gelangen etwa 6 Millionen Tonnen Plastik auf verschiedenen Wegen in die Weltmeere.

Die weite Reise bis ins Meer

Auf dem Weg bis ins Meer haben die einzelnen Plastikteile oftmals eine weite Reise hinter sich. Man unterscheidet verschiedene Wege, auf denen das Plastik in die Ozeane gelangt:

  • über Flüsse

  • von Stränden

  • durch Abwasser

  • auf dem Meer

Abb. 1: Plastikmüll am Strand

Etwa 80 % des Plastiks findet über Flüsse oder Strände seinen Weg ins Meer. Der Wind spielt dabei eine entscheidende Rolle: aufgrund des geringen Gewichtes wird Plastikabfall in die Gewässer geweht.

Außerdem befinden sich in vielen Konsumprodukten (vor allem aus dem Kosmetikbereich, beispielsweise in Cremes, Shampoos etc.) kleinste Mikropartikel Plastik, die über das Abwasser in die Flüsse gelangen. Beim Waschen von Synthetik-Kleidung werden kleinste Plastikfasern im Waschwasser gelöst und können in der Kläranlage nur schwer herausgefiltert werden. Auch der Abrieb von Autoreifen wird als Mikroplastik in die Gewässer gewaschen und landet so schließlich ins Meer.

Etwa 20 % des Plastiks im Ozean wird zudem auf dem Meer „verloren“: ein Tanker verliert Fracht, ein Fischerboot sein Netz oder von einer Bohrinsel landet Abfall im Meer.

Schwimmende Müllhalden

In den großen Ozeanen gibt es weitreichende Meeresströmungen, wie beispielsweise den Golfstrom. Sie transportieren das Plastik von den Küsten weit hinaus aufs Meer. An Stellen, wo verschiedene Strömungen aufeinander treffen und zirkulieren, sammelt sich das Plastik in riesigen Müllstrudeln. Mittlerweile gibt es auf den Ozeanen insgesamt 5 solcher Müllstrudel (engl. „garbage patch“). Der größte ist der Nordpazifische Müllstrudel. Er befindet sich im Pazifik zwischen der Westküste Nordamerikas und Japan (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Die 5 großen Strudel, in denen sich das Plastik sammelt

Gefahr für Meeresbewohner

Durch UV-Strahlen der Sonne und die mechanische Bewegung der Wellen wird das Plastik in immer kleinere Stücke zerteilt. Je länger sich das Plastik im Meer befindet, desto brüchiger wird es und in desto kleinere Teile zerfällt es. Man spricht von Mikroplastik, sobald die Größe der Teilchen im Mikrometer- oder Nanometerbereich liegt. An diesen Partikeln lagern sich Umweltgifte an.

Gefährlich ist dies besonders für die Tiere, denen der Ozean als Nahrungsquelle dient. Beispielsweise verwechseln Vögel oder Schildkröten die kleinen Teilchen mit ihrer natürlichen Nahrung und verenden daran. Fische, Muscheln und andere Meeresbewohner nehmen diese kleinsten Fragmente mit ihrer Nahrung auf und so gelangt das Plastik wiederum in die Nahrungskette des Menschen.

Die lange Lebensdauer und die Widerstandsfähigkeit, die wir Menschen am Plastik so schätzen, werden den Meeresbewohnern zum Verhängnis. Eine Plastikflasche im Meer braucht etwa 450 Jahre, bis sie vollständig zerfallen ist.

Abb. 3: Schildkröte im Fischernetz gefangen

Abb. 4: Mageninhalt eines toten Seevogels

Das große Aufräumen

Der Plastikmüll sammelt sich in den fünf großen Müllstrudeln. Der junge Erfinder Boyan Slat aus den Niederlanden hat sich ein System überlegt, um das Plastik aus dem Ozean zu sammeln.

Ein passives System

Man nennt die Anlage von Slat ein "passives System": Die Meeresströmungen transportieren das Plastik in schwimmende Barrieren. Dabei macht sich die Technik eine Eigenschaft zu Nutzen: ein großer Teil des Plastiks treibt auf der Meeresoberfläche oder bis in drei Meter Tiefe. Meeresbewohner können einfach unter den Barrieren hinwegtauchen und ihr Lebensraum wird von der Anlage nicht negativ beeinflusst.

Eine Plattform befördert das schwimmende Plastik in einen Behälter. Der Müll wird abtransportiert und recycelt. Die Anlage wird mit Solarenergie betrieben. Es entstehen also während des Betriebs der Anlage keine Emissionen, dafür werden immense Ressourcen wieder gewonnen.

Laut den Berechnungen von Boyan Slat wäre es mit der Anlage möglich, innerhalb von 10 Jahren etwa die Hälfte des Plastiks im Nordpazifischen Müllstrudel einzusammeln. Dies entspricht etwa 70.000 Tonnen Plastik.

Plastik vermeiden

Abb. 5: Die Plastiktüte ist für viele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, obwohl es genügend Alternativen gibt.

Irland hat eine Steuer von 0,14€ auf Plastiktüten eingeführt. Innerhalb eines Jahres haben sie es damit geschafft, den Anteil an Plastiktüten um 90% zu reduzieren.

Auch du kannst versuchen, im Alltag Plastik zu vermeiden! Überleg dir, was du konkret tun kannst, um Plastik zu reduzieren. Welche Ideen hast du?

Quellenangaben


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CC BY-SA 4.0.Was bedeutet das?

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