Plastik ist längst zu einem der größten Umweltprobleme unserer Zeit geworden. Doch was genau macht den achtlosen Konsum von Plastik für Mensch und Natur so gefährlich?

Abb.1 Vogel neben Plastikmüll Abb. 1: Vogel neben Plastikmüll

Die Herstellung - Rohstoffverbrauch und Emissionen

Kunststoffe werden entweder aus Erdöl oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Immerhin %%8%% % des jährlich geförderten Erdöls gehen in die Plastikproduktion. Erdöl ist ein endlicher Rohstoff - irgendwann wird es aufgebraucht sein.

Auch die erneuerbaren Rohstoffe werden kritisiert - denn werden Mais, Kartoffeln oder Milch für die Kunststoffherstellung verwendet, können sie nicht mehr als Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Außerdem verbraucht der Anbau Platz, Energie, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, die der Umwelt schaden können.

Für die Herstellung von Plastik benötigt man ziemlich viel Wasser - für ein Kilo des Kunststoffes Polyethylen (HDPE) sind es %%10%% Liter. Die Plastikproduktion verbraucht zudem relativ viel Energie. In ein Kilo Polyethylen (HDPE) fließen %%81%% Megajoule.

Was kann man sich unter %%81%% Megajoule vorstellen?

81 MJ ist in etwa die Energiemenge, die aufgebracht werden muss um 25 Stunden lang zügig Rad zu fahren.

Bei der Energiegewinnung fallen Emissionen an. Auch durch Transporte und später die Entsorgung von Plastik gelangen klimaschädliche Stoffe wie Kohlenstoffdioxid, Methan oder Stickoxide in die Atmosphäre. Pro Kilo Polyethylen entstehen somit zwischen %%2,5%% und %%5,5%% kg %%CO_2%%-Äquivalente.

Was sind %%CO_2%%-Äquivalente?

Über %%CO_2%%-Äquivalente wird das Treibhauspotential eines Stoffes ausgedrückt, also wie stark er zum Treibhauseffekt beiträgt, und zwar im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid. Methan beispielsweise hat ein %%CO_2%%-Äquivalent von 28, d.h. es es trägt 28 mal so stark zum Treibhauseffekt bei wie Kohlenstoffdioxid.

5,5 kg %%CO_2%%-Äquivalente sind vergleichsweise wenig: Der Pro-Kopf-Ausstoß liegt bei 11500 kg %%CO_2%%-Äquivalenten pro Jahr. Allerdings werden weltweit jährlich 348 Mio. t Kunststoff produziert. Wie hoch sind dafür die Emissionen?

(1 Tonne entspricht 1000 kg, also 348 Mio. t = 348000000000 kg)


Die Auswirkung auf Mensch und Natur

Problematisch wird der Plastikmüll vor allem dann, wenn er irgendwo landet, wo er nicht hingehört. In Deutschland gibt es nur noch selten “wilde Müllkippen” - jedenfalls viel weniger als früher, trotzdem gelangt auch bei uns noch Plastik in die Umwelt.

Wilde Müllkippe

Abb. 2: Wilde Müllkippe

Wie kommt das Plastik in die Umwelt?

Winzige Plastikpartikel (Mikroplastik), die in Kosmetika verwendet werden oder die sich beim Waschen aus der Kleidung lösen, gelangen ins Abwasser. In den Kläranlagen können sie nicht komplett herausgefiltert werden und kommen über den Klärschlamm als “Dünger” auf die Felder und damit in den Boden. Auf den Straßen reibt sich Mikroplastik von Reifen und Schuhsohlen ab und wird durch den Regen in die Umwelt oder ins Abwasser gespült. Größere Plastikteile kommen aus Biogasanlagen, wo abgelaufene Lebensmittel mitsamt Verpackungen vergoren werden. Die Gärreste werden als Dünger auf die Felder gebracht und geraten in den Boden. Sehr viel Müll allerdings geht auf dem Meer verloren, z.B. Fischernetze oder Müll von Schiffen.

Was dann in der Umwelt mit dem Platik geschieht, wird gerade erst erforscht. Daher gibt es insbesondere zu den gesundheitlichen Auswirkungen noch keine eindeutigen Ergebnisse. Wissenschaftler*innen raten aber aufgrund des aktuellen Forschungsstandes dazu, Plastik zu vermeiden.

Gesundheit

Viele reine Plastiksorten sind chemisch erstmal gar nicht so gefährlich. Das Problem entsteht erst mit den Zusatzstoffen, z.B. Weichmacher oder Flammschutzmittel, die gesundheitsschädlich sind. Manche Inhaltsstoffe können z.B. in den Hormonhaushalt von Menschen eingreifen. Weichmacher können sich zum Beispiel im Wasserkreislauf lösen oder auf in Plastik verpackte Lebensmittel übergehen. Auch durch Hautkontakt könnten sie in den Körper gelangen. Für Kinderspielzeug sind Weichmacher deshalb verboten.

Ozeane & Meerestiere

Große Plastikteile gefährden vor allem das Leben im Ozean. Tiere können sich darin verfangen oder sich daran verletzen. Kleinere Teile werden verschluckt, insbesondere von Fischen, Meeresvögeln oder Walen. Da das Plastik nicht verdaut wird, bleibt es im Magen, ohne jedoch Nährstoffe zu bieten - viele Tiere verhungern daran. Schon %%663%% Arten sind von den negativen Auswirkungen des Plastikmülls in Gewässern betroffen.

