Betrag

Der Betrag einer Zahl ergibt sich als der Abstand der Zahl auf dem Zahlenstrahl von der Null. Man erhält ihn durch Weglassen des Vorzeichens. Falls eine Zahl positiv ist, ist der Betrag einfach diese Zahl. Falls die Zahl negativ ist, ist der Betrag das negative dieser Zahl.Für den Betrag einer Zahl xx schreibt man x\left|\mathbf x\right|.

Formal: Für eine Zahl xx ist x={x,falls  x0x,falls  x<0\def\arraystretch{1.25} \left|x\right|=\left\{\begin{array}{lc}\hphantom{-}x,&\text{falls}\;x\geq0\\-x,&\text{falls}\;x<0\end{array}\right.

Eine Formel bzw. Variable in Betragsstrichen kann also nie negativ werden.

Zahlenstrahl

Verschiebe mit dem Regler den Wert zwischen 5-5 und 55.

Beispiele

Beträge von Zahlen:

Beträge in Termen:

Beträge in Funktionstermen:

Rechenregeln

Für alle Zahlen x,y,zx, y, z gelten folgende Regeln

  1. x0\left|x\right|\geq0

  2. xy=xy\left|x\cdot y\right|=\left|x\right|\cdot\left|y\right|

  3. x+yx+y\left|x+y\right|\leq\left|x\right|+\left|y\right| (Dreiecksungleichung)

Auswirkungen auf die Kurvendiskussion

Beträge haben Auswirkungen auf viele Funktionseigenschaften:

Stetigkeit, Differenzierbarkeit, Wertemenge, Monotonieverhalten, Grenzwerte, Symmetrieverhalten.

Hier muss man die Funktion auf den einzeln definierten Abschnitten jeweils separat betrachten. Auf diesen Abschnitten ist die Funktion aber ohne Beträge definiert und kann "normal" behandelt werden.

Die Ableitung

Die Ableitung der Betragsfunktion ist für x0x\neq0 definiert als: 

Für x=0x=0 ist der Betrag nicht differenzierbar:

Beispiel

Es gelten alle Ableitungsregeln.

Zuerst wurde die äußere Potenz abgeleitet, danach der Betrag nachdifferenziert.

Da x2x^2 sowieso für xx und x-x die gleichen positiven Werte liefert, ist der Betrag hier überflüssig. Das zeigt auch die Ableitung, die identisch ist mit der Ableitung von x2x^2.


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