Albatross Plastik Abb. 3: An Plastikmüll verhungerter Seevogel

Des Weiteren kann Nanoplastik (mikroskopisch kleiner Abrieb von Plastik) in die Zellen von Tieren eindringen und dort Entzündungen hervorrufen. Zudem sammeln sich giftige Stoffe (DDT, PAKs) aus der Umwelt an den Oberflächen der fein zerriebenen Mikroplastik-Teilchen. Wenn Meerestiere diese Plastikteile verschlucken, können sich die Stoffe im Verdauungsprozess der Tiere wieder lösen und im Gewebe einlagern. So gelangt das Plastik samt Schadstoffen in die Nahrungskette - und schließlich auch auf unseren Teller.

Vermüllung der Landschaft

Durch vermüllte Strände und Landschaften geht Naturschönheit verloren. In Tourismusregionen müssen Strände aufwändig gereinigt werden, damit die Besucher nicht ausbleiben.

Müll am Strand

Abb. 4: Müll am Strand

Einsammeln von Mikroplastik als Chance für die Umwelt

Die Eigenschaft, Schadstoffe einzusammeln, könnte im Grunde ganz nützlich sein. Würde es uns gelingen, alles Plastik aus dem Ozean zu fischen, könnten wir damit auch gleich eine Menge Schadstoffe aus der Umwelt ziehen. Einige spannende Projekte beschäftigen sich mit dieser Aufgabe, zum Beispiel das “Ocean Cleanup Project”.


Die Entsorgung - Umwelt-& Gesundheitsbelastung

Glücklicherweise kann in Deutschland schon relativ viel Plastik recycelt werden. So wird ein Teil der Rohstoffe und auch der Herstellungsenergie eingespart.

Allerdings kommen auch hier noch lange nicht alle Produkte in den Recycling-Kreislauf zurück. Europaweit werden nur %%7%% von %%100%% Plastiktüten recyclet! Produkte wie Strohhalme, Plastikzahnbürsten oder kaputte Brotzeitdosen dürfen in vielen Gemeinden gar nicht in die Wertstofftonne, weil sie keinen “Grünen Punkt” tragen. Sie werden dann mit dem Restmüll verbrannt.

Bei der Verbrennung löst sich der größte Teil des Plastiks in das Treibhausgas %%CO_2%% auf. Aber es entstehen auch andere, teils gesundheitsgefährdernde Gase, die aufwändig herausgefiltert werden müssen. Inzwischen gibt es dafür ind Deutschland strenge Regeln und Auflagen. Somit sind die Reste, die in die Luft gelangen, relativ gering. In vielen anderen Teilen der Welt wird der Plastikmüll allerdings einfach so im Hinterhof verbrannt - ganz ohne Filterung.

Plastikverbrennung Abb. 5: Hausmüll wird verbrannt

In der Schlacke, die aus der Verbrennung entstanden ist, bleiben außerdem geringe Mengen giftiger Stoffe (Formaldehyd, Alkalein, Benzol) zurück. Sie werden in Deponien abgelagert. Damit keine dieser Giftstoffe in Boden, Wasser und Luft gelangen, muss die Deponie aufwändig gewartet werden. Auch das ist leider nicht überall auf der Welt der Fall.


Das Einweg-Dilemma

Weltweit entstanden %%2017%% rund %%348%% Millionen Tonnen Kunststoff. Von diesem günstigen und vielseitigen Werkstoff wird etwa die Hälfte zu Gegenständen verarbeitet, die nur einmal verwendet werden, wie z.B. Tüten, Strohhalme oder Einwegflaschen. Im Verhältnis zu all der Energie, der Arbeit und der Rohstoffe, die für die Herstellung aufgewendet werden, ist der Nutzen oft nur von sehr kurzer Dauer.

  • Kunststoff-Produkte wie Brotzeitdosen, Jalousien oder Möbel sind hingegen nicht wirklich kritisch. Diese Dinge werden lange genutzt, der Kohlenstoff aus dem Erdöl bleibt gespeichert und gelangt nicht als %%CO_2%% in die Atmosphäre. Manchmal bietet Plastik sogar einen Umweltvorteil gegenüber anderen Stoffen, z.B. im Mehrwegsystem: Weil PET-Flaschen leichter sind als Glasflaschen, benötigt man weniger Energie für den Transport.

  • Das Missverhältnis zwischen Kosten und Nutzen entsteht vor allem bei Einweg-Produkten und Verpackungen. Manches davon ist tatsächlich unverzichtbar, wie beispielsweise sterile Einweg-Spritzen im medizinischen Bereich. Dennoch ließe sich ein großer Teil des Konsums von Einwegkunststoffen leicht ersetzen - hier schlummert noch immenses Entwicklungspotenzial für mehr Umweltschutz.

Einwegflasche Abb. 6: Ende eines Luftballons auf einer Almweide


Quellen:

Kommentieren Kommentare

Wir haben gerade in einer Gruppe diesen Artikel reviewt. Insgesamt hat er uns sehr gut gefallen. Großes Kompliment!
Wir sind auf etliche Kleinigkeiten gestoßen, die den Artikel noch besser machen würden. Im Detail wären das die Folgenden. Nicht erschrecken, dass es mehr Punkte geworden sind. Sind im Großen und Ganzen nur Kleinigkeiten
- Was ist das Einweg Dilemma genau?
- Im ersten Absatz
- Kein Ergebnis bei der Rechnung
- Verlinkung nicht gut
- SEO Richtlinie (Bildbeschreibung)
- Bilder ( zu klein)
- Bildbeschreibung teilweise links vom Bild (Nr. 3 und 4)
- Rechtschreibung
- sehr viele fette Markierungen (Vielleicht hier auf die sehr wichtigen Wörter reduzieren)
- du oder man Form statt der Wir- Form?
- wichtige Zahlen kann man hervorheben, indem man sie in die Formelumgebung setzt

LG Wolfgang
Antwort abschicken